Vor einer Kreditzusage prüft eine Bank vor allem drei Punkte: Wer beantragt den Kredit? Wie regelmäßig kommt das Einkommen? Wie wahrscheinlich ist die Rückzahlung? Dafür verlangt sie je nach Kreditgeber und Produkt persönliche Angaben, Nachweise zur finanziellen Lage und eine Bonitätsprüfung.
Zur Kreditwürdigkeit gehört häufig das sogenannte Scoring. Dabei bewertet eine Auskunftei anhand bestimmter Daten, wie wahrscheinlich pünktliche Zahlungen sind. Ein niedriger Score kann dazu führen, dass die Bank keinen Kredit anbietet oder schlechtere Konditionen verlangt. Die Verbraucherzentrale erklärt die Bonitätsprüfung und die dabei verwendeten Daten verständlich.
Alle Banken verlangen nicht dieselben Unterlagen. Welche Nachweise nötig sind, hängt vom Kreditgeber, der Kredithöhe, dem Verwendungszweck und der persönlichen Situation ab. Wichtig ist deshalb nicht, möglichst viele Dokumente einzureichen. Entscheidend sind klare und widerspruchsfreie Antworten auf die Fragen der Bank.
Diese Informationen prüft die Bank
Identität und Kontoverbindung
Die Bank muss prüfen, wer den Kredit beantragt und auf welches Konto sie das Geld überweist. Dafür braucht sie persönliche Angaben wie Name, Geburtsdatum und aktuelle Anschrift. Ein gültiges Ausweisdokument ist für die Identifizierung erforderlich. Bei Direktbanken erfolgt der Identitätsnachweis häufig über Videoident oder Postident, wie die BaFin zur Kontoeröffnung beschreibt.
Ein deutsches Girokonto kann als Referenzkonto verlangt werden. Das ist jedoch keine allgemeine Vorgabe für jede Bank. Beim beschriebenen Kreditprozess der Bank of Scotland gehören ein deutscher Wohnsitz und ein deutsches Girokonto zu den dort genannten Voraussetzungen. Diese Angaben gelten für diesen Anbieter und nicht automatisch für andere Banken.
Halten Sie das Ausweisdokument bereit und prüfen Sie, ob Name und Anschrift im Antrag mit den Angaben bei der Bank übereinstimmen. Abweichungen, etwa nach einem Umzug oder einer Namensänderung, sollten Sie vor dem Antrag erklären.
Einkommen und monatliche Belastungen
Die Bank prüft, ob nach den laufenden Kosten noch genug Geld für die Kreditrate bleibt. Deshalb fragt sie im Antrag nach dem Einkommen und nach bestehenden finanziellen Verpflichtungen. Dazu zählen beispielsweise bereits laufende Kredite, Unterhaltszahlungen oder andere regelmäßige Belastungen, sofern sie im jeweiligen Antrag vorgesehen sind.
Welche Belege die Bank verlangt, ist nicht bei allen Anbietern gleich. Je nach Anbieter können weitere Nachweise nötig sein. Dazu gehören zum Beispiel Dokumente zur Einkommenssituation. Eine allgemeine Liste für Arbeitnehmer, Selbstständige, Rentner oder Studierende lässt sich daraus nicht ableiten.
Die Angaben im Antrag müssen zu den Nachweisen passen. Gibt jemand im Antrag ein höheres Einkommen an, als die Unterlagen zeigen, stellt die Bank meist Rückfragen. Das verzögert die Prüfung. Auch unvollständige Angaben zu bestehenden Verpflichtungen können die Kreditentscheidung erschweren.
Praktische Vorbereitung:
- Geben Sie nur regelmäßige und belegbare Einnahmen an.
- Listen Sie bestehende Kreditraten und andere dauerhafte Belastungen vollständig auf.
- Erklären Sie schwankende Einnahmen, statt einen besonders guten Monat als dauerhaften Wert darzustellen.
- Fragen Sie vor dem Einreichen, welche konkreten Unterlagen der Kreditgeber akzeptiert.
Bonitätsdaten und Zahlungserfahrungen
Für die Bonitätsprüfung können Banken Auskunfteien wie die SCHUFA nutzen, die unter anderem Angaben zu Identität und Anschrift sowie Informationen zu bestimmten Konten, Krediten und Zahlungsverläufen speichern. Nicht pünktliche Zahlungen, eine Kreditkündigung oder ein Vollstreckungsbescheid können sich nachteilig auf die Bewertung auswirken. Die Verbraucherzentrale erläutert typische SCHUFA-Einträge.
