Ich habe mir für 5.000 Euro eine neue Küche angeschafft und mit meiner Kreditkarte bezahlt. Nun bietet mir die Bank an, nur 2% des offenen Betrags als Monatsrate zu zahlen und den Rest auf dem Kartenkonto zu belassen. Das klingt praktisch, aber ich frage mich, wie hoch die Zinsen auf den Restbetrag sind.
Wie funktioniert diese Teilzahlung genau, welche Kosten entstehen und worauf sollte ich bei der Rückzahlung achten, um nicht in eine Schuldenspirale zu geraten?
Wenn du eine Kreditkarte beantragst oder deine Abrechnung liest, wird dir vielleicht eine Teilzahlung angeboten. Bei einer Revolving-Kreditkarte zahlst du dann nur einen Teil des offenen Betrags. Der Rest bleibt als Schuld auf dem Kartenkonto stehen und wird verzinst.
Hier erfährst du, woran du eine Teilzahlung erkennst, welche Kosten entstehen und worauf du bei der Rückzahlung achten solltest.
Kurze Antwort
Eine Revolving-Kreditkarte ist eine Kreditkarte, mit der du bis zu einem vereinbarten Kreditrahmen einkaufen und den offenen Betrag in Raten zurückzahlen kannst. Für den nicht bezahlten Rest zahlst du Zinsen. In deinem Kartenvertrag stehen die Mindestrate und die weiteren Bedingungen. Die Zinssätze unterscheiden sich je nach Anbieter. Für echte Kreditkartenkredite lag der effektive Jahreszins, der die jährlichen Kreditkosten in Prozent angibt, laut Bundesbank im September 2025 bei rund 17 Prozent; ein von der BaFin genannter Spitzenwert beträgt bis zu 25 Prozent. Die Verbraucherzentrale warnt vor hohen Kosten und dem Risiko, sich mit Kartenschulden zu überschulden.
Bevor du die Teilzahlung deiner Kreditkarte nutzt, lohnt sich ein Vergleich mit einem Ratenkredit: Über den Ratenkreditvergleich von smava siehst du mit einer Schufa-neutralen Anfrage, ob dir ein regulärer Kredit mit festen Raten günstiger kommt und du die Karte schneller abbezahlen kannst.
So funktionieren Teilzahlung und Kartenarten
Der Anbieter zieht den offenen Betrag bei einer Revolving-Kreditkarte nicht unbedingt jeden Monat vollständig ein. Je nach Vertrag zahlst du eine Mindestrate oder einen festgelegten Anteil der Schuld. Der nicht bezahlte Rest bleibt bis zur nächsten Abrechnung auf dem Kartenkonto und wird verzinst. Die Verbraucherzentrale erklärt den Unterschied zur üblichen Monatsabrechnung.
Bei einer Charge-Kreditkarte sammelt der Anbieter die Umsätze und bucht den Gesamtbetrag später ab. Eine Debitkarte belastet dein Girokonto zeitnah; eine Prepaidkarte kannst du nur mit zuvor aufgeladenem Guthaben nutzen. Einen Kreditrahmen bieten Charge- und Revolving-Karten. Die BaFin unterscheidet Debit- und Kreditkarten; die Ratenzahlung ist das Merkmal der Revolving-Karte.
Hier geht es zum passenden Kredit
Dein Kartenvertrag und das Preis- und Leistungsverzeichnis, in dem die Gebühren stehen, legen fest, wie hoch die Mindestrate ist, wann der Anbieter abbucht und welche Zinsen oder Gebühren anfallen. Diese Bedingungen unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter. Achte besonders auf Formulierungen wie „Rückzahlung in Raten“ oder „flexible Rückzahlung“: Eine Teilzahlung ist bei manchen Karten bereits voreingestellt.
Worauf die Bank bei der Vergabe achtet
Für eine Karte mit Kreditrahmen prüft der Anbieter, ob du den Kredit voraussichtlich zurückzahlen kannst. Je nach Anbieter fragt er nach deinem Einkommen und deiner finanziellen Situation und führt eine Bonitätsprüfung durch. Dabei schätzt er ein, ob du deine Schulden voraussichtlich zurückzahlen kannst. Auch Informationen der SCHUFA können dabei eine Rolle spielen. Die genauen Voraussetzungen legt die Bank fest. Die Kreissparkasse Ravensburg nennt für ihre Mastercard beispielsweise Volljährigkeit, regelmäßiges Einkommen und eine übliche Bonitätsprüfung. Das ist ein Produktbeispiel und gilt nicht automatisch für alle Karten.
Wenn du einen Kreditvergleich nutzt, achte darauf, wie das Portal deine Daten anfragt. Eine Konditionsanfrage dient dazu, mögliche Angebote und Zinssätze zu prüfen. Nach der Erklärung zur SCHUFA beeinflusst sie deinen SCHUFA-Score, also den Bonitätswert, nicht. Prüfe im Vergleichsportal, zum Beispiel bei smava, ob die Anfrage ausdrücklich als schufaneutrale Konditionsanfrage gekennzeichnet ist. Für einen verbindlichen Kreditantrag kann anschließend eine gesonderte Anfrage nötig sein.
