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Bonitätsprüfung: Diese Unterlagen zeigen Ihre finanzielle Situation am besten

Wenn Sie einen Kredit beantragen, prüft der Kreditgeber, ob Sie die Raten voraussichtlich zurückzahlen können. Dafür helfen vor allem aktuelle Nachweise zu Ihren Einnahmen, Ihren regelmäßigen Ausgaben und bereits laufenden Verpflichtungen. Eine Bonitätsprüfung ist die Einschätzung Ihrer finanziellen Rückzahlungsfähigkeit; ein Bonitäts-Score ist ein statistischer Wert, der das erwartete Zahlungsverhalten abbildet.

Banken müssen vor der Kreditvergabe prüfen, ob die Rückzahlung voraussichtlich möglich ist. Wie sie dabei vorgehen und welche Unterlagen sie verlangen, ist jedoch nicht einheitlich geregelt. Ihre finanzielle Lage lässt sich am besten einschätzen, wenn Ihre Angaben im Antrag zu den Belegen passen und Sie alle wichtigen Einnahmen und Belastungen angeben. Darauf weist auch die Verbraucherzentrale NRW zur Kreditwürdigkeitsprüfung hin.

Welche Unterlagen Einnahmen und Ausgaben belegen

Welche Nachweise Sie brauchen, hängt davon ab, ob Sie angestellt oder selbstständig sind oder andere regelmäßige Einnahmen haben. Kreditgeber verlangen unterschiedliche Nachweise. Fragen Sie den Kreditgeber nach der genauen Liste, bevor Sie die Unterlagen zusammenstellen. Bei abhängig Beschäftigten werden häufig Gehaltsabrechnungen der letzten Monate verlangt; auch Kontoauszüge und der Arbeitsvertrag können gefragt sein. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich je nach Anbieter.

Unterlage Was sie nachvollziehbar macht So vermeiden Sie Lücken
Gehaltsabrechnungen Höhe und Zusammensetzung des Arbeitseinkommens Reichen Sie die verlangten, aktuellen Abrechnungen vollständig ein.
Kontoauszüge oder vereinbarter Kontoblick Tatsächliche Gehaltseingänge und regelmäßige Abbuchungen Achten Sie darauf, dass Name und Zahlungseingänge erkennbar sind. Fragen Sie, welcher Zeitraum benötigt wird.
Arbeitsvertrag Beschäftigungsverhältnis und vereinbarte Arbeitsbedingungen Ergänzen Sie ihn, wenn der Kreditgeber danach fragt; er ersetzt keine aktuellen Gehaltsnachweise.
Haushaltsplan und Belege Regelmäßige Einnahmen, Fixkosten und verfügbares Einkommen Erfassen Sie auch Jahreskosten und bestehende Raten, nicht nur die monatlichen Abbuchungen.
Unterlagen zu bestehenden Krediten und Zahlungsverpflichtungen Restschulden und laufende Belastungen Geben Sie Raten und offene Verpflichtungen vollständig an. Bei einer Umschuldung helfen Kreditvertrag und aktuelle Saldenmitteilung.
Geschäftsunterlagen bei Selbstständigkeit Einnahmen und wirtschaftliche Entwicklung Je nach Tätigkeit und Anbieter kommen etwa betriebswirtschaftliche Auswertungen, Einnahmen-Überschuss-Rechnungen, Bilanzen oder Steuerbescheide infrage.

Kontoauszüge zeigen, was tatsächlich auf Ihrem Konto eingeht und abgeht. Ein Haushaltsplan stellt regelmäßige Einnahmen den regelmäßigen Ausgaben gegenüber; ein Haushaltsbuch hält fest, was in einem Zeitraum wirklich ausgegeben wurde. Wenn Sie Ihre Ausgaben bisher nur schätzen, gleichen Sie den Plan mit Kontoauszügen und Belegen ab. Die Hinweise zur Haushaltsplanung vor einem Kreditantrag empfehlen außerdem, unregelmäßige Jahreskosten einzubeziehen.

