Sie sind als private Verbraucher in Deutschland umgezogen oder planen einen Umzug und stellen fest, dass Ihr SCHUFA-Score gesunken ist, obwohl Sie Ihre Rechnungen pünktlich bezahlt haben. Der SCHUFA-Score ist eine Zahl zwischen 100 und 999 Punkten, die die Auskunftei SCHUFA aus Ihren Vertragsdaten berechnet. Banken, Mobilfunkanbieter, Vermieter und andere Unternehmen nutzen diesen Wert, um einzuschätzen, wie wahrscheinlich es ist, dass Sie Ihre Zahlungen leisten. Ein niedrigerer Score kann dazu führen, dass Ihnen ein Kredit verweigert wird, Sie höhere Zinsen zahlen oder ein Handyvertrag nicht zustande kommt.
Ein umzugsbedingter Scoreabfall ist in den meisten Fällen vorübergehend und lässt sich mit gezielten Schritten abfedern oder korrigieren. Die SCHUFA gibt an, dass 83 Prozent der Verbraucher nach der Umstellung auf den neuen Score ihre bisherige Score-Klasse behalten, neun Prozent sich verbessern und acht Prozent niedriger eingestuft werden, meist nur um eine Klasse. Ein Absturz ist also die Ausnahme.
Warum ein Umzug den Score senken kann
Ein Umzug verändert Ihre Vertragslage, und genau diese Veränderungen fließen in die Score-Berechnung ein. Die SCHUFA bewertet nach eigenen Angaben zwölf Kriterien, darunter Zahlungsstörungen, das Alter Ihrer Verträge, Kreditkarten- und Girokontoaktivitäten, Kreditlaufzeiten und Identitätsprüfungen. Nach einem Umzug sind gleich mehrere dieser Kriterien neu.
Der wichtigste Faktor sind neue Verträge. Wer umzieht, schließt in der Regel einen neuen Mietvertrag ab, wechselt den Strom- oder Internetanbieter und eröffnet womöglich ein neues Girokonto oder eine neue Kreditkarte. Jeder dieser Verträge löst eine Anfrage bei der Auskunftei aus, und jede Anfrage wird in Ihrer Akte vermerkt. Dazu kommt, dass neue Verträge ein geringes Vertragsalter haben. Ein Kreditkartenkonto, das erst drei Monate besteht, sagt einer Bank weniger über Ihre Zahlungszuverlässigkeit aus als ein Konto, das seit zehn Jahren ohne Störungen läuft.
Auch ein neuer Wohnsitz selbst kann den Score beeinflussen. Die SCHUFA nutzt die Adresse zur Identifizierung, und ein Umzug bedeutet, dass die Auskunftei Ihre Daten neu zuordnen muss. Wenn dabei alte und neue Adresse kurzzeitig parallel geführt werden oder eine Adressänderung nicht bei allen Vertragspartnern gleichzeitig eingeht, kann das zu Verzögerungen bei der Datenaktualisierung führen. Das ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund, die eigene Akte nach dem Umzug zu prüfen.
Ein umzugsbedingter Abfall entsteht in der Regel nicht durch Zahlungsstörungen, sondern durch neue, noch kurze Verträge und mehrere Anfragen in kurzer Zeit. Deshalb wirkt er sich meist nur um eine Score-Klasse aus und bildet sich mit der Zeit von selbst zurück, sobald Ihre neuen Verträge älter werden und Sie weiterhin pünktlich zahlen.
Was der neue Score ab 2026 ändert
Ab dem 17. März 2026 gilt bei der SCHUFA ein neues Score-Modell. Es ersetzt den bisherigen Basisscore und ist ab diesem Datum im SCHUFA-Account, in SCHUFA-Abos, bei bonify und in der Datenkopie nach Art. 15 DSGVO einsehbar. Die Skala bleibt bei 100 bis 999 Punkten, aber die Berechnung stützt sich nun auf die genannten zwölf Kriterien.
Für Verbraucher, die umgezogen sind, ist das Modell besser nachvollziehbar. Sie können erkennen, welche Faktoren in die Bewertung eingeflossen sind. Das erleichtert es, gezielt zu prüfen, ob ein umzugsbedingter Abfall auf neue Verträge, Anfragen oder vielleicht auf einen Datenfehler zurückgeht.
