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Bekomme ich mit Bürgergeld einen Kredit?

✓ Beantwortet von der Redaktion Kredit allgemein 5 Min. Lesezeit

Inhalt der Antwort
  1. Kurze Antwort
  2. Welche Regeln und Unterschiede wichtig sind
  3. Worauf die Bank bei Ihrem Antrag achtet
  4. Häufige Fehler bei der Kreditsuche
  5. Was Sie tun können, wenn die Bank ablehnt
  6. Kernaussagen
  7. FAQ
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Ich beziehe Bürgergeld. Jetzt ist meine Waschmaschine kaputt, und der Herd funktioniert auch nicht mehr richtig. Für beides bräuchte ich etwa 1.500 Euro, die ich nicht habe. Ich könnte vielleicht 50 Euro im Monat zurückzahlen.

Bekomme ich mit Bürgergeld überhaupt einen Kredit? Und zählt das Bürgergeld bei der Bank als Einkommen?

Redaktion KreditzentraleAntwort der Redaktion

Wenn Sie Bürgergeld beziehen und eine größere Ausgabe finanzieren müssen, können Sie bei einer Bank einen Kredit beantragen. Ein Antrag ist möglich; ob die Bank zustimmt, hängt vor allem davon ab, ob sie die Rückzahlung für realistisch hält.

Prüfen Sie, ob die Monatsrate nach Ihren notwendigen Ausgaben noch in Ihr Budget passt.

Kurze Antwort

Ja, Sie können mit Bürgergeld einen Kredit beantragen. Einen Anspruch auf eine Zusage haben Sie nicht: Die Bank prüft Ihre Einnahmen und Ausgaben, Ihre bestehenden Schulden und Ihr bisheriges Zahlungsverhalten. Für Alleinstehende beträgt der Regelbedarf 2026 monatlich 563 Euro; anerkannte Kosten für Unterkunft und Heizung kommen gegebenenfalls hinzu. Die Rate muss dauerhaft in Ihr Budget passen.

Für unabweisbare Anschaffungen wie eine Waschmaschine kann das Jobcenter ein Darlehen gewähren; fragen Sie dort zuerst nach. Ob zusätzlich eine Bank infrage kommt, können Sie über den Kreditvergleich von smava mit einer Schufa-neutralen Anfrage prüfen, ohne Ihre Schufa zu belasten.

Welche Regeln und Unterschiede wichtig sind

Es gibt keine allgemeine Regel, die Bürgergeld-Beziehenden einen Antrag auf einen privaten Ratenkredit verbietet. Die Bank entscheidet im Einzelfall, ob sie die Rückzahlung für tragbar hält. Die Kreditwürdigkeitsprüfung berücksichtigt unter anderem bisheriges Zahlungsverhalten, bestehende Schulden und die finanzielle Situation.

Das Bürgergeld besteht aus unterschiedlichen Bestandteilen. Der Regelbedarf deckt den allgemeinen Lebensunterhalt ab; anerkannte Kosten für Unterkunft und Heizung werden gesondert berücksichtigt. Die Regelbedarfe für 2026 bleiben unverändert. Die 563 Euro für Alleinstehende sind deshalb nicht automatisch der Gesamtbetrag, der Ihnen monatlich zur Verfügung steht.

Ein Darlehen vom Jobcenter ist etwas anderes als ein Kredit von einer Bank. Das Jobcenter übernimmt private Schulden grundsätzlich nicht. Bei bestimmten Miet- oder Energieschulden kann ein Darlehen infrage kommen, etwa wenn Wohnungslosigkeit oder eine Stromsperre droht. Für Jobcenter-Darlehen gilt eine Rückzahlungsgrenze: Über alle Darlehen hinweg dürfen monatlich höchstens fünf Prozent des maßgebenden Regelbedarfs zur Tilgung einbehalten werden. Näheres dazu erklärt der Beitrag zu Schulden beim Jobcenter.

Worauf die Bank bei Ihrem Antrag achtet

Die Bank vergleicht Ihre regelmäßigen Einnahmen mit Ihren notwendigen Ausgaben. Zu den Ausgaben gehören etwa Miete und Heizkosten. Auch Versicherungen und bestehende Kreditraten fließen ein. Entscheidend ist, welcher Betrag nach diesen Ausgaben für eine weitere Rate übrig bleibt. Die Bank kann dabei eigene Vorgaben dazu haben, welche Einnahmen sie wie bewertet. Fragen Sie vor dem Antrag nach, ob sie Bürgergeld bei ihrer Prüfung berücksichtigt.

Auch die SCHUFA-Auskunft spielt eine Rolle. Sie enthält Informationen zu Ihrer Kreditgeschichte und zu gemeldeten Zahlungsverpflichtungen. Prüfen Sie Ihre Einträge, bevor Sie mehrere Kreditanträge stellen. Eine kostenlose Datenkopie können Sie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung bei der SCHUFA anfordern.