Wenn Sie Einkommen aus mehreren Quellen beziehen, listen Sie jede Einnahmequelle getrennt auf. Legen Sie für regelmäßige Zahlungen passende Nachweise vor, sofern der Kreditgeber danach fragt, und prüfen Sie, ob die Zahlungseingänge in den Kontoauszügen dazu passen. Bei schwankendem Einkommen hilft eine verständliche Übersicht über die Entwicklung, statt nur einen besonders guten Monat herauszugreifen.

So schließen Sie Lücken in Ihrer Selbstauskunft

Verwenden Sie im Kreditantrag und in Ihrer Haushaltsrechnung dieselben aktuellen Zahlen. Wenn Sie etwa eine monatliche Rate eintragen, muss sie mit dem Kreditvertrag oder den Kontoabbuchungen übereinstimmen. Berücksichtigen Sie neben Miete, Energie, Versicherungen und Mobilität auch Lebensmittel. Nehmen Sie außerdem bestehende Kreditraten und wiederkehrende Zahlungen auf Rechnung oder in Teilbeträgen auf.

Vergessen werden häufig Kosten, die nicht jeden Monat anfallen, etwa Versicherungsbeiträge oder jährliche Gebühren. Rechnen Sie diese Beträge in Ihrer Haushaltsrechnung auf zwölf Monate um. So sehen Sie, wie viel von Ihrem monatlichen Überschuss bereits für diese Kosten vorgesehen ist.

Sorgen Sie dafür, dass Sie Abweichungen zwischen Antrag und Unterlagen erklären. Ändert sich Ihr Einkommen gerade, etwa durch einen Arbeitgeberwechsel, erklären Sie kurz, welche Zahl künftig gilt, und belegen Sie sie mit den verfügbaren Unterlagen. Senden Sie nur angeforderte Unterlagen und nutzen Sie dafür den vorgesehenen Weg. Schwärzen oder verändern Sie keine Angaben, die für die Prüfung relevant sein könnten; fragen Sie bei Unsicherheit nach, welche Seiten und Buchungen benötigt werden.

Bei Selbstständigkeit schwanken die Einnahmen oft stärker als bei einem festen Gehalt. Deshalb können mehrere Nachweisarten zusammen ein besseres Bild geben, etwa eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung und Steuerunterlagen. Welche Belege genügen, hängt vom Kreditgeber und der konkreten finanziellen Situation ab. Die Übersicht zu typischen Kreditunterlagen nennt hierfür unter anderem betriebliche Auswertungen, Steuerbescheide und Geschäftskontoauszüge.

Prüfen Sie, ob die Rate in Ihr Budget passt

Ein rechnerischer Überschuss ist noch kein sicher verfügbares Geld: Unregelmäßige Ausgaben und ein finanzieller Puffer müssen ebenfalls Platz haben. Nutzen Sie Ihre Kontoauszüge, um die laufenden Ausgaben realistisch zu erfassen. Legen Sie anschließend drei Monate lang probeweise den Betrag zurück, den Sie als Kreditrate erwägen. Entstehen dabei größere Lücken im Budget, ist die Rate zu hoch oder Ihr Ausgabenplan unvollständig. Diesen Selbsttest empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW.

Vergleichen Sie Kreditangebote anhand des effektiven Jahreszinses und der Gesamtrückzahlung. Eine längere Laufzeit senkt häufig die Monatsrate, erhöht aber die Zinskosten. Eine niedrige Rate allein sagt daher wenig darüber aus, ob der Kredit insgesamt zu Ihrem Budget passt.

