Wenn Sie als Selbstständige oder Unternehmerin Geld für eine Gründung, eine Übernahme oder eine Investition suchen, kann ein staatlich geförderter Kredit infrage kommen. Dabei stammt das Geld aus einem Förderprogramm, der Antrag läuft bei KfW-Krediten aber über eine Bank oder einen anderen Finanzierungspartner. Die Bank prüft Ihr Vorhaben und entscheidet, ob sie den Kredit mitträgt.
Klären Sie vor einem Kauf oder einer verbindlichen Bestellung, welches Programm passt, und reichen Sie den Antrag rechtzeitig über den Finanzierungspartner ein. Förderkredite müssen zurückgezahlt werden. Übernimmt der Staat einen Teil des Risikos, kann die Bank leichter finanzieren. Sie müssen den Kredit trotzdem zurückzahlen, und die Bank prüft weiterhin Ihre Kreditwürdigkeit.
1. Kapitalbedarf und Verwendungszweck festlegen
Beginnen Sie mit einer konkreten Rechnung: Wie viel Geld benötigen Sie, wofür genau und zu welchem Zeitpunkt? Trennen Sie Investitionen wie Maschinen oder Fahrzeuge von laufenden Ausgaben. Dazu zählen Miete und Warenbestand ebenso wie Personalkosten. So lässt sich besser prüfen, ob ein Programm den geplanten Zweck abdeckt und wann Sie das Geld tatsächlich benötigen und abrufen wollen.
Erstellen Sie außerdem eine Vorschau auf Einnahmen, Ausgaben und Rückzahlungen. Die Bank prüft, ob die erwarteten Einnahmen die Kosten decken und für die Kreditraten reichen. Bei einer Gründung gehören dazu ein nachvollziehbarer Geschäftsplan und realistische Umsatz- und Kostenannahmen. Für das Bankgespräch empfiehlt die Vorbereitung auf ein Förderdarlehen einen professionellen Geschäftsplan und eine vorherige Nachfrage bei der Bank, welche Unterlagen sie zusätzlich verlangt.
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2. Ein Programm passend zum Vorhaben auswählen
KfW-Förderkredite decken je nach Programm unter anderem Gründungen, Nachfolgen, Investitionen und Betriebsmittel ab. Betriebsmittel sind laufende Ausgaben, die den Geschäftsbetrieb sichern, etwa Waren oder Mieten. Die folgenden Beträge stammen aus einer Übersicht zu Förderprogrammen für 2026. Prüfen Sie vor der Antragstellung die geltenden Programmbedingungen, denn Höchstbeträge und Förderregeln können sich unterscheiden.
| Programm | In der Übersicht für 2026 genannter Höchstbetrag | Typischer Anwendungsbereich |
|---|---|---|
| ERP-Gründerkredit StartGeld | 200.000 Euro | Gründung und junge Unternehmen |
| ERP-Förderkredit Gründung und Nachfolge | 500.000 Euro | Gründung oder Unternehmensnachfolge |
| ERP-Förderkredit KMU | programmspezifisch | Kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler |
Die Beträge und Anwendungsbereiche fasst die Übersicht zu KfW-Krediten für Unternehmen zusammen. Beim StartGeld können laut einer Zusammenfassung der Bedingungen für 2026 höchstens 80.000 Euro für Betriebsmittel eingesetzt werden. Das Programm richtet sich demnach an Gründungen, Nachfolgen und junge Unternehmen innerhalb der ersten fünf Jahre ihrer Geschäftstätigkeit.
KfW-Kredite beantragen Sie über eine Bank; Zuschüsse beantragen Sie laut KfW direkt bei der Förderbank. Klären Sie deshalb zuerst, ob Ihr Vorhaben tatsächlich einen Kredit benötigt oder ob ein passender Zuschuss existiert. Bei mehreren öffentlichen Förderungen muss außerdem geprüft werden, ob die Programme miteinander kombinierbar sind. Für das StartGeld ist die Kombination mit anderen KfW- oder ERP-Programmen für dasselbe Vorhaben laut den genannten Bedingungen ausgeschlossen.
