Wer in Deutschland einen Ratenkredit sucht, möchte meist eine niedrige Monatsrate und geringe Gesamtkosten. Ein Online-Kreditvergleich wie FINANZCHECK.de kann passende Angebote mehrerer Banken anzeigen. Günstig ist ein Kredit erst, wenn der effektive Jahreszins und der Gesamtbetrag für Ihre Anfrage niedrig sind.
Der effektive Jahreszins enthält neben dem Sollzins weitere verpflichtende Kreditkosten. Deshalb eignet er sich besser für den Vergleich als ein Werbezins mit dem Zusatz „ab“. Wichtig ist außerdem der sogenannte 2/3-Zins. Das ist der Zinssatz, den mindestens zwei Drittel der erfolgreichen Kunden für ein bestimmtes Beispiel erhalten sollen. Ihr persönlicher Zinssatz hängt unter anderem von Ihrem Einkommen, Ihren Ausgaben, der Kredithöhe, der Laufzeit und Ihrer Bonität ab.
FINANZCHECK.de vermittelt nach den vorliegenden Angaben Ratenkredite, Autokredite und Umschuldungen. Das Portal arbeitet mit mehreren Partnerbanken und ist für Verbraucher kostenlos, weil es seine Einnahmen über Provisionen der Banken erzielt. Die Vermittlung spart Zeit. Sie müssen trotzdem Kreditkosten, Vertragsbedingungen und den Umgang mit Ihren persönlichen Daten prüfen.
Was FINANZCHECK.de beim Kreditvergleich leistet
FINANZCHECK.de ist ein deutsches Vergleichsportal mit Sitz in Hamburg. Nach Angaben des Handelsblatts zu FINANZCHECK gehört das Unternehmen seit Februar 2021 zur Smava GmbH und tritt weiterhin als eigene Marke auf. Zu den genannten Partnerbanken zählen unter anderem ING, DKB und Commerzbank.
Das Portal vermittelt standardisierte Kredite. Sie geben Kreditbetrag, Laufzeit, Verwendungszweck und Angaben zu Ihrer finanziellen Situation ein. Danach prüft die Plattform, welche Partnerbanken grundsätzlich ein Angebot berechnen. Je nach Ihrer Situation werden unterschiedliche Angebote angezeigt.
Die Zahl der Partnerbanken zeigt nicht, wie viele Angebote für Sie verfügbar sind. Eine Bank kann wegen ihrer Annahmekriterien, Ihres Einkommens, bestehender Verpflichtungen oder der gewünschten Laufzeit ausscheiden. Nutzer berichten teilweise von wenigen angezeigten Angeboten, obwohl das Portal mehr als 20 Partnerbanken nennt. Sehen Sie die Ergebnisse deshalb als Auswahl aus dem Partnernetzwerk und nicht als vollständigen Marktvergleich.
So vergleichen Sie die Angebote richtig
1. Effektiven Jahreszins vergleichen
Sortieren Sie Angebote nicht nur nach der niedrigsten Monatsrate. Eine niedrige Rate ergibt sich häufig aus einer langen Laufzeit und führt dann zu höheren Gesamtkosten. Vergleichen Sie zuerst:
- den effektiven Jahreszins,
- den Gesamtbetrag,
- die Monatsrate,
- die Laufzeit,
- mögliche Kosten für Sondertilgungen oder eine vorzeitige Rückzahlung.
Der Kreditvergleich von Finanztip empfiehlt ebenfalls, den effektiven Jahreszins und die Bedingungen des Vertrags zu prüfen. Ein niedriger Werbezins gilt häufig nur für Kunden mit guter Bonität und bestimmten Kreditmerkmalen.
2. Den 2/3-Zins richtig einordnen
Der 2/3-Zins liefert eine realistischere Orientierung als ein „ab“-Zins. Er zeigt, welchen Zinssatz mindestens zwei Drittel der erfolgreichen Antragsteller im beworbenen Beispiel erhalten. Er ist trotzdem keine Zusage für Ihren persönlichen Antrag.
