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Was ist ein Kautionskredit? Die Grundlagen einfach erklärt

Wer eine Wohnung mietet, muss häufig eine Kaution hinterlegen. Reicht das Ersparte dafür nicht aus, kann ein Kautionskredit die Zahlung finanzieren: Dabei nimmt der Mieter in der Regel einen normalen Ratenkredit auf und zahlt die Kaution an den Vermieter. Den Kredit zahlt er anschließend mit Zinsen zurück.

Mit dem Kredit verteilst du die Kosten auf die Zukunft. Die Kaution bleibt trotzdem beim Vermieter, und die Rückzahlung des Kredits läuft unabhängig davon weiter. Ob sich der Kredit lohnt, hängt vor allem davon ab, wie dringend du das Geld brauchst und wie viel der Kredit kostet.

So funktioniert ein Kautionskredit

„Kautionskredit“ bezeichnet meist kein einheitliches Sonderprodukt. Gemeint ist gewöhnlich ein Ratenkredit, dessen Geld für die Mietkaution verwendet wird. Der Anbieter zahlt das Geld aus. Der Kreditnehmer verwendet es für die Kaution und zahlt danach die vereinbarten Raten und Zinsen zurück. Der Kreditvertrag legt fest, wer den Kredit anbietet, wie lange er läuft und welche Kosten entstehen. Weitere Informationen bietet die Erklärung zum Kautionskredit.

Der Vermieter verwahrt die Kaution nach den Regeln des Mietverhältnisses. Der Kreditgeber fordert seine Raten nach dem Kreditvertrag. Zahlt der Vermieter die Kaution nach dem Auszug zurück, wird der Kredit dadurch nicht automatisch zurückgezahlt. Der Kreditnehmer muss die Raten weiterzahlen und kann eine erhaltene Kautionsrückzahlung selbst zur Sondertilgung verwenden, sofern der Kreditvertrag das zulässt.

Erst prüfen, wie hoch die Kaution sein darf

Bei Wohnraummietverträgen darf die Geldkaution höchstens drei Nettokaltmieten betragen. Betriebskosten und Vorauszahlungen zählen dabei nicht zur Nettokaltmiete. Bei 700 Euro Nettokaltmiete liegt die Höchstgrenze also bei 2.100 Euro, auch wenn die Warmmiete höher ist. Die Grenze folgt aus § 551 BGB; die Regeln zur Mietkaution erläutern sie mit diesem Beispiel.

Wer die Kaution in Geld zahlt, darf sie außerdem in drei gleichen monatlichen Raten leisten. Die erste Rate ist zu Beginn des Mietverhältnisses fällig, die beiden weiteren zusammen mit den folgenden Mietzahlungen. Wer die volle Kaution nicht sofort zahlen kann, muss deshalb nicht automatisch einen verzinsten Kredit aufnehmen. Die Erläuterung zu § 551 BGB fasst diese Regelung zusammen.

Kredit, Ratenzahlung oder Bürgschaft?

Bei einem Kredit leiht sich der Mieter Geld. Bei der Ratenzahlung zahlt er die Kaution in Teilen. Bei einer Bürgschaft stellt ein Anbieter dem Vermieter eine Sicherheit. Bei einer Mietkautionsbürgschaft stellt ein Anbieter dem Vermieter eine Sicherheit. Der Mieter zahlt dafür laufende Beiträge, die am Ende des Mietverhältnisses nicht zurückerstattet werden. Muss der Bürge an den Vermieter zahlen, kann er das Geld anschließend vom Mieter zurückfordern. Der Vermieter muss eine Bürgschaft oder Versicherung nur akzeptieren, wenn diese Form der Sicherheit vereinbart ist.

