Bei einem Kredit mit „Zinsrabatt“, „Sonderzins“ oder besonders niedrigem Zins zählt am Ende der Gesamtbetrag, den Sie zurückzahlen. Der Rabatt spart nur dann Geld, wenn der Anbieter den niedrigeren Zins tatsächlich gewährt und keine zusätzlichen Kosten oder ein höherer Kaufpreis den Vorteil aufheben.
Für den Vergleich ist der effektive Jahreszins der wichtigste Wert. Er zeigt die jährlichen Gesamtkosten eines Kredits als Prozentsatz des geliehenen Betrags. Neben dem Sollzins berücksichtigt er weitere bekannte Kreditkosten. Der Sollzins allein reicht deshalb für einen fairen Vergleich nicht aus, wie auch der ADAC zum Unterschied zwischen Sollzins und effektivem Jahreszins erläutert.
Vergleichen Sie Angebote mit derselben Kreditsumme und Laufzeit. Prüfen Sie danach die monatliche Rate, den gesamten Rückzahlungsbetrag und alle Bedingungen des Rabatts. So erkennen Sie, ob die Werbeaktion tatsächlich Geld spart.
Was ein Zinsrabatt tatsächlich verändert
Ein Zinsrabatt senkt den vereinbarten Sollzins. Der Sollzins ist der Preis für das geliehene Geld. Er umfasst aber nicht automatisch alle Vertragskosten.
Ein beworbener Rabatt kann an Bedingungen geknüpft sein. Dazu gehören beispielsweise:
- eine bestimmte Kreditsumme,
- eine festgelegte Laufzeit,
- ein bestimmtes Einkommen oder eine gute Bonität,
- ein neu eröffnetes Kundenkonto,
- eine Restschuldversicherung,
- die Nutzung einer Kreditkarte beziehungsweise eines zusätzlichen Kreditrahmens.
Bonität beschreibt, wie wahrscheinlich Sie einen Kredit wie vereinbart zurückzahlen. Bei vielen Angeboten hängt der Zinssatz von der Bonität ab, sodass der besonders niedrige Zins nur für einen Teil der Interessierten gilt. Das repräsentative Berechnungsbeispiel muss bei Verbraucherkrediten mindestens zwei Drittel der Kunden erreichen. Für die übrigen Kunden kann der tatsächliche Zinssatz höher ausfallen.
Achten Sie daher auf die Formulierung zum Angebot:
- „ab … Prozent“ steht in der Regel für den günstigsten möglichen Zinssatz.
- „repräsentatives Beispiel“ zeigt einen Zinssatz, den mindestens zwei Drittel der Kreditnehmer erhalten müssen.
- „für alle“ wäre nur dann aussagekräftig, wenn keine bonitätsabhängige Einstufung oder andere Einschränkung folgt.
Der Rabatt lässt sich erst beurteilen, wenn im persönlichen Angebot der konkrete effektive Jahreszins, die Rate und der Gesamtbetrag stehen.
So vergleichen Sie den Gesamtpreis
Vergleichen Sie bei beiden Kreditangeboten dieselben Werte:
- Der Nettokreditbetrag, also die Summe, die Sie tatsächlich erhalten oder für den Kauf einsetzen.
- Laufzeit und Anzahl der Raten.
- Monatliche Rate.
- Einmalige Gebühren.
- Laufende Zusatzkosten.
- Gesamter Rückzahlungsbetrag.
- Bedingungen für den Zinssatz und den Rabatt.
Die einfache Grundrechnung lautet:
Gesamtkosten = Summe aller Raten + einmalige Gebühren + laufende Kosten
Bei einem Kredit mit monatlicher Rate berechnen Sie die Raten-Summe so:
monatliche Rate × Anzahl der Monatsraten
Addieren Sie zunächst alle Raten. Rechnen Sie danach Gebühren hinzu, die nicht in der Rate enthalten sind. Auch eine freiwillige Zusatzleistung gehört in den Vergleich, wenn sie Voraussetzung für den Rabatt ist oder den Kredit tatsächlich verteuert.