Achten Sie deshalb auf die Bedingungen des Beispiels:
- Welche Kreditsumme wurde verwendet?
- Welche Laufzeit gilt?
- Wurde ein bestimmter Verwendungszweck angenommen?
- Bezieht sich der Zins auf einen einzelnen Tarif oder auf mehrere Banken?
- Wird eine Restschuldversicherung vorausgesetzt oder nur zusätzlich angeboten?
3. Monatsrate und Gesamtbetrag gemeinsam prüfen
Ein Kredit mit niedriger Monatsrate ist nicht automatisch günstig. Ein Online-Kreditvergleich des Handelsblatts macht deutlich, warum Sie die monatliche Rate mit dem Gesamtbetrag gemeinsam betrachten sollten. Einzelne Beispielwerte sind nicht ohne Weiteres auf Ihre persönliche Anfrage übertragbar.
Welche Angaben Sie vor der Anfrage vorbereiten sollten
Wählen Sie einen Kreditbetrag, den Sie tatsächlich zurückzahlen können. Berechnen Sie dafür zuerst Ihr monatlich verfügbares Einkommen. Ziehen Sie von Ihren regelmäßigen Einnahmen alle festen Ausgaben ab. Zu diesen Ausgaben zählen Miete und Unterhalt. Rechnen Sie außerdem Versicherungen, bestehende Kreditraten sowie Rücklagen für unregelmäßige Kosten ein.
Als grobe Orientierung nennen Banken bei Finanzierungen häufig eine Belastungsgrenze von 40 Prozent des Nettoeinkommens. Die Verbraucherzentrale weist jedoch darauf hin, dass eine solche Quote die persönliche Haushaltsrechnung nicht ersetzt. Für einen Konsumentenkredit zählt Ihre individuelle finanzielle Reserve stärker als eine pauschale Prozentzahl.
Wählen Sie die Laufzeit so kurz, dass die Rate in Ihr Budget passt, aber nicht so lang, dass die Zinskosten unnötig steigen. Bei unsicherem Einkommen oder bereits hohen Verpflichtungen ist eine kleinere Kreditsumme oft sinnvoller als eine lange Laufzeit mit niedriger Rate.
SCHUFA-Anfrage und Datenschutz
Bei einem Kreditvergleich wird häufig zunächst eine Konditionsanfrage gestellt. Damit werden mögliche Kreditkonditionen berechnet. Nach den Angaben von Smava zum Kreditvergleich und Tarifcheck gilt sie als SCHUFA-neutral und soll den SCHUFA-Score nicht verschlechtern. Prüfen Sie vor dem Absenden trotzdem, welche Art von Anfrage im Formular genannt wird.
Eine verbindliche Kreditanfrage oder ein tatsächlicher Kreditantrag ist davon zu unterscheiden. Lesen Sie deshalb die Einwilligung und die Hinweise zur Datenverarbeitung, bevor Sie Ihre Daten übermitteln. Achten Sie besonders darauf, welche Partner Ihre Angaben erhalten und ob Sie einer telefonischen Kontaktaufnahme zustimmen.
FINANZCHECK.de gibt laut Handelsblatt an, dass der Datenschutz regelmäßig durch den TÜV Saarland geprüft wird. Das ist ein Hinweis auf einen Prüfprozess, ersetzt aber nicht Ihre eigene Kontrolle der Einwilligungstexte.
Einzelne Nutzer berichten laut Finanztip zu FINANZCHECK von wiederholten Anrufen. Sie schildern außerdem Kontakt trotz fehlenden Interesses und Nachfragen zu Online-Banking-Zugangsdaten. Solche Berichte sind keine Feststellung über jeden Vorgang, sollten aber zu Vorsicht führen. Geben Sie PINs, TANs oder Passwörter niemals an ein Vergleichsportal weiter. Wenn eine Bank zur Identitäts- oder Kontoprüfung einen bestimmten Zugang nutzt, prüfen Sie den Anbieter, den Zweck und die Einwilligung genau und brechen Sie den Vorgang bei Unklarheiten ab.
