Wenn Sie eine Wohnung mieten und die Kaution nicht auf einmal hinterlegen möchten, kann eine Mietkautionsversicherung eine Alternative sein. Dabei gibt der Versicherer Ihrem Vermieter eine Bürgschaft. Damit verspricht er, im vereinbarten Umfang für Ihre Verpflichtungen aus dem Mietverhältnis einzustehen. Dafür zahlen Sie laufende Beiträge, die beim Auszug nicht zurückkommen. Zahlt der Versicherer Geld an den Vermieter, fordert er den Betrag von Ihnen zurück.
Die Jahresbeiträge unterscheiden sich je nach Anbieter und Kautionshöhe. Ihre Gesamtkosten hängen vom Anbieter, der Kautionshöhe und der Zahlungsweise ab. Vergleichen Sie deshalb die Beiträge für die gesamte geplante Mietdauer.
Mit diesen Beiträgen können Sie rechnen
Eine Mietkautionsversicherung berechnet den Beitrag meist als Anteil der Kautionssumme. Wie eine Finanztip-Stichprobe vom Oktober 2025 zeigt, unterscheiden sich die Beiträge je nach Anbieter. Auch die Zahlungsweise zählt: Finanztip weist bei einem Angebot darauf hin, dass die monatliche Zahlung teurer ausfällt als die jährliche. Lassen Sie sich daher immer den Gesamtbetrag für zwölf Monate nennen, wenn Sie monatlich zahlen möchten.
Zusatzkosten und Rückzahlung
Neben dem laufenden Beitrag können Bearbeitungskosten oder andere Gebühren anfallen. Ob solche Kosten entstehen, wie hoch sie sind und ob bei einer Kündigung noch Beiträge anfallen, steht im jeweiligen Vertrag. Prüfen Sie außerdem, ob die Bürgschaft automatisch mit dem Ende des Mietverhältnisses endet oder ob Sie sie ausdrücklich kündigen und die Bürgschaftsurkunde zurückgeben müssen.
Hier geht es zum passenden Kredit
Die Beiträge bauen keine Rücklage für spätere Schäden auf. Zahlt der Versicherer Geld an den Vermieter, müssen Sie ihm den Betrag erstatten. Die Versicherung erspart Ihnen zunächst, die Kaution selbst bereitzustellen. Für berechtigte Forderungen bleiben Sie verantwortlich.
Mit Barkaution und Versicherung fair vergleichen
Bei einer Barkaution zahlen Sie Geld ein, das Ihnen nach dem Mietverhältnis grundsätzlich zurückgezahlt wird, soweit keine berechtigten Forderungen bestehen. Für die Versicherung zahlen Sie dagegen jedes Jahr erneut. Die Beiträge summieren sich über die Mietdauer. Sie erhalten diese nicht zurück.
Eine Barkaution bindet zwar Ihr Geld. Wenn Sie sie nicht auf einmal zahlen können, dürfen Sie eine Wohnraum-Mietkaution nach § 551 BGB in drei gleichen Monatsraten leisten: Die erste Rate ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig, die beiden weiteren in den folgenden Monaten. Die Kaution darf höchstens drei Monatskaltmieten betragen. Diese Regeln erläutert Finanztip zur Mietkaution.
Auch ein Kautionskonto kann Kosten verursachen. Erfragen Sie mögliche einmalige Kontogebühren und vergleichen Sie diese mit den Versicherungsbeiträgen über mehrere Jahre. Fragen Sie außerdem, wer die Kontogebühr trägt. Sie zahlen die Kaution ein, statt jedes Jahr einen nicht erstattungsfähigen Beitrag zu zahlen.
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Bevor Sie eine Versicherung abschließen, holen Sie die schriftliche Zustimmung des Vermieters ein. Eine Bürgschaft muss akzeptiert werden, damit sie die vereinbarte Kaution ersetzt. Bitten Sie mindestens zwei Anbieter um ein Angebot für denselben Kautionsbetrag. Vergleichen Sie den Gesamtpreis für ein Jahr, mögliche Gebühren und die Kündigungsregel. Rechnen Sie den Jahresbeitrag anschließend mit der voraussichtlichen Mietdauer hoch.
FAQ
Bekomme ich die Versicherungsbeiträge beim Auszug zurück?
Nein. Mit den Beiträgen bezahlen Sie dafür, dass der Versicherer die Bürgschaft stellt. Beim Ende des Mietverhältnisses werden sie grundsätzlich nicht erstattet. Fragen Sie im Vertrag nach, ob eine Kündigung unterjährig möglich ist und wie der Beitrag dann abgerechnet wird.
Muss ich zahlen, wenn der Versicherer den Vermieter entschädigt?
Ja. Zahlt der Versicherer Geld an den Vermieter, fordert er den ausgezahlten Betrag von Ihnen zurück. Die Versicherung schützt Sie daher nicht vor berechtigten Ansprüchen aus dem Mietverhältnis.
Was passiert, wenn mein Vermieter die Bürgschaft nicht akzeptiert?
Dann ersetzt die Bürgschaft die verlangte Kaution nicht. Klären Sie die Annahme deshalb schriftlich, bevor Sie einen Vertrag abschließen oder Beiträge zahlen.
Ist eine Mietkautionsversicherung bei langer Mietdauer günstiger?
Das hängt von der Kautionshöhe, dem Beitrag und der Mietdauer ab. Da der Beitrag jedes Jahr anfällt und die Barkaution grundsätzlich zurückgezahlt wird, spricht bei längerer Mietdauer häufig die Kostenrechnung für die Barkaution, sofern Sie das Geld aufbringen können.
Kernaussagen
- Rechnen Sie über die Mietdauer: Addieren Sie die Beiträge für die gesamte Mietzeit. Sie bekommen sie nicht zurück.
- Prüfen Sie alle Gebühren: Fragen Sie nach Bearbeitungskosten, Mehrkosten bei monatlicher Zahlung und der Abrechnung bei Kündigung.
- Klären Sie die Annahme vorher: Lassen Sie sich vom Vermieter schriftlich bestätigen, dass er die Bürgschaft akzeptiert.
- Vergleichen Sie mit der Barkaution: Deren Betrag bleibt grundsätzlich rückzahlbar; bei Bedarf können Sie die Kaution in drei Monatsraten zahlen.