Meine Hausbank hat mir einen Kredit über 20.000 Euro für eine dringende Hausreparatur abgelehnt, weil meine Schufa durch eine frühere Kreditkarte etwas angeschlagen ist. Ein Freund hat mir geraten, es über einen Kreditvermittler zu versuchen, der auch bei schwierigeren Fällen hilft.
Wie viel Provision verdient ein solcher Vermittler normalerweise an einem Kredit dieser Größenordnung? Übernimmt die Bank die Vergütung oder muss ich sie selbst bezahlen? Und woran erkenne ich, dass die Kosten fair und nicht versteckt sind?
Wer einen Kredit über einen Vermittler sucht, fragt sich oft, ob dafür eine Provision anfällt und wer sie bezahlt. Eine einheitliche Summe gibt es nicht: Die Vergütung hängt unter anderem von der Kreditsumme, der Bank und dem Vertrag ab.
Prüfen Sie deshalb, welche Kosten im Vertrag und im Kreditangebot stehen.
Kurze Antwort
Kreditvermittler verdienen keine gesetzlich festgelegte, für alle Kredite gleiche Provision. Häufig zahlt die Bank dem Vermittler eine Vergütung, die sich nach der vermittelten Kreditsumme richtet; in manchen Fällen vereinbaren Vermittler zusätzlich oder stattdessen ein Entgelt mit dem Verbraucher. Der Vertrag muss die konkrete Summe nennen. Ein fester Prozentsatz lässt sich daher nicht als allgemeingültiger Richtwert nennen.
Bevor Sie sich an einen Vermittler wenden, vergleichen Sie selbst die Ratenkredit-Angebote vieler Banken über den Kreditvergleich von smava mit einer Schufa-neutralen Anfrage. So können Sie einschätzen, ob die verlangte Provision angemessen ist.
Wer die Provision zahlt und was offengelegt werden muss
Bei vielen Vermittlungen zahlt die Bank die Provision. Sie kann aus der Bankmarge finanziert werden. Kosten können aber auch im Kreditpreis stecken, etwa wenn die Bank wegen der Vermittlungsvergütung einen höheren Zinssatz ansetzt. Ein Vermittler kann außerdem ein Entgelt direkt mit Ihnen vereinbaren.
Vor Abschluss eines Verbraucherkredit-Vermittlungsvertrags muss der Vermittler unter anderem erklären, wie hoch ein von Ihnen verlangtes Entgelt ist und ob er von Banken oder anderen Dritten eine Vergütung oder sonstige Anreize erhält. Auch mögliche Nebenentgelte müssen genannt werden. Diese Angaben finden Sie in den Informationen, die Sie vor Vertragsabschluss erhalten, und im Vermittlungsvertrag. Bei einem Bankkredit vergleichen Sie außerdem den effektiven Jahreszins. Er gibt die jährlichen Kreditkosten als Prozentsatz an. Welche Angaben der Vermittler offenlegen muss, erklärt der Beitrag zu den gesetzlichen Vorgaben für Kreditvermittler.
Hier geht es zum passenden Kredit
Bei Verbraucherkrediten ist außerdem geregelt, wann die Vermittlungsvergütung gezahlt werden muss und welche Auslagen der Vermittler verlangen darf: Eine Vermittlungsvergütung ist grundsätzlich erst fällig, wenn der Kredit infolge der Vermittlung ausgezahlt wurde und das Widerrufsrecht nicht mehr besteht. Zusätzlich zur vereinbarten Vergütung darf der Vermittler nur erforderliche Auslagen verlangen, die zuvor vereinbart und der Höhe nach begrenzt wurden. Eine pauschale Vorabgebühr allein dafür, dass der Vermittler bei Banken anfragt, sollten Sie deshalb nicht ungeprüft zahlen. Maßgeblich sind die Regeln zum Darlehensvermittlungsvertrag.
Bei einer Immobilienfinanzierung gelten besondere Anforderungen an die Vermittlung. Gewerbliche Vermittler von Immobiliar-Verbraucherdarlehen benötigen grundsätzlich eine Erlaubnis nach § 34i GewO. Ein Vermittler, der gegen Honorar zu Immobiliardarlehen berät, darf als Honorar-Immobiliardarlehensberater keine Zuwendungen vom Darlehensgeber annehmen. Die Regeln stehen in § 34i GewO.
Worauf Banken bei der Vermittlung achten
Die Bank entscheidet, ob sie den Kredit vergibt und welche Konditionen sie anbietet. Sie prüft dabei die Kreditwürdigkeit, also ob Einkommen, laufende Ausgaben und bestehende Verpflichtungen zur beantragten Rate passen. Die Bank kann auch gespeicherte Daten zu Ihrer Kreditwürdigkeit berücksichtigen.
Die Provision sagt nicht aus, ob Sie einen Kredit bekommen oder ob das Angebot günstig ist. Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins und die Gesamtkosten. Prüfen Sie auch, ob eine Restschuldversicherung angeboten wird: Sie verursacht zusätzliche Kosten, und Versicherungsprovisionen können einen erheblichen Anteil des Versicherungsbeitrags ausmachen, wie Finanztest zu Ratenkrediten erläutert.
