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Was passiert, wenn ich dauerhaft im Dispo bin?

✓ Beantwortet von der Redaktion Umschuldung 5 Min. Lesezeit

Inhalt der Antwort
  1. Kurze Antwort
  2. Was beim Dispo gilt
  3. Worauf die Bank achtet
  4. Typische Fehler, die den Dispo verlängern
  5. Was Sie tun können, wenn Sie nicht herauskommen
  6. Kernaussagen
  7. FAQ
FrageSo oder ähnlich fragen viele

Seit fast einem Jahr bin ich mit meinem Girokonto dauerhaft im Minus, meist um 3.000 bis 4.000 Euro. Mein Gehalt reicht gerade für die laufenden Kosten, aber der Dispo gleicht sich nur kurz aus, bevor ich wieder überziehe. Ich zahle jeden Monat Zinsen, komme aber nie wirklich heraus.

Was passiert eigentlich, wenn ich dauerhaft im Dispo bleibe? Welche Kosten kommen da auf mich zu und woran merke ich, ob die Bank irgendwann etwas unternimmt oder mein Konto sperrt?

Redaktion KreditzentraleAntwort der Redaktion

Wenn Ihr Girokonto jeden Monat im Minus bleibt und das Gehalt den Dispo nur kurz ausgleicht, zahlen Sie laufend Zinsen und gewinnen finanziell kaum wieder Spielraum. Der Dispokredit ist eine Kreditlinie auf dem Girokonto: Sie dürfen das Konto bis zu einer vereinbarten Grenze überziehen, müssen den Betrag aber zurückzahlen.

Bleibt Ihr Konto dauerhaft im Minus, behalten Sie den Kontostand und Ihre regelmäßigen Ausgaben im Blick. So sehen Sie, ob Ihr Einkommen ausreicht, um das Minus abzubauen.

Kurze Antwort

Ein dauerhaft genutzter Dispo kostet viel, weil die Bank auf den überzogenen Betrag Zinsen berechnet. Eine Verivox-Auswertung ermittelte für Kontoüberziehungen einen durchschnittlichen Zinssatz von 11,28 Prozent; der tatsächliche Satz steht im Preisverzeichnis Ihrer Bank oder in Ihrem Vertrag und kann deutlich abweichen. Innerhalb des vereinbarten Rahmens gibt es meist keine festen Raten, aber der Schuldenstand sinkt nur, wenn mehr Geld eingeht, als Sie ausgeben. Überschreiten Sie die Grenze, können zusätzliche Kosten entstehen oder Zahlungen abgelehnt werden.

Sprechen Sie zuerst mit Ihrer Bank über eine Umschuldung in einen Ratenkredit, um die hohen Dispozinsen zu senken. Alternativ vergleichen Sie über smava Ratenkredit-Angebote vieler Banken mit einer Schufa-neutralen Anfrage und finden so eine günstigere Lösung.

Was beim Dispo gilt

Der Dispo erlaubt Ihnen, vorübergehend Geld auszugeben, das noch nicht auf dem Konto liegt. Für die Nutzung fallen Zinsen an. Innerhalb der vereinbarten Grenze gibt es laut ING keine festen Rückzahlungsraten; zurückzahlen müssen Sie den Betrag trotzdem.

Der Zinssatz gilt für den tatsächlich genutzten Betrag und wird von Ihrer Bank festgelegt. Prüfen Sie dafür den Kreditvertrag oder den Preisaushang. Eine Überziehung über die vereinbarte Grenze hinaus ist eine sogenannte geduldete Überziehung. Sie kann teurer sein als der normale Dispo; laut einer Verivox-Auswertung zu Dispozinsen verlangen manche Banken dafür zusätzliche Kosten.

Worauf die Bank achtet

Bei der Einrichtung oder Änderung eines Dispos berücksichtigt die Bank unter anderem regelmäßige Zahlungseingänge, die bisherige Kontoführung und die gewünschte Höhe des Kreditrahmens. Die Erläuterungen von smava zum Dispo nennen diese Punkte als Beispiele für Kriterien, nach denen Banken entscheiden.

Ein dauerhaft ausgeschöpfter Dispo lässt wenig finanziellen Puffer für unerwartete Ausgaben. Die Bank kann den Rahmen prüfen und je nach Vertrag und persönlicher Situation anpassen oder kündigen. Ein vereinbarter Dispo bedeutet nicht automatisch einen negativen Schufa-Eintrag. Wie eine Bank die Kreditlinie meldet, hängt jedoch von der Bank und den Vertragsbedingungen ab. Prüfen Sie Ihren Vertrag und Ihre Schufa-Daten, wenn Sie wissen möchten, welche Angaben gespeichert sind.

