Wenn Sie einen Kredit aufnehmen, ein Girokonto eröffnen oder eine Wohnung anmieten wollen, verlangen Banken, Vermieterinnen und Vermieter häufig eine Selbstauskunft. Das ist ein Formular, in dem Sie Einkommen, Ausgaben, Arbeitgeber und bestehende Verpflichtungen angeben. Wirkt die Selbstauskunft unvollständig, kommen Rückfragen. Die Bearbeitung dauert länger, oder der Antrag scheitert. Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland geht es darum, die eigene Kreditwürdigkeit (Bonität) zu prüfen und den Antrag ohne vermeidbare Fehler durchzubringen.
Zwei Begriffe müssen Sie unterscheiden. Die Selbstauskunft gegenüber der Bank ist die Erklärung, die Sie selbst ausfüllen. Die Datenauskunft fordern Sie bei einer Auskunftei wie der Schufa an. Darin sehen Sie, welche Informationen über Sie gespeichert sind. Beide hängen zusammen: Die Bank prüft Ihre Angaben gegen Kontoauszüge und Belege und fragt zusätzlich einen Score bei der Schufa ab. Der Score ist eine Zahl, die angeben soll, wie wahrscheinlich Sie Ihre Rechnungen bezahlen. Je schlechter der Score, desto schwerer wird es, ein Konto oder einen Kredit zu bekommen.
Der wichtigste Fehler ist, das Formular auszufüllen, ohne vorher zu wissen, was über Sie gespeichert ist. Wer die eigenen Daten kennt, Lücken erklärt und Belege mitschickt, gibt der Bank die Möglichkeit, die Bonität richtig einzuschätzen. Darauf kommt es an: Daten prüfen, Unterlagen zusammenstellen, Formular vollständig und wahrheitsgemäß ausfüllen.
Warum die Bank eine unvollständige Selbstauskunft kritisch sieht
Wer gewerblich Kredite vergibt, ist gesetzlich dazu verpflichtet, vorab zu prüfen, ob der Kreditnehmer den Kredit zurückzahlen kann. Die Bank ermittelt dafür das Einkommen, die Einkommenssicherheit und die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben. Eine unvollständige Selbstauskunft lässt offen, ob nach Abzug von Miete, Raten und Lebenshaltung genug Geld für die neue Rate bleibt.
Deshalb können Sie mit einer umfassenden Bonitätsprüfung rechnen, sobald Sie einen Antrag stellen. Die Kreditbearbeiterin gleicht Ihre Angaben mit Kontoauszügen ab und prüft, ob Ihr Einkommen stabil wirkt. Wirkt die Selbstauskunft unvollständig, hat die Bank zwei Optionen: nachfragen oder ablehnen. Nachfragen kostet Zeit. Ablehnen ist für die Bank schneller und ohne Risiko, wenn sich ein Teil der Angaben nicht belegen lässt.
Eine Ablehnung liegt oft an kleinen Details: einer fehlenden Erklärung für unregelmäßige Eingänge, einem übersehenen Ratenkredit oder einer nicht genannten Kreditkarte. Je vollständiger und nachvollziehbarer Ihre Angaben sind, desto besser kann die Bank Ihre finanzielle Situation bewerten. Je mehr schon beim ersten Antrag fehlt, desto größer ist das Risiko, dass die Entscheidung zulasten Ihrer Bonität ausfällt.
Die häufigsten Fehler beim Ausfüllen
Viele Fehler entstehen, weil man nicht weiß, was in die Selbstauskunft gehört und wie die Bank die Angaben liest. Diese Fehler sollten Sie vermeiden:
- Felder leer lassen: Ein leeres Feld wirkt wie Verheimlichung. Schreiben Sie bei Verpflichtungen ausdrücklich „keine", wenn nichts besteht.
- Zahlen aus dem Gedächtnis eintragen: Die Bank vergleicht Ihre Selbstauskunft mit Kontoauszügen. Nehmen Sie die Beträge aus Lohnabrechnung, Kontoauszug und Verträgen und runden Sie nicht großzügig.