Rechenbeispiel: Was eine Mindestrate kosten kann
Ein Rechenbeispiel von t-online zeigt, dass eine geringe Mindestrate die Rückzahlung verlängern und zusätzliche Zinskosten verursachen kann. Die tatsächliche Laufzeit und die Kosten hängen von deinem Vertrag und deinem Zahlungsverhalten ab.
Typische Fehler bei der Rückzahlung
Der häufigste Kostenfehler ist, die voreingestellte Teilzahlung nicht zu bemerken. Dann wird automatisch nur die Mindestrate abgebucht, während auf den offenen Betrag Zinsen anfallen. Prüfe daher direkt nach Erhalt der Karte die Rückzahlungseinstellung und die erste Abrechnung.
Zinsen vieler Banken vergleichen und günstigen Kredit finden
Eine Mindestrate bedeutet nicht, dass du zinsfrei zurückzahlst. Sie sorgt nur dafür, dass du nicht den gesamten Betrag auf einmal zahlen musst. Sie sagt nichts darüber aus, wie schnell du schuldenfrei bist oder wie viel Zins du insgesamt zahlst. Eine Teilzahlung kann außerdem je nach Anbieter dazu führen, dass die zinsfreie Frist für neue Umsätze entfällt. Prüfe diese Regel im Vertrag oder frage beim Kartenanbieter nach; auf mögliche Unterschiede weist auch der smava-Ratgeber zur Teilzahlung hin.
Zusätzliche Kosten entstehen zum Beispiel durch Bargeldabhebungen oder Zahlungen in Fremdwährung. Die Gebühren dafür findest du im Preis- und Leistungsverzeichnis. Wenn du die Karte nicht auf Teilzahlung nutzen willst, prüfe, ob du im Onlinebanking oder in der App auf vollständige Abbuchung umstellen kannst. Falls die Einstellung dort fehlt, frage beim Anbieter nach.
Was du bei Zahlungsproblemen tun kannst
Wenn du die offene Summe nicht mehr bezahlen kannst, nutze die Karte zunächst nicht weiter. Frage den Anbieter nach dem aktuellen Ablösebetrag, dem Zinssatz und der Möglichkeit, höhere feste Raten zu zahlen. Eine feste Rate hilft, die Rückzahlung planbarer zu machen. Ignoriere fällige Beträge oder Mahnungen nicht, sondern nimm frühzeitig Kontakt mit dem Anbieter auf.
Bei einer größeren Restschuld kann ein günstigerer Ratenkredit zur Umschuldung infrage kommen. Vergleiche dafür den effektiven Jahreszins und die Gesamtkosten mit den Kosten der Kreditkarte. Achte darauf, dass Gebühren oder eine längere Laufzeit die mögliche Ersparnis nicht aufzehren. Die Verbraucherzentrale empfiehlt beim Umschulden, Angebote über Konditionsanfragen zu vergleichen und teure Kreditkartenschulden nach der Ablösung nicht erneut aufzubauen.
Kernaussagen
- Prüfe die Rückzahlungseinstellung: Bei voreingestellter Teilzahlung können automatisch Zinsen anfallen.
- Vergleiche die Kosten: Effektive Jahreszinsen unterscheiden sich je nach Anbieter und Vertrag; maßgeblich sind Kreditvertrag und Preisverzeichnis.
- Tilge mehr als die Mindestrate: Eine feste höhere Rate kann die Rückzahlung verkürzen und die Zinskosten senken.
- Vergleiche Kredite mit einer Konditionsanfrage: Achte darauf, dass die Anfrage ausdrücklich als schufaneutral gekennzeichnet ist.
FAQ
Worin unterscheidet sich eine Revolving-Kreditkarte von einer Charge-Kreditkarte?
Bei einer Revolving-Karte kannst du den offenen Betrag in Raten zurückzahlen und zahlst Zinsen auf den verbleibenden Saldo. Bei einer Charge-Karte wird der gesammelte Monatsbetrag später vollständig abgebucht.
Kann ich die Teilzahlung ausschalten?
Das hängt vom Anbieter ab. Prüfe die Rückzahlungseinstellungen im Onlinebanking oder in der App und wähle, sofern verfügbar, die vollständige Abbuchung. Wenn du die Einstellung nicht findest, frage den Kartenanbieter.
Haben alle Kreditkarten einen Kreditrahmen?
Nein. Debitkarten belasten das Girokonto zeitnah, und Prepaidkarten funktionieren auf Guthabenbasis. Einen Kreditrahmen bieten Charge- und Revolving-Kreditkarten.
Sind die Zinsen bei allen Revolving-Karten gleich?
Nein. Zinssatz, Mindestrate und Gebühren richten sich nach Anbieter und Vertrag. Lies die Angaben im Kartenvertrag und im Preis- und Leistungsverzeichnis, bevor du die Teilzahlung nutzt.
Ist eine SCHUFA-neutrale Konditionsanfrage dasselbe wie ein Kreditantrag?
Nein. Eine Konditionsanfrage dient dem Angebotsvergleich und beeinflusst nach der SCHUFA-Erklärung den Score nicht. Prüfe, ob das Vergleichsportal die Anfrage ausdrücklich so kennzeichnet; ein späterer verbindlicher Antrag kann eine andere Anfrage auslösen.