Typische Fehler, die den Dispo verlängern

Wer den Gehaltseingang als Ausgleich des Minus einplant, aber laufende Ausgaben nicht reduziert, rutscht schnell wieder in den Dispo. Nach dem Gehaltseingang sieht der Kontostand kurz besser aus. Doch Sie nutzen den Dispo weiter, wenn Ihre Ausgaben das Guthaben wieder aufbrauchen.

Auch die vereinbarte Grenze sollte nicht mit einem verfügbaren Guthaben verwechselt werden. Ein größerer Disporahmen kann zwar kurzfristig mehr Spielraum schaffen, löst aber das Problem nicht und erhöht die mögliche Verschuldung. Wird die Grenze überschritten, können zusätzlich höhere Zinsen oder Gebühren anfallen.

Was Sie tun können, wenn Sie nicht herauskommen

Prüfen Sie zuerst die Höhe Ihres Minus. Sehen Sie außerdem nach, welchen Zinssatz Ihre Bank berechnet und welche regelmäßigen Ausgaben von Ihrem Konto abgehen. Legen Sie anschließend einen festen Betrag fest, der nach Miete, Energie, Lebensmitteln und anderen notwendigen Kosten monatlich zur Rückzahlung übrig bleibt. Wenn Sie so das Minus nicht abbauen können, wenden Sie sich frühzeitig an Ihre Bank. Erklären Sie, welchen Betrag Sie tatsächlich zurückzahlen können.

Ein Ratenkredit zur Ablösung des Dispos kann sinnvoll sein, wenn der effektive Jahreszins niedriger ist und die Monatsrate dauerhaft in Ihr Budget passt. Vergleichen Sie dafür die Gesamtkosten und die Laufzeit, nicht nur die monatliche Rate. Bei einem Vergleich über ein Portal wie smava sollte klar erkennbar sein, dass zunächst eine Konditionsanfrage gestellt wird. Sie dient dazu, mögliche Kreditbedingungen zu vergleichen; eine konkrete Kreditanfrage erfolgt erst, wenn Sie ein Angebot tatsächlich beantragen. Achten Sie im Ablauf ausdrücklich auf den Hinweis „schufaneutral“, bevor Sie Ihre Daten übermitteln.

Wenn kein Kredit tragbar ist oder weitere Rechnungen offenbleiben, suchen Sie eine anerkannte Schuldnerberatung auf. Bei einer drohenden Kontopfändung können Sie von Ihrer Bank verlangen, das Konto in ein Pfändungsschutzkonto, kurz P-Konto, umzuwandeln. Das Bundesjustizministerium erläutert den Anspruch auf ein P-Konto; die Umwandlung schützt einen gesetzlich festgelegten Grundbetrag vor dem Zugriff durch Pfändungen.

Kernaussagen

  • Prüfen Sie den Zinssatz: Maßgeblich ist der Satz in Ihrem Vertrag oder im Preisaushang, nicht ein Durchschnittswert.
  • Planen Sie die Rückzahlung fest ein: Ein Dispo hat meist keine festen Raten, aber das Minus sinkt nur, wenn Sie dauerhaft mehr einnehmen als ausgeben.
  • Vergleichen Sie die Gesamtkosten: Ein Ratenkredit hilft nur, wenn Zins und tragbare Monatsrate günstiger beziehungsweise passend sind.
  • Reagieren Sie früh: Sprechen Sie mit der Bank oder einer Schuldnerberatung, bevor weitere Rechnungen offenbleiben.

FAQ

Ist ein dauerhaft genutzter Dispo automatisch ein negativer Schufa-Eintrag?

Nein, die Nutzung eines vereinbarten Dispos führt nicht automatisch zu einem negativen Eintrag. Banken können eine Kreditlinie jedoch je nach Bank und Vertragsgrundlage an die Schufa melden. Prüfen Sie Ihre Daten in der Schufa-Selbstauskunft.

Was passiert, wenn ich die Dispo-Grenze überschreite?

Die Bank kann eine Zahlung ablehnen oder die Überziehung dulden. Für eine geduldete Überziehung können zusätzliche Kosten anfallen; die Bedingungen finden Sie im Preisverzeichnis Ihrer Bank.

Kann die Bank meinen Dispo kündigen oder reduzieren?

Das hängt vom Vertrag und den Umständen ab. Fragen Sie Ihre Bank nach den geltenden Bedingungen und danach, wie Sie den offenen Betrag zurückzahlen sollen, wenn der Rahmen sinkt oder endet.

Ist ein Ratenkredit immer besser als der Dispo?

Nein. Entscheidend sind der effektive Jahreszins, die Gesamtkosten und eine Monatsrate, die zu Ihrem Budget passt. Ein Kredit ist keine Entlastung, wenn die Rate zu neuen Zahlungsproblemen führt.

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