Beispiel für einen sauberen Vergleich
Nehmen wir zwei Angebote über denselben Nettokreditbetrag und dieselbe Laufzeit:
| Vergleichsgröße | Angebot A mit Rabatt | Angebot B ohne Rabatt |
|---|---|---|
| Nettokreditbetrag | gleich | gleich |
| Laufzeit | gleich | gleich |
| Monatliche Rate | aus Vertrag übernehmen | aus Vertrag übernehmen |
| Anzahl der Raten | gleich | gleich |
| Raten-Summe | Rate × Ratenzahl | Rate × Ratenzahl |
| Einmalige Gebühren | hinzufügen | hinzufügen |
| Laufende Zusatzkosten | hinzufügen | hinzufügen |
| Gesamtbetrag | alles addieren | alles addieren |
| Effektiver Jahreszins | vergleichen | vergleichen |
Bei gleicher Kreditsumme und Laufzeit ist ein Angebot mit niedrigerem effektivem Jahreszins meist der bessere Ausgangspunkt. Entscheidend ist trotzdem der Gesamtbetrag, weil die Vertragsbedingungen voneinander abweichen können. Eine längere Laufzeit senkt häufig die Monatsrate, erhöht aber die Zinskosten insgesamt.
Der effektive Jahreszins ist der wichtigste Startwert
Der effektive Jahreszins erleichtert den Vergleich, weil er neben dem Sollzins weitere bekannte Kosten einbezieht. Dazu gehören je nach Vertrag zum Beispiel Gebühren für die Kreditaufnahme.
Prüfen Sie zusätzlich das Preis- und Leistungsverzeichnis sowie den Vertrag. Achten Sie besonders auf:
- Bearbeitungs- oder Abschlussentgelte,
- Kosten eines zusätzlichen Girokontos,
- Gebühren für eine Kreditkarte,
- Kosten einer Restschuldversicherung,
- Auszahlungs- oder Kontoführungsgebühren,
- Bedingungen für Sondertilgungen,
- Kosten bei Zahlungsverzug.
Eine Restschuldversicherung ist keine automatische Voraussetzung für jeden Kredit. Wenn der Anbieter sie im Rahmen des Rabatts empfiehlt oder einbezieht, lassen Sie sich den Kreditpreis mit und ohne Versicherung getrennt ausweisen. So erkennen Sie, ob der niedrigere Zins durch ein teureres Zusatzprodukt erkauft wird.
Der effektive Jahreszins eignet sich besonders für Angebote mit gleicher Kreditsumme und Laufzeit. Bei unterschiedlichen Laufzeiten vergleichen Sie zusätzlich den absoluten Gesamtbetrag. Der Zinssatz allein zeigt dann nicht, wie viel Sie insgesamt zurückzahlen.
Wann eine zinsfreie Finanzierung trotzdem teuer wird
Bei einer zinsfreien Finanzierung fällt kein Zins an. Der Kauf ist deshalb nicht automatisch günstiger.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Händler solche Finanzierungen zur Umsatzsteigerung einsetzen und die Kosten in den Verkaufspreis einrechnen können. Außerdem können zusätzliche Gebühren entstehen. Manche Angebote verbinden die Finanzierung mit einer Zahlungskarte oder einem Kreditrahmen. Dadurch entsteht ein weiterer Vertrag, dessen Kosten und Rückzahlungsregeln Sie separat prüfen müssen.
Vergleichen Sie deshalb vor der Unterschrift:
- den Barzahlungspreis des Produkts,
- den Preis bei anderen Händlern,
- den Gesamtbetrag der Finanzierung,
- mögliche Gebühren für Karte oder Kreditrahmen,
- die Höhe und Zahl der Monatsraten,
- weitere offene Ratenkäufe in Ihrem Haushalt.
Ein niedriger Monatsbetrag sagt wenig über Ihre gesamte finanzielle Belastung aus. Mehrere kleine Finanzierungen können zusammen eine Rate ergeben, die Ihr monatliches Budget überfordert. Die Verbraucherzentrale warnt deshalb vor dem Risiko, bei zinsfreien Finanzierungen den Überblick zu verlieren und in eine Schuldenspirale zu geraten. Prüfen Sie das Beispiel zu zinsfreien Finanzierungen besonders dann, wenn eine Zahlungskarte oder ein zusätzlicher Verfügungsrahmen enthalten ist.
