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Die passende monatliche Kreditrate berechnen

Wenn Sie einen Ratenkredit oder eine Immobilienfinanzierung planen, muss die Monatsrate zu Ihrem Haushalt passen. Der gewünschte Kreditbetrag allein reicht für die Berechnung nicht aus. Entscheidend sind Ihr Haushaltsnettoeinkommen, Ihre laufenden Ausgaben, absehbare Veränderungen und ein Sicherheitsabstand.

Als grobe Orientierung sollte die Kreditrate höchstens etwa 35 Prozent des monatlichen Haushaltsnettoeinkommens betragen. Aus Ihrem Nettoeinkommen lässt sich damit eine ungefähre Obergrenze berechnen. Die Faustregel ersetzt jedoch keine persönliche Haushaltsrechnung. Entscheidend ist, wie viel Geld nach allen Ausgaben regelmäßig übrig bleibt.

Das Haushaltsnettoeinkommen umfasst alle regelmäßigen Einkünfte Ihres Haushalts nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben, zum Beispiel Lohn, Gehalt, Rente oder Kindergeld. Bezahlbar ist die Rate nur aus dem Geld, das nach allen Lebenshaltungskosten zuverlässig übrig bleibt.

Die Kreditrate aus dem Haushaltsbudget ableiten

Beginnen Sie mit einer einfachen Rechnung:

Tragbarer Monatsüberschuss
= Haushaltsnettoeinkommen
- laufende Ausgaben
- erwartete Mehrkosten
- Sparbetrag und Rücklagen

Zwischen diesem Überschuss und der Kreditrate sollte ein Sicherheitsabstand bleiben. Die Verbraucherzentrale empfiehlt, ungefähr zehn Prozent Luft einzuplanen. Die Rate sollte deshalb unter dem monatlichen Überschuss liegen, damit ein Puffer bleibt.

Die Rechnung ist nur zuverlässig, wenn Sie alle Einnahmen und Ausgaben erfassen. In einem Haushaltsbuch der Verbraucherzentrale können Sie regelmäßige und schwankende Beträge getrennt notieren.

Welche Ausgaben gehören in die Rechnung?

Berücksichtigen Sie alle Kosten, die Ihr Haushalt tatsächlich trägt. Dazu gehören unter anderem:

  • Miete oder bestehende Kreditraten
  • Strom, Heizung, Wasser und Nebenkosten
  • Lebensmittel und Drogerie
  • Auto, öffentliche Verkehrsmittel, Kraftstoff und Reparaturen
  • Versicherungen und Beiträge
  • Telefon, Internet und Abonnements
  • Kleidung, Freizeit und Urlaub
  • Unterhalt, Betreuungskosten und Ausgaben für Kinder
  • Medikamente und regelmäßige Gesundheitskosten
  • Rücklagen für Reparaturen, Ersatzkäufe und jährliche Rechnungen

Teilen Sie Jahreskosten durch zwölf. Bei einer jährlich fälligen Versicherung gehört der zwölfte Teil des Jahresbetrags in Ihr Monatsbudget. Das gilt auch für Grundsteuer, Wartungen, Vereinsbeiträge, Urlaub und wiederkehrende Kfz-Kosten.

Auch seltene Ausgaben müssen Sie einplanen. Prüfen Sie deshalb Ihre Kontoauszüge der vergangenen zwölf Monate. So finden Sie Kosten, die in einem einzelnen Monatsbudget leicht fehlen.

Die 35-Prozent-Regel richtig einordnen

Einige Budgetrechner setzen 35 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens als maximale Monatsrate an. Der Budgetrechner von Dr. Klein verwendet diesen Wert als Grundlage und weist zugleich darauf hin, dass die maximale Rate nicht ausgereizt werden sollte. Im Rechner lässt sich zwar auch ein höherer Wert auswählen, doch die technische Auswahl macht die Rate nicht automatisch tragbar.

Beispiel für die Orientierung

Sie können die Prozentregel auf Ihr Haushaltsnettoeinkommen anwenden. Sie ersetzt jedoch keine persönliche Haushaltsrechnung.