Zusatzprodukte verteuern den Kredit
Eine Restschuldversicherung übernimmt je nach Vertrag bei bestimmten Ereignissen die Raten oder die verbleibende Kreditsumme. Dazu gehören etwa Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit oder Tod. Die Bedingungen unterscheiden sich stark. Ausschlüsse begrenzen den Versicherungsschutz häufig.
Die Finanztip-Empfehlungen zu Krediten und die Hinweise von Smava warnen davor, eine Restschuldversicherung vorschnell abzuschließen. Sie erhöht die Gesamtkosten und ist bei vielen Ratenkrediten wirtschaftlich nicht sinnvoll. Prüfen Sie daher, ob der Kredit ohne Versicherung angeboten wird, wie hoch die Versicherungsprämie ist und welche Fälle tatsächlich versichert sind.
Auch eine scheinbar kleine Zusatzleistung verändert den Gesamtbetrag. Vergleichen Sie deshalb immer den Kredit ohne Zusatzprodukt und mit Zusatzprodukt. Entscheiden Sie erst danach, ob der Versicherungsschutz einen konkreten Bedarf abdeckt.
Wann ein Online-Vergleich besonders sinnvoll ist
Online-Kredite haben häufig geringere Vertriebskosten als Kredite aus einer Filiale. Diese Kostenersparnis kann sich in einem niedrigeren Zinssatz zeigen. Der Online-Kreditvergleich des Handelsblatts nennt diesen Kostenvorteil als einen Grund, warum Online-Angebote günstiger ausfallen können.
Ein Vergleich lohnt sich besonders bei:
- einem normalen Ratenkredit mit fester Laufzeit,
- einer geplanten Umschuldung,
- einem Autokredit,
- einem klar festgelegten Kreditbetrag und Verwendungszweck.
Bei komplizierten Finanzierungen, schwankendem Einkommen oder schwacher Bonität kann die Auswahl begrenzt sein. Ein Vergleichsportal entscheidet außerdem nicht unabhängig über die Kreditvergabe. Die jeweilige Partnerbank prüft den Antrag nach ihren eigenen Regeln.
Für eine Umschuldung sollten Sie den Ablösebetrag des bestehenden Kredits, mögliche Vorfälligkeitskosten und den neuen Gesamtbetrag zusammenrechnen. Eine niedrigere Monatsrate bedeutet nur dann eine Ersparnis, wenn die gesamten Kosten einschließlich einer längeren Laufzeit sinken.
Wenn nur wenige Angebote erscheinen
Wenige Ergebnisse zeigen nicht automatisch einen Fehler im Vergleich. Häufig passen Kreditbetrag, Laufzeit, Einkommen oder Verwendungszweck nicht zu den Annahmekriterien der Partnerbanken. Auch bestehende Ratenkredite und negative Zahlungserfahrungen beeinflussen die Auswahl.
Prüfen Sie zunächst, ob Ihre Angaben vollständig und korrekt sind. Ändern Sie den Kreditbetrag oder die Laufzeit nur dann, wenn die neue Variante zu Ihrem Budget und dem tatsächlichen Finanzierungsbedarf passt. Ein kleinerer Kredit mit kürzerer Laufzeit ist sinnvoller als eine größere Summe, die nur eine höhere Zusagewahrscheinlichkeit verspricht.
Unterschreiben Sie nicht unter Zeitdruck. Lassen Sie sich den vollständigen Vertrag, den effektiven Jahreszins, den Gesamtbetrag und alle Zusatzkosten anzeigen. Wenn ein Anbieter eine sofortige Entscheidung verlangt oder wiederholte Kontakte nicht beendet, können Sie die Anfrage abbrechen und eine schriftliche Löschung beziehungsweise Einschränkung der Kontaktaufnahme verlangen.