Prüfen Sie, worauf sich der Rabatt bezieht
Ein Zinsrabatt kann an unterschiedliche Bedingungen geknüpft sein. Lesen Sie den Werbetext und das persönliche Angebot deshalb genau.
Rabatt auf den Sollzins
Hier sinkt der vereinbarte Zins. Vergleichen Sie den ursprünglichen und den rabattierten effektiven Jahreszins sowie den jeweiligen Gesamtbetrag. Ein niedrigerer Sollzins beweist allein noch keine Ersparnis, wenn gleichzeitig Gebühren hinzukommen.
Rabatt nur für bestimmte Laufzeiten
Ein niedriger Zinssatz für eine kurze Laufzeit kann zu einer hohen Monatsrate führen. Eine längere Laufzeit macht die Rate kleiner, erhöht aber die Zeit, in der Zinsen anfallen. Rechnen Sie deshalb beide Varianten mit dem Gesamtbetrag durch.
Rabatt gegen ein Zusatzprodukt
Ein niedrigerer Zinssatz kann an ein Konto, eine Karte oder eine Versicherung gekoppelt sein. Addieren Sie die Kosten des Zusatzprodukts für die gesamte Laufzeit. Wählen Sie die Kombination nur, wenn Sie das Produkt auch ohne den Rabatt wirklich benötigen.
Rabatt nur für neue Kunden
Prüfen Sie, ob die Bedingung dauerhaft gilt oder nur für einen begrenzten Zeitraum. Bei einem Kredit mit gleichbleibendem Zinssatz muss klar sein, welcher Preis für die gesamte Laufzeit gilt. Bei einem variablen Zinssatz müssen Sie zusätzlich die Regeln für spätere Zinsänderungen verstehen.
Werbeaussagen richtig einordnen
Werbung zeigt häufig den niedrigsten Zinssatz und eine auffällige Monatsrate. Suchen Sie deshalb gezielt nach dem repräsentativen Beispiel und dem Gesamtbetrag.
Bei einer beworbenen Preisermäßigung gelten außerdem Regeln für die Preisangabe. Der Bundesgerichtshof hat zur Werbung mit einer Preisermäßigung darauf hingewiesen, dass der niedrigste Gesamtpreis der vergangenen 30 Tage klar, gut lesbar und eindeutig angegeben werden muss. Das betrifft den beworbenen Preis und ersetzt nicht Ihre Prüfung der Kreditkosten. Bei einer Warenfinanzierung sollten Sie daher sowohl den aktuellen Kaufpreis als auch die Finanzierungssumme kontrollieren. Die Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs zur Preisermäßigung beschreibt die Anforderungen an diese Preisangabe.
Misstrauen Sie Formulierungen, die eine Entscheidung unter Zeitdruck fördern. Lassen Sie sich die vollständigen Vertragsdaten ausgeben, bevor Sie persönliche Daten mehrfach eingeben oder zusätzliche Produkte akzeptieren.
So vermeiden Sie Rechenfehler im Kreditvergleich
Ein Kreditrechner liefert nur mit den richtigen Angaben ein brauchbares Ergebnis. Prüfen Sie vor der Berechnung:
- bei zusätzlicher Anzahlung die Kreditsumme statt des Kaufpreises,
- korrekte Laufzeit in Monaten,
- tatsächliche monatliche Rate,
- Gebühren außerhalb der Rate,
- Sondertilgungen und deren Bedingungen,
- ob der Zinssatz fest oder variabel ist.
Runden Sie Zwischenergebnisse nicht zu früh. Übernehmen Sie für den endgültigen Vergleich die Werte aus dem verbindlichen Angebot oder dem Kreditvertrag. Ein Rechner dient nur zur Orientierung und garantiert nicht den tatsächlichen Zinssatz. Falsche Eingaben führen zu einem falschen Vergleich.