- Bestehende Verbindlichkeiten verschweigen: Ratenkredite, Dispokredite, Kreditkarten mit Teilzahlung, Unterhalt und Bürgschaften gehören in die Selbstauskunft. Auch ein fast abbezahlter Kredit gehört hinein.
- Unregelmäßiges Einkommen nicht erklären: Schichtarbeit, Provisionen, Selbstständigkeit oder befristete Verträge beeinflussen die Einkommenssicherheit. Erklären Sie, wie sich Ihr Einkommen zusammensetzt, etwa mit den letzten Kontoauszügen oder einer Bescheinigung des Arbeitgebers.
- Die eigenen Daten bei den Auskunfteien nicht prüfen: Die Schufa und andere Auskunfteien speichern Informationen, die Ihren Score beeinflussen. Falsche, unzulässige oder veraltete Einträge können dazu führen, dass Ihre Bonität schlechter eingeschätzt wird. Deshalb sollten Sie regelmäßig prüfen, welche Daten über Sie gespeichert sind und fehlerhafte Einträge korrigieren lassen.
- Zu viele Kreditkarten und Konten parallel nutzen: Wer kurz vor einer Finanzierung mehrere Kreditanfragen auslöst oder viele Kreditkarten besitzt, wirkt in der Bonitätsbewertung riskanter. Pünktliche Zahlungen, wenige Kredite, höchstens zwei Kreditkarten und wenige Konten können den Score verbessern.
Der schwerwiegendste Fehler ist, wissentlich falsche Angaben zu machen. Sie führen zur Ablehnung und können im Extremfall rechtliche Folgen haben. Eine vollständige, ehrliche Selbstauskunft mit Lücken ist immer besser als eine, die nicht zu den Belegen passt.
So prüfen Sie Ihre Daten und stellen die Unterlagen zusammen
Beginnen Sie mit der Datenauskunft bei der Schufa und gegebenenfalls weiteren Auskunfteien. Die erste Kopie Ihrer gespeicherten Daten ist gesetzlich kostenlos; für weitere Kopien darf die Auskunftei eine angemessene Gebühr verlangen. Auf Ihre Anfrage muss sie innerhalb eines Monats antworten. Nach zwei Urteilen des Europäischen Gerichtshofs müssen die Auskunfteien Ihnen außerdem besser erklären, wie Ihr Score zustande kommt.
Prüfen Sie den Bericht auf Einträge, die nicht zu Ihnen passen: alte Adressen, falsch geschriebene Namen, Kredite, die längst abbezahlt sind, oder Verträge, an denen Sie nie beteiligt waren. Diese Einträge können Sie kostenlos korrigieren oder löschen lassen. Verlangt die Auskunftei trotzdem eine Gebühr oder lehnt sie die Korrektur ab, wenden Sie sich an die Datenschutz-Aufsichtsbehörde Ihres Bundeslandes. Auch die Verbraucherzentrale hilft, wenn ein Eintrag nicht verschwindet oder Sie vor einem Kreditabschluss unsicher sind.
Stellen Sie dann die Unterlagen zusammen, mit denen Sie Ihre Angaben belegen können:
| Unterlage | Wofür sie wichtig ist |
|---|---|
| Lohnabrechnungen der letzten Monate | Belegen laufendes Einkommen und Bonusbestandteile |
| Kontoauszüge der letzten Monate | Belegen regelmäßige Eingänge und durchschnittliche Ausgaben |
| Arbeitsvertrag oder Arbeitgeberbescheinigung | Belegen Einkommenssicherheit und Beschäftigungsdauer |
| Verträge zu Krediten, Kreditkarten und Dispo | Belegen monatliche Belastungen |
| Mietvertrag und Nebenkostenabrechnung | Belegen Wohnkosten |
| Nachweise zu Unterhalt, Kindergeld oder Alimenten | Belegen weitere regelmäßige Zahlungen |
Füllen Sie das Formular vollständig aus und nennen Sie zu jeder Zahl den passenden Beleg. Wenn etwas nicht zu belegen ist, erklären Sie es im Antrag. Ein Jobverlust vor zwei Monaten ist kein Ausschlussgrund, wenn Sie eine neue Stelle haben und die Unterlagen mitschicken. Wer Unsicherheiten erklärt statt sie zu verheimlichen, gibt der Bank genug Informationen für eine realistische Entscheidung.