3. Vor der Bestellung mit der Bank sprechen
Nehmen Sie Kontakt zu Ihrer Hausbank oder einem anderen Finanzierungspartner auf, bevor Sie den Auftrag unterschreiben, eine Maschine bestellen oder ein Unternehmen kaufen. Bei Förderkrediten gilt grundsätzlich: Der Antrag muss vor Beginn des finanzierten Vorhabens gestellt werden. Eine nachträgliche Finanzierung bereits verbindlich eingegangener Verpflichtungen ist in der Regel nicht möglich. Ob vorbereitende Schritte schon als Vorhabensbeginn zählen, ist nicht für jeden Fall eindeutig; klären Sie das vor einer bindenden Zusage mit dem Finanzierungspartner.
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Fragen Sie vor dem Termin, wer für Förderkredite zuständig ist und welche Unterlagen die Bank benötigt. Bringen Sie eine klare Aufstellung des Kapitalbedarfs, den Geschäftsplan und Ihre Planung für Umsatz, Kosten und Rückzahlung mit. Die KfW-Checkliste für Förderanträge empfiehlt, zunächst ein geeignetes Programm und einen Finanzierungspartner zu bestimmen und das Bankgespräch vorzubereiten.
Die Bank prüft unter anderem, ob Ihr Vorhaben wirtschaftlich tragfähig ist. Auch Ihre Kreditwürdigkeit und vorhandene Sicherheiten fließen in die Prüfung ein. Sie kann den Antrag ablehnen. Eine KfW-Risikoübernahme von 80 Prozent beim StartGeld bezieht sich auf das Risiko des Finanzierungspartners. Sie bedeutet nicht, dass die Kreditnehmerin oder der Kreditnehmer weniger zurückzahlen muss oder automatisch eine Zusage erhält.
4. Antrag einreichen und Konditionen prüfen
Der Finanzierungspartner führt das Gespräch, prüft die Unterlagen und reicht den Förderantrag gegebenenfalls bei der KfW ein. Rechnen Sie damit, dass die Bank Rückfragen stellt oder weitere Nachweise verlangt. Die KfW-Produktseite zum ERP-Gründerkredit StartGeld informiert über das Programm; verbindlich sind die Bedingungen, die für Ihren Antrag und Ihre Zusage gelten.
Vergleichen Sie vor der Unterschrift den Zinssatz, die Laufzeit, mögliche Jahre zu Beginn ohne Tilgung und die Rückzahlungsregeln. Einen einheitlichen Zinssatz für alle KfW-Unternehmenskredite gibt es nicht. Bei StartGeld wird der Zinssatz nach der vorliegenden Zusammenfassung am Tag der Zusage festgelegt und bleibt über die Laufzeit fest. Eine vorzeitige Rückzahlung außerhalb des vereinbarten Plans kann eine Vorfälligkeitsentschädigung auslösen.
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Achten Sie auch auf den Auszahlungsplan. Für StartGeld nennt die Zusammenfassung eine Abruffrist von zwölf Monaten. Auf noch nicht abgerufene Beträge fällt demnach ab sechs Monaten und zwei Bankarbeitstagen nach der Zusage ein monatliches Bereitstellungsentgelt an, also eine Gebühr von 0,15 Prozent. Planen Sie die Auszahlung daher so, dass sie zum tatsächlichen Zeitplan Ihres Vorhabens passt.
Bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung sollten Sie außerdem genau lesen, wer Sicherheiten stellt und wer persönlich haftet. Die beschränkte Haftung einer GmbH schützt Sie nicht automatisch vor persönlichen Verpflichtungen gegenüber der Bank. Lassen Sie sich jede Bürgschaft und Haftungserklärung vor der Unterschrift erläutern.