Eine Kreditanfrage sollten Sie außerdem nicht mit einem unverbindlichen Konditionsvergleich verwechseln. Anbieter bewerten Anfragen unterschiedlich. Wenn ein Vergleichsportal eine Anfrage als schufaneutral bezeichnet, gilt diese Aussage für den jeweiligen Anbieter und den beschriebenen Ablauf. Tarifcheck.de weist beispielsweise für die dortige Kreditanfrage auf eine Schufa-neutrale Anfrage hin. Lesen Sie trotzdem, ob Sie eine Konditionsanfrage oder bereits einen konkreten Kreditantrag auslösen.
Eine einfache Entscheidungsregel
Nehmen Sie einen Zinsrabatt nur dann ernst, wenn alle fünf Punkte erfüllt sind:
- Der rabattierte Zinssatz steht in Ihrem persönlichen Angebot.
- Der effektive Jahreszins ist niedriger als bei vergleichbaren Angeboten.
- Der Gesamtbetrag enthält alle Gebühren und Zusatzprodukte.
- Auch bei unerwarteten Ausgaben bleibt die Rate dauerhaft in Ihrem Budget.
- Die Laufzeit passt zu Ihrem tatsächlichen Rückzahlungsplan.
Fehlt eine dieser Informationen, prüfen Sie zuerst die Vertragsbedingungen. Einen angeblich günstigen Kredit ohne vollständige Kostenangaben können Sie nicht zuverlässig bewerten.
Kernaussagen
- Vergleichen Sie den Gesamtbetrag: Für den Vergleich addieren Sie alle Raten, Gebühren und laufenden Kosten. Vergleichen Sie Angebote mit gleicher Kreditsumme und Laufzeit.
- Prüfen Sie den effektiven Jahreszins: Der Sollzins allein zeigt nicht alle Kreditkosten.
- Hinterfragen Sie zinsfreie Angebote: Kontrollieren Sie den Warenpreis, Zusatzverträge, Kartenkosten und weitere Ratenkäufe.
- Lesen Sie die Rabattbedingungen: Ein Zinssatz „ab“ gilt nicht automatisch für Ihr persönliches Angebot.
- Fordern Sie vor der Entscheidung die vollständigen Zahlen an: Lassen Sie sich Rate, Laufzeit, effektiven Jahreszins und Gesamtbetrag schriftlich ausweisen.
FAQ
Ist ein Kredit mit dem niedrigsten Sollzins automatisch am günstigsten?
Nein. Der Sollzins berücksichtigt nicht alle Kosten. Vergleichen Sie den effektiven Jahreszins und den gesamten Rückzahlungsbetrag bei gleicher Kreditsumme und Laufzeit.
Was bedeutet „repräsentatives Beispiel“?
Das repräsentative Beispiel beschreibt einen Kreditfall, den mindestens zwei Drittel der Verbraucher erhalten müssen. Ihr persönlicher Zinssatz kann höher liegen, wenn Ihre Bonität oder andere Vertragsdaten abweichen.
Wie erkenne ich versteckte Kosten bei einer zinsfreien Finanzierung?
Vergleichen Sie den Barzahlungspreis mit dem finanzierten Gesamtbetrag und prüfen Sie, ob eine Zahlungskarte, ein zusätzlicher Kreditrahmen, eine Versicherung oder laufende Gebühren dazugehören.
Wie rechne ich einen Kredit ohne Kreditrechner nach?
Multiplizieren Sie die Monatsrate mit der Anzahl der Raten und addieren Sie alle Gebühren sowie laufenden Zusatzkosten. Vergleichen Sie das Ergebnis mit dem Gesamtbetrag im Angebot und prüfen Sie, ob beide Angebote dieselbe Kreditsumme und Laufzeit haben.
Was mache ich, wenn der beworbene Rabatt im persönlichen Angebot fehlt?
Unterschreiben Sie nicht unter Zeitdruck. Speichern Sie die Werbung, fordern Sie die Rabattbedingungen schriftlich an und vergleichen Sie anschließend das persönliche Angebot mit mindestens einem weiteren Kreditangebot.