Die Tabelle zeigt nur die Einkommensregel. Sie ersetzt keine Haushaltsrechnung.

Viele Banken nennen bei Immobilienfinanzierungen auch 40 Prozent des Nettoeinkommens als Orientierung.

Balkendiagramm mit zwei Orientierungswerten für Immobilienfinanzierungen: 35 Prozent des Haushaltsnettoeinkommens als Faustregel und 40 Prozent als häufig genannte Bankorientierung. Die Verbraucherzentrale weist auf diese häufige Bankregel hin. Für Ihre eigene Planung sollten Sie die höhere Grenze nicht als Ziel verwenden. Die individuelle Haushaltsrechnung und ein Puffer sind aussagekräftiger als ein pauschaler Prozentsatz.

Die bisherige Lebensführung als Belastungstest nutzen

Prüfen Sie zuerst, wie viel Geld Ihnen bisher für Wohnen und Sparen zur Verfügung stand. Addieren Sie, was Sie in den vergangenen zwölf Monaten tatsächlich gespart haben, und berücksichtigen Sie Ihre regelmäßige Kaltmiete. Die Verbraucherzentrale nennt beide Werte als Anhaltspunkte für die Beurteilung einer Immobilienrate.

Ein Beispiel:

Sie zahlen regelmäßig Kaltmiete und sparen dauerhaft einen Betrag im Monat. Zusammen zeigen diese Werte, welcher Spielraum bisher für Wohnen und Sparen vorhanden ist. Eine neue Kreditrate, die diesen gesamten Spielraum aufbraucht, lässt jedoch keinen Platz für Nebenkosten, Instandhaltung, Versicherungen und unerwartete Ausgaben. Die Rate müsste deshalb darunter liegen und zusätzlich einen Reservebetrag lassen.

Bei einem allgemeinen Ratenkredit fällt die bisherige Miete nicht weg. Für ein Auto, eine Küche oder eine Umschuldung zählt daher vor allem der freie Betrag nach allen bestehenden Wohn- und Lebenshaltungskosten.

Zukünftige Veränderungen einrechnen

Eine Rate passt nur dann, wenn sie auch bei absehbaren Veränderungen tragbar bleibt. Prüfen Sie deshalb vor dem Vertragsabschluss:

  • Beginnt oder endet Elternzeit?
  • Ändert sich das Einkommen durch einen Arbeitsplatzwechsel?
  • Stehen Umzug, Familienzuwachs oder Betreuungskosten an?
  • Läuft ein bestehender Kredit bald aus?
  • Müssen Auto, Heizung, Haushaltsgeräte oder andere größere Anschaffungen ersetzt werden?
  • Steigen Wohnkosten oder Versicherungsbeiträge absehbar?

Berücksichtigen Sie Zuschläge und unsichere Einkünfte nur vorsichtig. Boni, Überstunden, Trinkgelder und unregelmäßige Aufträge sollten nicht die Grundlage der Rate bilden. Planen Sie mit dem Einkommen, das Ihnen dauerhaft und verlässlich zur Verfügung steht.

Auch ein bald auslaufender Kredit schafft nicht automatisch zusätzlichen Spielraum. Wenn Sie die frei werdende Rate weiter sparen, entsteht eine Rücklage. Wenn Sie sie vollständig für den neuen Kredit verplanen, fehlt dieser Puffer bei einer unerwarteten Belastung.

Sicherheitsmarge und Notfallreserve trennen

Die zehn Prozent Abstand zwischen Überschuss und Rate sind ein Rechenpuffer. Eine Notfallreserve ist zusätzlich sinnvoll. Sie schützt vor Kosten, die sich nicht genau vorhersagen lassen, etwa einer größeren Reparatur, einer längeren Krankheit oder einer vorübergehenden Einkommensminderung.