5. Bei fehlenden Sicherheiten nach einer Bürgschaft fragen
Wenn Ihre Geschäftsidee tragfähig ist, aber der Bank ausreichende Sicherheiten fehlen, kann eine Bürgschaftsbank helfen. Sie übernimmt einen Teil des Risikos, dass der Kredit nicht zurückgezahlt wird. Das erleichtert die Finanzierung, beseitigt aber weder Ihre Rückzahlungspflicht noch automatisch die Anforderungen an Ihre persönliche Haftung.
Die konkreten Programme unterscheiden sich je nach Bundesland. Die Bürgschaftsbank Brandenburg nennt beispielsweise Bürgschaften für kleine und mittlere Unternehmen sowie Freiberufler. Diese Angaben gelten für Brandenburg und lassen sich nicht ohne Weiteres auf andere Länder übertragen. Fragen Sie Ihre Hausbank, welche Bürgschaftsbank für Ihren Unternehmenssitz zuständig ist und ob sie den Antrag gemeinsam mit Ihnen stellt.
Kernaussagen
- Reichen Sie den Antrag vor dem Projektstart ein: Bestellen Sie keine finanzierte Maschine und unterschreiben Sie keinen Kaufvertrag, bevor der Finanzierungspartner den richtigen Zeitpunkt bestätigt hat.
- Rechnen Sie den Kapitalbedarf konkret durch: Trennen Sie Investitionen und laufende Kosten und planen Sie die Rückzahlung aus realistischen Einnahmen.
- Lassen Sie die Bank das Programm prüfen: Förderkredite laufen über einen Finanzierungspartner, der Bonität, Geschäftsmodell und Sicherheiten bewertet.
- Prüfen Sie Kosten und Haftung vor der Unterschrift: Achten Sie auf Zinssatz, Abruffristen, Bereitstellungsentgelt, vorzeitige Rückzahlung und persönliche Mitverpflichtungen.
- Behandeln Sie eine Bürgschaft als zusätzliche Absicherung: Sie kann fehlende Sicherheiten teilweise ersetzen; den Kredit müssen Sie trotzdem zurückzahlen.
FAQ
Kann ich einen KfW-Kredit direkt bei der KfW beantragen?
KfW-Kredite beantragen Sie über eine Bank oder einen anderen Finanzierungspartner. Zuschüsse laufen laut KfW direkt über die Förderbank; entscheidend ist daher zuerst die Art der Förderung.
Was passiert, wenn ich die Maschine schon bestellt habe?
Ein verbindlicher Auftrag vor dem Förderantrag kann die Förderfähigkeit gefährden. Fragen Sie die Bank, bevor Sie weitere Verpflichtungen eingehen; eine bereits getätigte Ausgabe lässt sich in der Regel nicht nachträglich in eine Förderung einbeziehen.
Bekomme ich den Kredit sicher, wenn die KfW einen Teil des Risikos übernimmt?
Nein. Die Risikoübernahme entlastet den Finanzierungspartner, begründet aber keinen Anspruch auf den Kredit. Die Bank prüft weiterhin Ihre Kreditwürdigkeit, das Geschäftsmodell und die Rückzahlungsfähigkeit.
Kann ich StartGeld und einen weiteren KfW-Kredit für dasselbe Vorhaben kombinieren?
Laut den zusammengefassten StartGeld-Bedingungen ist die Kombination mit anderen KfW- oder ERP-Programmen für dasselbe Vorhaben nicht zulässig. Andere öffentliche Fördermittel können unter bestimmten Bedingungen hinzukommen; lassen Sie die Kombination vor dem Antrag prüfen.
Was kann ich tun, wenn meine Bank den Förderkredit ablehnt?
Sie können bei einem anderen Finanzierungspartner anfragen. Bereiten Sie dafür die Unterlagen erneut vollständig vor und klären Sie, ob die Ablehnung an der Tragfähigkeit, den Sicherheiten oder dem gewählten Programm lag.