Prüfen Sie auch Ihre gespeicherten Bonitätsdaten

Einkommens- und Ausgabennachweise zeigen Ihre aktuelle finanzielle Lage. Auskunfteien wie die SCHUFA speichern Daten und berechnen daraus Scores. Ein Score zeigt nicht Ihre vollständige Haushaltsrechnung. Wenn Sie vermuten, dass falsche oder veraltete Einträge eine Rolle spielen, können Sie bei der SCHUFA eine kostenlose „Datenkopie nach Art. 15 DS-GVO“ anfordern. Die Verbraucherzentrale erklärt, wie Sie Auskunft bei SCHUFA und anderen Auskunfteien erhalten.

Wird ein Vertrag abgelehnt oder nur zu ungünstigen Konditionen angeboten, fragen Sie zunächst beim Anbieter nach, ob ein Scoring verwendet wurde und welcher Wert maßgeblich war. Verschiedene Auskunfteien arbeiten mit unterschiedlichen Scores. Der Score einer Auskunftei sagt deshalb nicht zuverlässig voraus, wie eine andere Auskunftei Sie bewertet.

Kernaussagen

  • Belegen Sie Einnahmen aktuell: Gehaltsabrechnungen, Kontoauszüge und je nach Situation ein Arbeitsvertrag machen Ihre Angaben nachvollziehbar.
  • Erfassen Sie alle Belastungen: Nehmen Sie bestehende Raten und jährliche Kosten in Ihre Haushaltsrechnung auf.
  • Gleichen Sie Antrag und Nachweise ab: Zahlen und Zeiträume sollten zusammenpassen; erklären Sie Abweichungen kurz und belegt.
  • Testen Sie die Rate im Alltag: Legen Sie den geplanten Monatsbetrag drei Monate probeweise zurück und achten Sie auf Budgetlücken.
  • Kontrollieren Sie Auskunftei-Daten: Fordern Sie bei konkretem Anlass eine kostenlose Datenkopie an und lassen Sie fehlerhafte Angaben prüfen.

FAQ

Welche Unterlagen brauche ich als Angestellte oder Angestellter?

Häufig werden aktuelle Gehaltsabrechnungen verlangt. Kontoauszüge und der Arbeitsvertrag können hinzukommen. Fragen Sie den Kreditgeber nach der genauen Liste, denn es gibt keine einheitliche Vorgabe für alle Anbieter.

Was sollte ich als Selbstständige oder Selbstständiger vorlegen?

Je nach Kreditgeber kommen betriebswirtschaftliche Auswertungen, Einnahmen-Überschuss-Rechnungen oder Bilanzen sowie Steuerbescheide infrage. Ergänzende Unterlagen wie Geschäftskontoauszüge können die Einnahmenentwicklung nachvollziehbarer machen. Klären Sie vorher, welche Zeiträume und Belege benötigt werden.

Muss ich jede Ausgabe im Antrag angeben?

Geben Sie alle Angaben vollständig und wahrheitsgemäß an, nach denen der Kreditgeber fragt. Für Ihre eigene Haushaltsrechnung sollten Sie auch unregelmäßige Kosten und laufende Zahlungsverpflichtungen berücksichtigen, damit die geplante Rate nicht zu hoch angesetzt ist.

Was mache ich, wenn meine Einnahmen schwanken?

Stellen Sie die Entwicklung über einen aussagekräftigen Zeitraum dar und belegen Sie die Angaben mit den passenden Unterlagen. Verlassen Sie sich nicht auf einen einzelnen Monat mit ungewöhnlich hohen Einnahmen. Fragen Sie den Kreditgeber, welche Nachweise er für schwankende Einkünfte akzeptiert.

Verbessert eine SCHUFA-Datenkopie meine Kreditchancen?

Eine Datenkopie verändert Ihren Score nicht automatisch. Sie hilft Ihnen zu prüfen, welche Informationen gespeichert sind und ob Angaben berichtigt werden müssen. Ihre tatsächlichen Einnahmen und Ausgaben weisen Sie weiterhin mit eigenen Unterlagen nach.

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