Der Score beschreibt Ihre finanzielle Situation nicht vollständig und entscheidet nicht automatisch über den Kredit. Wie er berechnet wird, hängt von der Auskunftei ab. Außerdem legt nicht jede Bank ihre vollständigen internen Entscheidungskriterien offen. Ein guter Score allein führt deshalb nicht automatisch zu einer Kreditzusage.
Die Bank prüft auch die Angaben im Antrag und die verlangten Unterlagen. Stimmen Auskunft, Antrag und Nachweise nicht überein, kann sie Rückfragen stellen.
Verwendungszweck und Sicherheiten
Bei einem frei verwendbaren Ratenkredit ist nicht bei jedem Angebot ein Kauf- oder Verwendungsnachweis nötig. Bei einem zweckgebundenen Kredit kann die Bank dagegen prüfen, ob das Geld tatsächlich für den vereinbarten Zweck verwendet wird.
Beim beschriebenen Autokredit der Bank of Scotland ist ein Kaufvertrag als Nachweis für den Fahrzeugkauf erforderlich. Beim dort genannten frei verwendbaren Ratenkredit wird dagegen kein Verwendungsnachweis verlangt. Das Beispiel zeigt, warum die Produktart die Unterlagen bestimmt.
Entscheidungsregel: Prüfen Sie vor dem Antrag, ob der Kredit zweckgebunden ist. Wenn der Verwendungszweck eine Voraussetzung ist, reichen Sie den passenden Vertrag oder Beleg ein. Wenn der Kredit frei verwendbar ist, sollten Sie keinen unnötigen Nachweis erstellen, sondern die Produktbedingungen beachten.
Welche Nachweise wirklich zählen
Die folgende Übersicht zeigt, was ein Nachweis belegt und was Sie tun können, wenn er fehlt. Sie ersetzt nicht die Vorgaben des Kreditgebers, erklärt aber, wie die Prüfung abläuft.
| Nachweis oder Information | Was die Bank damit prüft | Wenn der Nachweis fehlt |
|---|---|---|
| Ausweisdokument | Identität und persönliche Daten | Nachfragen, welches Identifizierungsverfahren akzeptiert wird, etwa Videoident oder Postident |
| Angaben zu Einkommen | Finanzielle Leistungsfähigkeit und mögliche Rate | Den Kreditgeber nach einem anderen akzeptierten Einkommensbeleg fragen und Einnahmen nicht schätzen |
| Angaben zu bestehenden Verpflichtungen | Bereits gebundener Teil des monatlichen Budgets | Alle laufenden Raten und regelmäßigen Zahlungen offenlegen und fehlende Unterlagen gezielt nachreichen |
| Daten einer Auskunftei | Zahlungserfahrungen und statistische Kreditwürdigkeit | Kostenlose Selbstauskunft einholen und falsche oder veraltete Daten berichtigen lassen |
| Deutsches Girokonto oder Referenzkonto | Auszahlung und gegebenenfalls Rückzahlung | Prüfen, ob der Anbieter ein anderes Konto akzeptiert; die Vorgabe ist bankabhängig |
| Kaufvertrag bei zweckgebundenem Autokredit | Tatsächlicher Fahrzeugkauf | Den Vertrag oder den von der Bank verlangten gleichwertigen Verwendungsnachweis einreichen |
| Zusätzliche Unterlagen des Kreditgebers | Offene Fragen aus dem Einzelfall | Nicht beliebige Dokumente sammeln, sondern die konkrete Rückfrage schriftlich klären |
Ein Nachweis ist besonders aussagekräftig, wenn er die offene Frage direkt beantwortet: Ein Identitätsdokument belegt die Identität, ein Einkommensbeleg das Einkommen und ein Kaufvertrag den vereinbarten Zweck. Ein beliebiger Kontoauszug ersetzt deshalb nicht automatisch einen verlangten Einkommens- oder Verwendungsnachweis.
Fehlende Unterlagen sinnvoll ersetzen
Erst die akzeptierte Alternative erfragen
Wenn ein Dokument fehlt, kann der Antragsteller nicht selbst bestimmen, ob ein anderes gleichwertig ist. Die Bank entscheidet, welche Unterlagen sie akzeptiert. Fragen Sie deshalb kurz und konkret nach, statt ungeprüft mehrere Dokumente hochzuladen.
Beispiel:
„Der angeforderte Nachweis liegt mir derzeit nicht vor. Welche alternative Unterlage akzeptieren Sie für die Prüfung meiner regelmäßigen Einnahmen?“
Die Frage schreibt der Bank keine bestimmte Lösung vor, klärt aber den nächsten Schritt. Je nach Situation kann der Kreditgeber einen anderen offiziellen Beleg akzeptieren. Welche Alternative gilt, entscheidet er im Einzelfall.