Planen Sie nicht jede freie Summe für die Tilgung ein. Besonders bei einer Immobilienfinanzierung müssen Sie außerdem Kosten für Instandhaltung, Versicherungen, Grundsteuer und laufende Nebenkosten berücksichtigen. Bei einem Ratenkredit kommen häufig weitere Ausgaben hinzu, die durch den Kreditgegenstand entstehen, etwa Wartung und Reparaturen eines Autos.

Prüfen Sie, ob nach der Rate jeden Monat noch Geld für Rücklagen und unerwartete Rechnungen übrig bleibt. Geht die Rechnung nur auf, wenn Sie Ihr Budget vollständig ausschöpfen, ist die Rate zu hoch.

Kreditbetrag, Laufzeit und Rate gemeinsam prüfen

Eine niedrige Monatsrate bedeutet nicht automatisch einen günstigen Kredit. Eine längere Laufzeit senkt die monatliche Belastung, erhöht aber häufig die Gesamtkosten und bindet Sie länger. Vergleichen Sie deshalb nicht nur die Rate, sondern auch:

  • effektiver Jahreszins
  • Gesamtkosten des Kredits
  • Laufzeit
  • Anzahl der Raten und ihre Höhe
  • mögliche Sondertilgungen
  • Kosten bei vorzeitiger Rückzahlung
  • Bedingungen für Ratenaussetzung oder Laufzeitänderung

Der effektive Jahreszins soll die jährlichen Kreditkosten einschließlich wesentlicher weiterer Kostenfaktoren abbilden. Beim Vergleich von Angeboten ist er deshalb aussagekräftiger als der reine Sollzins. Achten Sie außerdem auf den sogenannten Zwei-Drittel-Zins. Er beschreibt den effektiven Jahreszins, den zwei Drittel der Kunden bei einem bestimmten Angebot erhalten. Eine auffällig niedrige Werbeangabe gilt nicht automatisch für Ihre persönliche Finanzierung.

Ein kleinerer Kreditbetrag senkt die Rate oft stärker als eine längere Laufzeit. Prüfen Sie deshalb zuerst, ob Sie den Kauf verschieben, einen Teil ansparen oder den Kreditbetrag reduzieren können. Bei einer Immobilienfinanzierung sollten eigene Mittel nach einer verbreiteten Faustregel mindestens die Kaufnebenkosten abdecken. Dazu zählen Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls Maklerkosten. Die konkrete Höhe hängt unter anderem vom Bundesland und vom Kaufpreis ab.

Die Rate vor dem Vertrag praktisch testen

Testen Sie die geplante Rate mehrere Monate lang, bevor Sie den Kredit aufnehmen. Überweisen Sie den vorgesehenen Betrag jeden Monat auf ein separates Tagesgeld- oder Rücklagenkonto. Beobachten Sie, ob Sie trotzdem laufende Rechnungen bezahlen, Rücklagen bilden und unerwartete Ausgaben auffangen können.

Dieser Test zeigt mehr als ein einzelner Monat mit niedrigen Ausgaben. Berücksichtigen Sie auch Monate mit höheren Kosten, etwa für Urlaub, Versicherungen oder Reparaturen. Wenn Sie den Betrag nur durch Überziehen des Girokontos, das Auflösen von Rücklagen oder den Verzicht auf notwendige Ausgaben aufbringen, passt die Rate nicht zu Ihrem Budget.

Halten Sie am Ende drei Werte schriftlich fest:

  1. den monatlichen Haushaltsnettoverdienst,
  2. den realistischen monatlichen Überschuss nach allen Ausgaben,
  3. die nach dem Sicherheitsabstand verbleibende Rate.

Die niedrigste dieser Grenzen bestimmt Ihre persönliche Obergrenze. Bei schwankendem Einkommen zählt der dauerhaft sichere Betrag, nicht der beste Monat.

Wenn die Rate später nicht mehr bezahlbar ist

Kontaktieren Sie den Kreditgeber sofort, wenn sich eine finanzielle Belastung abzeichnet. Warten Sie damit nicht mehrere Monate. Eine ausbleibende Rate kann zu Zahlungsverzug führen. Bei Immobilienkrediten gelten für eine Kündigung besondere Voraussetzungen: Die Verbraucherzentrale nennt unter anderem mindestens zwei aufeinanderfolgende rückständige Raten und einen Rückstand von insgesamt mindestens 2,5 Prozent des ursprünglichen Darlehensbetrags.