Ein Kreditvergleich kann zunächst helfen, Angebote und monatliche Raten gegenüberzustellen. Bei smava wird der Vergleich nach Anbieterangaben als SCHUFA-neutral geführt. Achten Sie darauf, ob Sie mit einer unverbindlichen Konditionsanfrage mögliche Kreditbedingungen erfragen oder bereits einen verbindlichen Kreditantrag stellen. Eine neutrale Anfrage ist keine Kreditzusage; prüfen Sie außerdem vor dem Abschluss den effektiven Jahreszins, die Rate und den Gesamtbetrag im konkreten Angebot.

Häufige Fehler bei der Kreditsuche

Ein häufiger Fehler ist, nur auf die Monatsrate zu schauen. Eine niedrige Rate kann durch eine lange Laufzeit entstehen und dadurch die Gesamtkosten erhöhen. Vergleichen Sie deshalb immer auch den effektiven Jahreszins und den Gesamtbetrag, den Sie zurückzahlen müssen.

Vorsicht ist bei Angeboten „ohne SCHUFA“ geboten. Die Verbraucherzentrale warnt, dass Vermittler dafür Geld verlangen können, ohne dass ein Kredit zustande kommt. Prüfen Sie vor einer Unterschrift, ob Kosten für Vermittlung oder Beratung anfallen, und zahlen Sie nicht für ein bloßes Versprechen auf einen Kredit.

Beantragen Sie außerdem nicht vorschnell mehrere Kredite direkt bei Banken. Fragen Sie zuerst, ob eine unverbindliche Konditionsanfrage möglich ist und welche Art von SCHUFA-Anfrage gestellt wird. So wissen Sie eher, was mit Ihrer Auskunft geschieht, bevor Sie einen Vertrag abschließen.

Was Sie tun können, wenn die Bank ablehnt

Bitten Sie die Bank um eine Erklärung und prüfen Sie Ihre SCHUFA-Daten auf falsche oder veraltete Einträge. Erstellen Sie anschließend eine einfache Haushaltsrechnung. Erfassen Sie darin Ihre Einnahmen und notwendigen Ausgaben sowie bestehende Raten. Wenn nach den Grundkosten kein verlässlicher Spielraum bleibt, ist ein weiterer Kredit wahrscheinlich keine tragfähige Lösung.

Geht es um Miet- oder Energieschulden, wenden Sie sich frühzeitig an das Jobcenter oder Sozialamt und fragen Sie nach einem möglichen Darlehen. Bei einer drohenden Stromsperre können Sie außerdem den Versorger kontaktieren. Für Grundversorger gelten besondere Vorgaben zu einer Vereinbarung mit Ratenzahlung, die eine Stromsperre abwenden soll; die Verbraucherzentrale erklärt die Hilfen bei Energieschulden.

Kernaussagen

  • Beantragen Sie den Kredit nur mit realistischem Budget: Die Bank entscheidet im Einzelfall. Nach notwendigen Ausgaben muss die Rate bezahlbar bleiben.
  • Unterscheiden Sie Bankkredit und Jobcenter-Darlehen: Das Jobcenter übernimmt private Schulden grundsätzlich nicht; bei bestimmten Miet- oder Energieschulden kann ein Darlehen infrage kommen.
  • Prüfen Sie die Gesamtkosten: Vergleichen Sie neben der Monatsrate auch effektiven Jahreszins und Rückzahlungsbetrag.
  • Seien Sie bei „Krediten ohne SCHUFA“ vorsichtig: Prüfen Sie Gebühren und Vermittlungskosten, bevor Sie etwas unterschreiben.

FAQ

Zählt Bürgergeld bei der Bank als Einkommen?

Das hängt von der Bank und ihrer Kreditprüfung ab. Fragen Sie vor dem Antrag, ob und wie die Bank Bürgergeld berücksichtigt, und legen Sie die verlangten Nachweise vollständig vor.

Bekomme ich mit Bürgergeld einen Kredit ohne SCHUFA?

Ein Angebot ohne SCHUFA-Prüfung ist kein verlässlicher Weg zu einer Zusage. Die Verbraucherzentrale warnt vor Vermittlern, die für ihre Dienste Geld verlangen können, ohne dass ein Kredit zustande kommt.

Kann das Jobcenter meinen privaten Kredit bezahlen?

Grundsätzlich übernimmt das Jobcenter private Schulden nicht. Für bestimmte Miet- oder Energieschulden kann ein Darlehen möglich sein, wenn konkrete Folgen wie Wohnungslosigkeit oder eine Stromsperre drohen.

Wie vergleiche ich Kredite, ohne sofort einen Antrag zu stellen?

Fragen Sie beim Vergleich, ob Sie unverbindlich mögliche Kreditbedingungen erfragen können und ob die Anfrage SCHUFA-neutral ist. Bei smava wird der Vergleich nach Anbieterangaben als SCHUFA-neutral angeboten; prüfen Sie dennoch, welche Anfrage im konkreten Fall gestellt wird.

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