Schwankende oder besondere Einnahmen offen erklären
Bei unregelmäßigen Einnahmen sollte die Erklärung zur tatsächlichen Situation passen. Selbstständige, Freiberufler, Rentner, Studierende oder Personen mit mehreren Einkommensquellen benötigen nicht automatisch dieselben Unterlagen wie Angestellte. Die vorliegenden Nachweise belegen keine allgemeine Dokumentenliste für diese Gruppen.
Stellen Sie die Informationen deshalb geordnet dar:
- Welche Einnahmequelle besteht?
- Wie regelmäßig fließt das Geld?
- Welche Unterlage belegt diese Einnahmequelle?
- Welche monatlichen Verpflichtungen stehen dem gegenüber?
Wer beispielsweise mehrere Einnahmequellen hat, sollte sie getrennt aufführen, statt daraus einen einzigen unklaren Durchschnittswert zu bilden. Die Bank kann dann gezielter mitteilen, welcher Beleg noch fehlt.
Fehlerhafte Bonitätsdaten zuerst prüfen
Fehlen verlässliche Bonitätsdaten oder erscheinen sie widersprüchlich, helfen frei gewählte Ersatzunterlagen nicht weiter. Der erste Schritt ist eine kostenlose Selbstauskunft bei der betreffenden Auskunftei. Die Verbraucherzentrale beschreibt, wie Sie eine Auskunft anfordern.
Prüfen Sie dabei insbesondere:
- Ist die Anschrift aktuell?
- Gehört jeder aufgeführte Vertrag tatsächlich zu Ihnen?
- Sind erledigte oder veraltete Forderungen noch aufgeführt?
- Stimmen Beträge und Zahlungsstatus?
- Wurde eine Forderung möglicherweise doppelt gemeldet?
Bei einem Fehler sollten Sie sowohl die Auskunftei als auch das meldende Unternehmen kontaktieren. Falsche, unvollständige, unzulässige oder veraltete Daten können berichtigt werden. Eine Korrektur benötigt jedoch Zeit und führt nicht automatisch zu einer Kreditentscheidung.
Wenn ein Anbieter wegen eines Scorewerts ablehnt oder schlechtere Konditionen anbietet, können Sie zunächst beim Anbieter nachfragen, welcher Score maßgeblich war. Anschließend können Sie bei der Auskunftei erläutern lassen, welcher Wert verwendet wurde und wie er zustande kam.
Nicht mit vielen Anträgen gegensteuern
Mehrere Kreditanfragen bei verschiedenen Banken können die Übersicht erschweren und weitere Rückfragen auslösen. Achten Sie darauf, ob ein Anbieter eine Konditionsanfrage oder eine Kreditanfrage verwendet. Lassen Sie sich vor der Antragstellung erklären, wie die Anfrage an die Auskunftei gemeldet wird.
Vergleichen Sie zunächst die Voraussetzungen und den effektiven Jahreszins. Stellen Sie danach den Antrag bei dem Anbieter, dessen Anforderungen zu Ihrer Situation passen. Ein Vergleich ersetzt keine vollständigen Angaben, verhindert aber unnötige Anträge bei ungeeigneten Produkten.
Was die Bank nicht einfach durch eigene Unterlagen ersetzt
Ein fehlender Nachweis kann nicht einfach durch ein anderes Dokument ersetzt werden. Besonders problematisch sind:
- selbst erstellte Bescheinigungen ohne nachvollziehbare Grundlage,
- geschätzte oder aufgerundete Einkommenswerte,
- unvollständige Angaben zu bestehenden Krediten,
- fremde Kontoauszüge oder Unterlagen anderer Personen,
- Kaufbelege, die nicht zum vereinbarten Verwendungszweck passen.
Ein zusätzlicher Darlehensnehmer oder eine Bürgschaft kann die Prüfung verändern, ist aber keine bloße Ersatzbescheinigung. Damit übernimmt eine weitere Person rechtliche und finanzielle Verantwortung. Diese Option sollte nur nach genauer Prüfung der Haftungsfolgen gewählt werden.
Auch Angebote, die mit einer Kreditentscheidung ohne Bonitätsprüfung werben, sind kein Beleg für eine allgemeine bankübliche Vorgehensweise. Eine Bank darf ihre Prüfung nicht durch ein beliebiges Dokument ersetzen, wenn zentrale Angaben zu Identität, Rückzahlungsfähigkeit oder bestehenden Verpflichtungen fehlen.
So bereiten Sie den Antrag vor
Bei der Vorbereitung kommt es vor allem auf widerspruchsfreie Angaben an:
- Eigene Daten prüfen: Name, Geburtsdatum und Anschrift müssen aktuell sein.