Wenn Sie ohnehin hohe Schulden haben oder unsicher sind, ob die Rate dauerhaft leistbar ist, holen Sie vorher eine Kreditberatung bei der Verbraucherzentrale oder einer Schuldnerberatung ein. Sie hilft einzuschätzen, ob die Finanzierung wirklich trägt, und kann eine Ablehnung oder Überschuldung verhindern.
Kernaussagen
- Daten zuerst prüfen: Fordern Sie vor jeder Finanzierung die Datenauskunft bei der Schufa an und lassen Sie falsche oder veraltete Einträge korrigieren. Diese Einträge beeinflussen den Score, bevor Sie das Formular überhaupt ausgefüllt haben.
- Jede Angabe belegen: Leere Felder wirken wie Verheimlichung, geschätzte Zahlen fallen beim Abgleich mit Kontoauszügen auf. Je nachvollziehbarer Ihre Angaben sind, desto leichter fällt der Bank die Entscheidung über Ihre Bonität.
- Verpflichtungen vollständig nennen: Ratenkredite, Kreditkarten, Dispo, Unterhalt und Bürgschaften gehören in die Selbstauskunft, auch wenn sie klein oder fast abbezahlt sind.
- Unregelmäßiges Einkommen erklären: Befristete Verträge, Provisionen oder Elternzeit sind mit Belegen erklärbar. Wer darüber schweigt, riskiert, dass die Bank die Einkommenssicherheit anzweifelt.
- Bei Problemen Hilfe holen: Verbraucherzentralen, Schuldnerberatungen und die Datenschutz-Aufsichtsbehörde helfen bei Ablehnung oder falschen Einträgen. Wissentlich falsche Angaben in der Selbstauskunft dagegen schaden.
FAQ
Was gehört in eine vollständige Selbstauskunft?
Einkommen, monatliche Ausgaben, Arbeitgeber und Beschäftigungsverhältnis sowie alle bestehenden Verpflichtungen wie Ratenkredite, Kreditkarten, Dispokredite, Unterhalt und Bürgschaften. Dazu kommen die Kontaktdaten und die Anschrift. Belegen Sie die Zahlen mit Lohnabrechnungen, Kontoauszügen und Verträgen, damit die Bank Ihre Angaben nachvollziehen kann.
Muss eine unvollständige Selbstauskunft sofort abgelehnt werden?
Nein, in der Regel fragt die Bank erst nach. Aber jede Rückfrage verzögert die Bearbeitung und lässt Ihre Angaben unsicherer wirken. Eine vollständige, belegte Selbstauskunft senkt das Risiko einer Ablehnung deutlich.
Verbessert eine vollständige Selbstauskunft direkt den Schufa-Score?
Nein. Die Selbstauskunft gegenüber der Bank verändert den Score nicht. Der Score entsteht aus den bei der Auskunftei gespeicherten Daten und wird regelmäßig neu berechnet. Sie können ihn verbessern, indem Sie falsche Einträge korrigieren, Rechnungen pünktlich zahlen, Kredite abtragen und nicht unnötig viele Kreditkarten oder Konten nutzen.
Was mache ich, wenn die Bank Nachweise verlangt, die ich nicht habe?
Erklären Sie die Situation schriftlich und bieten Sie Alternativen an. Bei unregelmäßigem Einkommen helfen oft die Kontoauszüge der letzten Monate oder die letzte Steuererklärung. Fragen Sie konkret, welche Nachweise die Bank akzeptiert, bevor Sie neue Belege besorgen.
Was passiert, wenn ich einen Fehler in der Selbstauskunft später bemerke?
Korrigieren Sie die Angabe sofort schriftlich gegenüber der Bank, bevor über den Antrag entschieden ist. Ein offen korrigierter Fehler wirkt glaubwürdiger, als wenn die Bank den Fehler selbst entdeckt. Bewusst falsche Angaben führen zur Ablehnung und können rechtliche Konsequenzen haben.