Bei einer Immobilienfinanzierung kann eine Kündigung im weiteren Verlauf auch den Verlust der Immobilie und eine Zwangsversteigerung bedeuten. Welche Schritte im Einzelfall möglich sind, hängt vom Vertrag und der Situation ab. Die Verbraucherzentrale zu Zahlungsschwierigkeiten bei Immobilienkrediten empfiehlt, frühzeitig Unterstützung zu suchen und nicht einfach Zahlungen einzustellen.

Kernaussagen

  • Rechnen Sie mit dem Haushaltsüberschuss: Ziehen Sie vom Nettoeinkommen alle laufenden, jährlichen und absehbaren Ausgaben ab, bevor Sie eine Rate festlegen.
  • Nutzen Sie 35 Prozent nur als Orientierung: Die Faustregel ersetzt keine persönliche Haushaltsrechnung und sollte nicht bis zur Grenze ausgereizt werden.
  • Lassen Sie etwa zehn Prozent Abstand: Zwischen dem monatlichen Überschuss und der Rate sollte ein Puffer für schwankende Kosten bleiben.
  • Testen Sie die Rate vorab: Überweisen Sie den geplanten Betrag mehrere Monate zurück und prüfen Sie, ob Rücklagen und unerwartete Rechnungen weiterhin möglich sind.
  • Vergleichen Sie die Gesamtkosten: Effektiver Jahreszins, Laufzeit und Gesamtbetrag sind für die Entscheidung wichtiger als eine besonders niedrige Monatsrate.

FAQ

Wie hoch darf meine Kreditrate bei einem bestimmten Nettoeinkommen sein?

Die 35-Prozent-Regel liefert eine grobe Orientierung, keine persönliche Empfehlung. Ziehen Sie zunächst Ihre tatsächlichen Ausgaben und den Sicherheitsabstand ab.

Soll ich die Rate auf 40 Prozent meines Nettoeinkommens erhöhen?

Eine Auswahl bis 40 Prozent findet sich in manchen Budgetrechnern, und viele Banken nennen 40 Prozent als obere Orientierung bei Immobilienfinanzierungen. Für Ihre private Planung sollten Sie diesen Wert nicht automatisch ausschöpfen, besonders wenn Ihr Einkommen schwankt oder hohe laufende Kosten anfallen.

Welche Ausgaben vergessen Verbraucher besonders häufig?

Häufig fehlen jährliche Versicherungen, Reparaturen, Urlaub, Kleidung, Gesundheitskosten und Ausgaben für Kinder. Teilen Sie Jahresbeträge durch zwölf und prüfen Sie Ihre Kontoauszüge über ein vollständiges Jahr.

Wie prüfe ich, ob eine Rate wirklich zu mir passt?

Führen Sie ein Haushaltsbuch, berechnen Sie den Überschuss nach allen Kosten und ziehen Sie einen Puffer ab. Überweisen Sie die geplante Rate anschließend mehrere Monate auf ein separates Konto. Wenn dadurch notwendige Ausgaben oder Rücklagen nicht mehr möglich sind, reduzieren Sie den Kreditbetrag oder verlängern Sie die Sparphase.

Was passiert, wenn ich eine Kreditrate nicht zahlen kann?

Sie können in Zahlungsverzug geraten, und der Kreditgeber kann je nach Vertrag weitere Schritte einleiten. Kontaktieren Sie den Kreditgeber sofort und lassen Sie sich bei Bedarf von einer anerkannten Schuldnerberatung oder der Verbraucherzentrale unterstützen.

Ist eine niedrige Monatsrate immer besser?

Eine niedrige Rate entlastet Ihr Monatsbudget, kann durch eine längere Laufzeit aber zu höheren Gesamtkosten führen. Vergleichen Sie deshalb effektiven Jahreszins, Gesamtbetrag und Laufzeit gemeinsam.

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