Die Umstellung selbst verändert die Verteilung nur leicht: 83 Prozent der Verbraucher behalten ihre Score-Klasse, neun Prozent verbessern sich und acht Prozent werden niedriger eingestuft, meist um eine Klasse.
Wenn Ihr Score nach einem Umzug sinkt, kann das also sowohl am Umzug selbst als auch an der neuen Berechnungsmethode liegen. Klären Sie die Ursache, bevor Sie Maßnahmen ergreifen.
So verhindern oder korrigieren Sie einen Scoreabfall
Der erste Schritt nach einem Umzug ist, Ihre Daten zu prüfen. Fordern Sie eine Datenkopie nach Art. 15 DSGVO an. Diese Auskunft ist einmal pro Jahr kostenlos und zeigt Ihnen, welche Informationen die SCHUFA über Sie gespeichert hat. Prüfen Sie, ob die neue Adresse korrekt hinterlegt ist, ob alte Adressen sauber abgeschlossen wurden und ob keine fremden oder falschen Einträge auftauchen. Ein Datenfehler, etwa eine veraltete Adresse oder ein falsch zugeordneter Vertrag, lässt sich über den Korrekturprozess der SCHUFA bereinigen. Dafür benötigen Sie in der Regel Ihren Personalausweis, einen Nachweis der neuen Adresse und die betroffenen Vertragsunterlagen.
Der zweite Schritt betrifft Ihr Zahlungsverhalten. Zahlen Sie alle Rechnungen pünktlich, insbesondere in den ersten Monaten nach dem Umzug. Zahlungsstörungen sind das schwerwiegendste Kriterium im Score und wiegen neue Verträge bei Weitem auf. Wer in der Umzugsphase Mietzahlungen, Stromrechnungen oder Raten übersieht, riskiert einen Abfall, der nicht mehr mit dem Umzug selbst zu tun hat.
Der dritte Schritt betrifft neue Kreditanfragen. Wenn Sie nach dem Umzug einen Kredit oder eine Finanzierung benötigen, bündeln Sie die Anfragen innerhalb eines Zeitraums von 28 Tagen. Die SCHUFA wertet mehrere Anfragen innerhalb dieses Fensters als eine einzige Anfrage. Das verhindert, dass sich mehrere Einträge in kurzer Zeit ansammeln und den Score zusätzlich belasten. Planen Sie außerdem langfristige Finanzprodukte: Ein Kredit, der über mehrere Jahre läuft und pünktlich bedient wird, wirkt sich positiver aus als ein kurzer Vertrag mit hoher Rate.
Ein häufiger Fehler ist es, nach einem Scoreabfall sofort neue Kreditanfragen zu stellen, um die Situation zu prüfen oder zu kompensieren. Jede weitere Anfrage kann den Score kurzfristig weiter senken. Prüfen Sie zuerst die Datenkopie, warten Sie die Korrektur ab und stellen Sie erst dann neue Anträge, wenn die Akte sauber ist.
Wann Beratung oder amtliche Hilfe sinnvoll ist
Nicht jeder Scoreabfall lässt sich allein durch pünktliches Zahlen und Datenprüfung beheben. Wenn Sie nach der Datenkopie feststellen, dass Einträge falsch sind und die SCHUFA eine Korrektur ablehnt, wenden Sie sich an die zuständige Datenschutzaufsichtsbehörde Ihres Bundeslandes. Diese Behörde ist für Beschwerden nach der Datenschutz-Grundverordnung zuständig und kann prüfen, ob die Auskunftei Ihre Daten rechtmäßig verarbeitet.
Auch die Verbraucherzentralen bieten Unterstützung bei Streitigkeiten mit Auskunfteien. Sie helfen bei der Formulierung von Widersprüchen, prüfen Verträge und beraten, ob ein Eintrag zu Recht besteht. Das ist insbesondere dann sinnvoll, wenn Ihnen ein Kredit verweigert wurde und Sie die Ablehnung nachvollziehen möchten. Eine Beratung kostet in der Regel einen geringen Betrag, die genauen Preise erfahren Sie bei der örtlichen Verbraucherzentrale.