Möglichkeit Was erhält der Vermieter? Was zahlt der Mieter? Was geschieht am Mietende?
Kautionskredit Die Geldkaution Kreditraten und Zinsen nach Vertrag Die Kaution wird separat abgerechnet; die Kreditraten enden nicht automatisch
Ratenzahlung der Geldkaution Die Kaution in drei Monatsraten Die vereinbarten Teilbeträge, ohne dafür einen Kredit aufzunehmen Die Kaution wird separat abgerechnet
Mietkautionsbürgschaft oder -versicherung Eine Bürgschaft als Sicherheit Wiederkehrende Beiträge Die Beiträge werden nicht zurückgezahlt; bei einer Zahlung an den Vermieter kann der Anbieter Rückgriff nehmen

Die Kosten eines Kautionskredits hängen vom konkreten Kreditangebot ab. Vergleiche beim konkreten Angebot, wie hoch der effektive Jahreszins und die monatliche Rate sind und welchen Gesamtbetrag du zurückzahlen musst. Zinsen, die Anbieter für normale Ratenkredite veröffentlichen, gelten nicht automatisch auch für einen Kautionskredit. Eine Mietkautionsversicherung verursacht dagegen laufende Beiträge, die nicht zurückfließen. Die Gegenüberstellung von Kredit und Bürgschaft erklärt die unterschiedlichen Verpflichtungen.

Wann ein Kredit sinnvoll sein kann

Ein Kautionskredit hilft, wenn du sonst nicht in die Wohnung einziehen kannst und die gesetzliche Ratenzahlung deine kurzfristige Geldlücke nicht schließt. Er ist aber kein kostenfreier Aufschub: Neben der laufenden Miete kommt eine weitere monatliche Rate hinzu. Prüfe daher, ob dein Haushaltsbudget beide Zahlungen über die gesamte Kreditlaufzeit trägt.

Vergleiche vor der Unterschrift mindestens den Kredit mit der gesetzlichen Ratenzahlung der Kaution. Lass dir außerdem die Gesamtkosten und mögliche Gebühren nennen. Falls eine Restschuldversicherung angeboten wird, prüfe sie getrennt: Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass solche Versicherungen häufig teuer sind und nur eingeschränkt leisten. Seit dem 2. Januar 2025 darf eine Restschuldversicherung zudem erst eine Woche nach dem Kreditvertrag abgeschlossen werden, nicht gleichzeitig. Mehr dazu erklärt die Verbraucherzentrale zu Restschuldversicherungen.

FAQ

Muss ich einen Kautionskredit aufnehmen, wenn ich die Kaution nicht sofort bezahlen kann?

Nein. Bei einer Geldkaution für Wohnraum kannst du die Zahlung grundsätzlich auf drei gleiche Monatsraten verteilen. Ein Kredit ist eine zusätzliche Möglichkeit, aber dafür fallen die vertraglich vereinbarten Kreditkosten an.

Wird die Kaution nach dem Auszug direkt zur Tilgung des Kredits verwendet?

Nein, Kredit und Kaution sind getrennt. Der Vermieter rechnet die Kaution nach dem Mietende ab; die Raten an den Kreditgeber laufen nach dem Kreditvertrag weiter. Wenn du die Rückzahlung der Kaution zur Tilgung nutzen willst, musst du das selbst veranlassen und die Bedingungen für eine Sondertilgung prüfen.

Muss der Vermieter eine Mietkautionsbürgschaft akzeptieren?

Nein. Eine Bürgschaft oder Versicherung muss als Kautionsform vereinbart sein. Frage den Vermieter deshalb vor dem Abschluss, ob er diese Sicherheit akzeptiert.

Was sollte ich vor einem Kreditangebot vergleichen?

Vergleiche den effektiven Jahreszins, die monatliche Rate und den Gesamtbetrag über die gesamte Laufzeit. Prüfe außerdem, ob Gebühren anfallen. Sieh im Vertrag auch nach, ob eine vorzeitige Rückzahlung oder Sondertilgung erlaubt ist.

Kernaussagen

  • Prüfe zuerst die Ratenzahlung: Bei einer Geldkaution für Wohnraum sind drei gleiche Monatsraten möglich.
  • Berechne die Gesamtkosten: Ein Kautionskredit ist meist ein gewöhnlicher Ratenkredit mit Zinsen und läuft unabhängig von der Kautionsrückzahlung.
  • Unterscheide Kredit und Bürgschaft: Beim Kredit zahlst du geliehenes Geld zurück; bei einer Bürgschaft fallen nicht erstattete Beiträge an und der Anbieter kann gezahlte Beträge von dir zurückfordern.
  • Kläre die Kautionsform mit dem Vermieter: Eine Bürgschaft oder Versicherung muss akzeptiert und vereinbart sein.

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