Zinsen vieler Banken vergleichen und günstigen Kredit finden
Wenn Sie Angebote über ein Vergleichsportal einholen, achten Sie auf die Art der SCHUFA-Anfrage. Eine Konditionsanfrage dient dem Vergleich und gilt in der Regel als score-neutral; eine Kreditanfrage steht für einen konkreten Kreditantrag und kann je nach Berechnungsmodell Ihren SCHUFA-Score, also Ihre Bewertung der Kreditwürdigkeit, beeinflussen. Prüfen Sie vor der Dateneingabe, ob das Portal ausdrücklich eine „Konditionsanfrage“ oder „Anfrage Kreditkonditionen“ nennt. Wenn Sie ein Portal wie smava nutzen, fragen Sie im Zweifel nach, welche Anfrage an die SCHUFA übermittelt wird. Mehr dazu erklärt der Überblick zu Kreditvergleichen und SCHUFA-Anfragen.
Typische Fehler beim Blick auf die Provision
Ein häufiger Fehler ist, nur nach einer Provision in Euro zu fragen. Auch wenn die Bank den Vermittler bezahlt, können Sie die Kosten mittelbar über den Zinssatz tragen. Vergleichen Sie deshalb nicht nur die Vergütung, sondern den effektiven Jahreszins und den Gesamtbetrag, den Sie zurückzahlen.
Verwechseln Sie außerdem die Vergütung eines Kreditvermittlers nicht mit der Courtage eines Immobilienmaklers: Es handelt sich um unterschiedliche Leistungen und Vergütungen. Auch eine hohe Provision allein beweist nicht, dass der Kredit zu teuer oder unzulässig ist. Entscheidend sind die konkreten Vertragsbedingungen und die gesamten Kreditkosten.
Unterschreiben Sie erst, wenn Sie wissen, welche Entgelte Sie zahlen und ob Banken dem Vermittler etwas zahlen. Zahlen Sie keine unklaren Vorabkosten für eine bloße Kreditanfrage. Bei einer Immobilienfinanzierung können Sie außerdem prüfen, ob der Vermittler im Vermittlerregister der IHK eingetragen ist.
Was Sie tun können, wenn es nicht klappt
Lehnt die Bank Ihren Kreditantrag ab, fragen Sie nach dem Grund und prüfen Sie Ihre Einnahmen, Ausgaben und bestehenden Raten. Holen Sie Vergleichsangebote mit einer ausdrücklich als Konditionsanfrage bezeichneten SCHUFA-Abfrage ein, bevor Sie weitere konkrete Kreditanträge stellen. Eine kostenlose Datenkopie bei der SCHUFA hilft Ihnen, gespeicherte Angaben und Anfragen zu kontrollieren.
Kredit kostenlos und Schufa-neutral anfragen
Haben Sie bereits eine Vermittlungsvergütung gezahlt oder fordert der Vermittler eine Gebühr, prüfen Sie den Vermittlungsvertrag und die vorvertraglichen Kostenangaben. Achten Sie besonders darauf, ob die vereinbarte Vergütung klar beziffert ist und ob der Kredit tatsächlich ausgezahlt wurde. Bei einer unklaren oder hohen Forderung können Sie sich an eine Verbraucherzentrale wenden oder rechtlichen Rat einholen.
Kernaussagen
- Prüfen Sie den Vertrag: Eine allgemeingültige Provisionshöhe gibt es nicht; entscheidend sind die konkreten Angaben zu Ihrem Kredit.
- Vergleichen Sie die Gesamtkosten: Auch eine von der Bank gezahlte Provision kann sich über den Zinssatz auf den Kreditpreis auswirken.
- Zahlen Sie keine unklaren Vorabgebühren: Eine Vermittlungsvergütung ist grundsätzlich erst nach Auszahlung und Ende der Widerrufsmöglichkeit fällig.
- Achten Sie auf die SCHUFA-Anfrage: Für einen Angebotsvergleich sollte klar sein, ob eine Konditionsanfrage oder ein konkreter Kreditantrag übermittelt wird.
FAQ
Muss ich die Provision des Kreditvermittlers selbst bezahlen?
Nicht unbedingt. Häufig zahlt die Bank die Provision; ein Vermittler kann aber auch ein Entgelt mit Ihnen vereinbaren. Prüfen Sie deshalb die vorvertraglichen Informationen und den Vermittlungsvertrag.
Wie finde ich heraus, wie hoch die Provision ist?
Suchen Sie in den vorvertraglichen Informationen und im Vermittlungsvertrag nach der Vergütung und möglichen Nebenentgelten. Bei einem Kreditangebot vergleichen Sie zusätzlich den effektiven Jahreszins und den Gesamtbetrag der Rückzahlung.
Ist eine hohe Vermittlungsprovision automatisch unzulässig?
Nein. Die Höhe allein zeigt nicht, ob die Vereinbarung rechtlich gilt. Entscheidend sind unter anderem die Vertragsbedingungen, die vorgeschriebenen Informationen und die Kosten des Kredits.
Was passiert, wenn ich eine Gebühr vor der Kreditauszahlung zahlen soll?
Prüfen Sie genau, wofür die Gebühr verlangt wird und ob sie im Vertrag vereinbart ist. Eine pauschale Vorabgebühr für die bloße Anfrage bei Banken sollten Sie nicht ungeprüft bezahlen; lassen Sie die Forderung bei Unklarheiten rechtlich prüfen.