- Finanzlage aufschreiben: Erfassen Sie regelmäßige Einnahmen, laufende Kreditraten und weitere dauerhafte Belastungen.
- Bonitätsauskunft kontrollieren: Klären Sie falsche oder veraltete Einträge vor dem Antrag.
- Produkt prüfen: Unterscheiden Sie zwischen frei verwendbarem und zweckgebundenem Kredit.
- Anbieter fragen: Lassen Sie sich die akzeptierten Nachweise und das Verfahren für fehlende Dokumente nennen.
- Unterlagen ordnen: Benennen Sie Dateien eindeutig und reichen Sie Nachweise vollständig ein.
- Konditionen vergleichen: Achten Sie nicht nur auf die Monatsrate, sondern auch auf den effektiven Jahreszins und die Gesamtkosten.
Die Monatsrate allein zeigt nicht die gesamte Belastung. Bei einer längeren Laufzeit können trotz niedriger Rate höhere Gesamtkosten entstehen. Prüfen Sie deshalb, ob Sie die Rate auch bei ungeplanten Ausgaben zahlen können.
Kernaussagen
- Prüfen Sie zuerst die Rückzahlungsfähigkeit: Banken wollen nachvollziehen, ob Einkommen und laufende Belastungen dauerhaft zur Kreditrate passen.
- Kontrollieren Sie Ihre Bonitätsdaten: Eine kostenlose Selbstauskunft hilft, falsche oder veraltete Einträge vor dem Antrag zu erkennen und berichtigen zu lassen.
- Fragen Sie nach akzeptierten Alternativen: Fehlt ein Dokument, ersetzt die Bank es nur durch einen Nachweis, den sie für den konkreten Fall akzeptiert.
- Passen Sie den Nachweis an den Kredit an: Bei zweckgebundenen Krediten zählt der passende Verwendungsbeleg, während ein frei verwendbarer Ratenkredit andere Anforderungen haben kann.
- Vermeiden Sie widersprüchliche Angaben: Einkommen, Verpflichtungen, Auskunfteidaten und eingereichte Unterlagen müssen ein zusammenhängendes Bild ergeben.
FAQ
Welche Unterlagen verlangen Banken bei einem Kredit?
Das hängt vom Kreditgeber und vom Produkt ab. Geprüft werden typischerweise Identität, persönliche Angaben, Einkommen, bestehende finanzielle Verpflichtungen und die Kreditwürdigkeit; bei zweckgebundenen Krediten kommt ein passender Verwendungsnachweis hinzu.
Reicht ein guter SCHUFA-Score für eine Kreditzusage?
Nein. Der Score ist ein Bestandteil der Bonitätsprüfung, aber die Bank berücksichtigt auch Angaben zur finanziellen Situation und ihre eigenen Entscheidungskriterien. Ein guter Score ersetzt daher keine vollständigen und korrekten Antragsangaben.
Was kann ich tun, wenn ein verlangter Nachweis fehlt?
Fragen Sie den Kreditgeber, welche alternative Unterlage er akzeptiert. Reichen Sie nicht eigenständig irgendein anderes Dokument ein, weil ein Kontoauszug oder eine Selbsterklärung einen bestimmten Nachweis nicht automatisch ersetzt.
Wie finde ich heraus, ob ein SCHUFA-Eintrag falsch ist?
Fordern Sie eine kostenlose Selbstauskunft an und prüfen Sie Verträge, Beträge, Zahlungsstatus und Anschrift. Bei Fehlern wenden Sie sich an die Auskunftei und zusätzlich an das Unternehmen, das den Eintrag gemeldet hat.
Was gilt bei unregelmäßigem Einkommen?
Trennen Sie die Einnahmequellen, erklären Sie deren Regelmäßigkeit und fragen Sie nach den dafür akzeptierten Belegen. Für Selbstständige, Freiberufler, Rentner und Studierende gelten keine einheitlichen, für alle Banken belegten Unterlagenregeln.
Brauche ich für jeden Kredit einen Verwendungsnachweis?
Nein. Das hängt vom Kreditvertrag ab. Ein zweckgebundener Autokredit kann einen Kaufvertrag verlangen, während ein frei verwendbarer Ratenkredit beim beschriebenen Anbieter ohne solchen Nachweis auskommt.
Was passiert, wenn meine Anschrift im Antrag nicht aktuell ist?
Die Bank kann zusätzliche Rückfragen stellen oder die Identifizierung nicht abschließen. Aktualisieren Sie die Anschrift vor dem Antrag und erklären Sie gegebenenfalls, warum ältere Unterlagen noch eine frühere Adresse enthalten.