Amtliche Hilfe ist dann der richtige Weg, wenn Sie den Verdacht haben, dass Daten unrechtmäßig verarbeitet werden, etwa weil ein Vertrag Ihnen zugeordnet wurde, den Sie nie abgeschlossen haben. In diesem Fall sollten Sie zusätzlich zur Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde Anzeige bei der Polizei erwägen, da es sich um Identitätsmissbrauch handeln kann. Klären Sie solche Fälle nicht allein über den Score, sondern ziehen Sie rechtliche Beratung hinzu.
Kernaussagen
- Prüfen Sie Ihre Datenkopie nach dem Umzug: Die kostenlose Auskunft nach Art. 15 DSGVO zeigt Ihnen, ob Adresse und Verträge korrekt hinterlegt sind, und ist der erste Schritt, um einen umzugsbedingten Abfall zu erkennen.
- Zahlen Sie Rechnungen pünktlich: Zahlungsstörungen wiegen im Score schwerer als neue Verträge. Wer in der Umzugsphase Raten oder Miete übersieht, riskiert einen Abfall, der nicht mehr mit dem Umzug zu tun hat.
- Bündeln Sie Kreditanfragen innerhalb von 28 Tagen: Mehrere Anfragen in diesem Zeitraum zählen als eine einzige und belasten den Score nicht zusätzlich.
- Warten Sie vor neuen Anträgen: Jede weitere Anfrage kann den Score kurzfristig senken. Prüfen Sie zuerst die Akte und korrigieren Sie Fehler, bevor Sie neue Kredite beantragen.
- Suchen Sie Hilfe bei Datenfehlern: Bei abgelehnten Korrekturen helfen die Datenschutzaufsichtsbehörde Ihres Bundeslandes und die Verbraucherzentralen, bei Identitätsmissbrauch ist eine Anzeige bei der Polizei sinnvoll.
FAQ
Warum sinkt mein Score, obwohl ich alle Rechnungen pünktlich bezahle?
Ein Umzug verändert Ihre Vertragslage: Neue Miet-, Strom- und Mobilfunkverträge lösen Anfragen bei der SCHUFA aus, und neue Verträge haben ein geringes Vertragsalter. Beides fließt in die Score-Berechnung ein, unabhängig davon, ob Sie Zahlungen pünktlich leisten. Der Abfall ist meist nur eine Score-Klasse und bildet sich zurück, sobald die neuen Verträge älter werden.
Wie bekomme ich meine Datenkopie von der SCHUFA?
Sie können die Datenkopie nach Art. 15 DSGVO einmal pro Jahr kostenlos anfordern, über den SCHUFA-Account, per Post oder über die bonify-App. Sie erhalten eine Übersicht aller gespeicherten Daten, einschließlich Adressen, Verträgen und Anfragen. Prüfen Sie darin, ob die neue Adresse korrekt hinterlegt ist und keine falschen Einträge auftauchen.
Was kostet die Korrektur eines falschen Eintrags?
Die Korrektur selbst ist kostenlos. Sie reichen bei der SCHUFA einen Widerspruch mit den entsprechenden Nachweisen ein, etwa Personalausweis, Adressnachweis und Vertragsunterlagen. Wenn die SCHUFA die Korrektur ablehnt, können Sie sich kostenlos an die Datenschutzaufsichtsbehörde Ihres Bundeslandes wenden. Eine Beratung bei der Verbraucherzentrale kostet in der Regel einen geringen Betrag.
Wie lange dauert es, bis sich mein Score nach dem Umzug erholt?
Das hängt davon ab, wie schnell Ihre neuen Verträge älter werden und ob Sie weiterhin pünktlich zahlen. In der Regel normalisiert sich der Score innerhalb weniger Monate bis zu einem Jahr. Stellen Sie in dieser Zeit keine neuen Anfragen ohne Not und vermeiden Sie Zahlungsstörungen.
Kann ich einen Scoreabfall nach dem Umzug verhindern?
Vollständig verhindern lässt er sich nicht, weil neue Verträge und Anfragen zum Umzug dazugehören. Sie können ihn aber abfedern:
- Zahlen Sie pünktlich.
- Bündeln Sie Kreditanfragen innerhalb von 28 Tagen.
- Behalten Sie langfristige Finanzprodukte.
- Prüfen Sie Ihre Datenkopie frühzeitig, um Fehler zu korrigieren.