Kernaussagen
- Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins und den Gesamtbetrag: Ein niedriger „ab“-Zins oder eine kleine Monatsrate sagt allein wenig über die tatsächlichen Kreditkosten aus.
- Prüfen Sie die SCHUFA-Art der Anfrage: Eine Konditionsanfrage wird bei Vergleichsportalen häufig als SCHUFA-neutral beschrieben, eine verbindliche Kreditanfrage ist davon zu unterscheiden.
- Begrenzen Sie Zusatzkosten: Schließen Sie eine Restschuldversicherung nur ab, wenn der konkrete Versicherungsschutz den Preis rechtfertigt.
- Behandeln Sie FINANZCHECK.de als Partnerauswahl: Mehr als 20 Partnerbanken bedeuten nicht, dass jede Bank für Ihren persönlichen Fall ein Angebot abgibt.
- Geben Sie keine Online-Banking-Zugangsdaten weiter: PINs, TANs und Passwörter gehören nicht in die Hände eines Vergleichsportals oder Vermittlers.
FAQ
Ist FINANZCHECK.de kostenlos?
Nach den vorliegenden Angaben zahlen Verbraucher für den Kreditvergleich keine Gebühr. FINANZCHECK.de erhält seine Vergütung über Provisionen der Partnerbanken. Prüfen Sie trotzdem, ob ein konkreter Vertrag Vermittlungs- oder Zusatzkosten enthält.
Ist der Kreditvergleich bei FINANZCHECK.de SCHUFA-neutral?
Eine erste Konditionsanfrage wird bei Vergleichsportalen häufig SCHUFA-neutral gestellt. Prüfen Sie vor dem Absenden die genaue Bezeichnung im Formular, denn eine Konditionsanfrage ist etwas anderes als ein verbindlicher Kreditantrag.
Wie finde ich bei FINANZCHECK.de das günstigste Angebot?
Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins, den Gesamtbetrag und die Laufzeit. Kontrollieren Sie zusätzlich, ob eine Restschuldversicherung oder andere Zusatzleistung eingerechnet wurde und ob der angezeigte Zinssatz nur für bestimmte Bonitätsmerkmale gilt.
Warum werden mir nur wenige Angebote angezeigt?
Partnerbanken wenden unterschiedliche Annahmekriterien an. Einkommen, Ausgaben, bestehende Kredite, Laufzeit, Kredithöhe und Bonität können dazu führen, dass nur wenige Angebote passen. Eine größere Zahl von Partnerbanken garantiert deshalb keine große Zahl persönlicher Angebote.
Muss ich Online-Banking-Daten an FINANZCHECK.de weitergeben?
Geben Sie PINs, TANs und Passwörter nicht weiter. Wenn eine Kontoprüfung verlangt wird, lesen Sie den Zweck und die Einwilligung genau, prüfen Sie den beteiligten Dienst und brechen Sie den Vorgang bei unklaren oder ungewöhnlichen Anforderungen ab.
Ist eine Restschuldversicherung sinnvoll?
Das hängt vom konkreten Vertrag und Ihrem persönlichen Risiko ab. Die Versicherung erhöht die Kreditkosten und enthält häufig Ausschlüsse; vergleichen Sie den Kredit deshalb zuerst ohne Versicherung und prüfen Sie danach den tatsächlichen Mehrwert.
Was mache ich, wenn ich nach dem Vergleich unerwünschte Anrufe erhalte?
Widerrufen Sie eine erteilte Kontakt- oder Werbeeinwilligung und verlangen Sie, dass die Anrufe beendet werden. Dokumentieren Sie Datum, Rufnummer und Inhalt der Kontakte. Bei anhaltenden Werbeanrufen können Sie sich über Ihre Rechte bei einer Verbraucherzentrale informieren.