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Wie viel Dispo bekomme ich?

✓ Beantwortet von der Redaktion Umschuldung 6 Min. Lesezeit

Inhalt der Antwort
  1. Kurze Antwort
  2. Wie die Bank den Dispo-Rahmen festlegt
  3. Worauf Banken achten
  4. Möglicher Dispo-Rahmen
  5. Was der Dispo kostet
  6. Typische Fehler bei der Einschätzung
  7. Wenn die Bank keinen oder nur einen kleinen Dispo anbietet
  8. Kernaussagen
  9. FAQ
FrageSo oder ähnlich fragen viele

Ich bekomme monatlich 2.400 Euro netto auf mein Konto, habe aber keine größeren Rücklagen. Vor Kurzem musste ich eine Autoreparatur bezahlen und nun steht ein Umzug an, der mich etwa 1.500 Euro kosten wird. Mein Konto ist dadurch schon leicht überzogen, aber ich möchte wissen, ob ich meinen Dispo erhöhen kann, um die Kosten abzufedern.

Wie viel Dispo kann ich von meiner Bank erwarten? Rechnen Sie dabei eher mit zwei oder drei Monatsgehältern? Und welche Faktoren spielen für die Höhe die größte Rolle?

Redaktion KreditzentraleAntwort der Redaktion

Wenn Ihr Girokonto vor dem nächsten Gehalt ins Minus rutscht, stellt sich die Frage, wie weit Sie es überziehen dürfen. Diesen Kreditrahmen nennt man Dispositionskredit oder kurz Dispo. Die Bank legt ihn für jede Person einzeln fest; eine einheitliche Summe gibt es nicht.

Im Folgenden erfahren Sie, welche Faktoren den Rahmen beeinflussen und worauf Sie bei Kosten und Nutzung achten sollten.

Kurze Antwort

Als grobe Orientierung bieten Banken häufig einen Dispo in Höhe von zwei bis drei monatlichen Gehaltseingängen an. Das entspricht ungefähr dem Zwei- bis Dreifachen Ihres monatlichen Nettoeinkommens, wenn die Bank diese Faustregel anwendet. Ob Sie diesen Betrag bekommen, hängt vor allem von Ihrem Einkommen ab. Die Bank prüft auch, ob das Einkommen regelmäßig eingeht und wie sie Ihre Bonität, also Ihre Kreditwürdigkeit, bewertet. Ihre Bank teilt Ihnen mit, ob sie einen Dispo einrichtet und wie hoch er ist.

Bevor Sie sich mit Ihrer Bank treffen, prüfen Sie, ob ein Ratenkredit für Ihre Situation günstiger wäre. Über den Ratenkreditvergleich von smava sehen Sie mit einer Schufa-neutralen Anfrage, welche Konditionen verschiedene Banken bieten.

Wie die Bank den Dispo-Rahmen festlegt

Der Dispo ist ein Kreditrahmen auf dem Girokonto: Sie können Ihr Konto bis zum vereinbarten Betrag überziehen und zahlen Zinsen für den Betrag, den Sie tatsächlich nutzen. Die BaFin beschreibt den Dispo als eingeräumte Kontoüberziehung.

Eine verbreitete Faustregel sind zwei bis drei monatliche Gehaltseingänge. Manche Banken setzen den Rahmen mit bis zu drei Netto-Monatsgehältern an. Das ist eine Orientierung und kein Anspruch auf einen bestimmten Rahmen. easyCredit erläutert, dass die Höhe vom Einkommen und der Bonität abhängt. Auch regelmäßige Zahlungseingänge spielen dabei eine Rolle. Auch der Zeitpunkt spielt eine Rolle: Manche Banken richten einen Rahmen direkt bei der Kontoeröffnung ein, andere warten zunächst auf regelmäßige Gehaltseingänge.

Die Faustregel ist kein Anspruch auf einen bestimmten Betrag. Ihre Bank kann einen niedrigeren Dispo einrichten oder Ihnen keinen anbieten. Bei der Berliner Sparkasse gehören beispielsweise ein Girokonto dort, ein regelmäßiges monatliches Einkommen und eine positive Schufa-Auskunft zu den Voraussetzungen; die Bank passt den Rahmen an die finanzielle Situation an.

Worauf Banken achten

Banken prüfen, ob Sie den Kreditrahmen voraussichtlich zurückführen können. Dafür betrachten sie insbesondere, ob regelmäßiges Einkommen auf dem Konto eingeht und wie Ihre Bonität bewertet wird. Eine positive Schufa-Auskunft ist bei manchen Banken ausdrücklich Voraussetzung, aber die Kriterien und ihre Gewichtung unterscheiden sich.

Auch bestehende finanzielle Verpflichtungen können für die Einschätzung relevant sein. Ein hoher Dispo-Rahmen ist nicht automatisch vorteilhaft: Die ING weist darauf hin, dass die volle Kreditlinie an die Schufa gemeldet werden kann und ein hoher Rahmen bei späteren Kreditanträgen berücksichtigt werden kann. Wenn Sie dauerhaft nur einen kleinen Puffer brauchen, fragen Sie Ihre Bank, ob sie den Rahmen senkt.

Möglicher Dispo-Rahmen

Die Faustregel von zwei bis drei monatlichen Gehaltseingängen dient nur als Orientierung. Die Bank kann einen geringeren Betrag festlegen, zum Beispiel weil sie Ihre finanzielle Situation anders bewertet oder weil das Einkommen noch nicht regelmäßig auf diesem Konto eingeht. Entscheidend ist der Dispo-Rahmen, den die Bank Ihnen tatsächlich mitteilt.

Was der Dispo kostet

Für den eingeräumten Rahmen zahlen Sie Zinsen, sobald Sie ihn nutzen. Der Zinssatz ist je nach Bank verschieden. Finanztip nennt in seinem Vergleich eine Spanne von ungefähr 7 bis 17 Prozent pro Jahr; prüfen Sie den konkreten Zinssatz im Preis- und Leistungsverzeichnis oder im Kontovertrag Ihrer Bank.

Die Zinsen fallen auf den tatsächlich überzogenen Betrag und die Dauer der Nutzung an. Wenn Sie das Konto über den vereinbarten Rahmen hinaus überziehen oder ohne eingeräumten Dispo ins Minus geraten, handelt es sich um eine geduldete Überziehung. Dafür können höhere Zinsen gelten. Ein Dispo eignet sich daher eher für eine kurzfristige Lücke als für dauerhaft fehlendes Geld.

Typische Fehler bei der Einschätzung

Ein häufiger Irrtum ist, die Faustregel von zwei bis drei Monatsgehältern als sichere Zusage zu verstehen. Sie beschreibt nur eine grobe Orientierung. Die Bank entscheidet individuell, und ein Einkommen, das nicht regelmäßig auf dem betreffenden Girokonto eingeht, kann die Einschätzung erschweren.

Der eingeräumte Rahmen ist kein Guthaben. Mit einem Dispo erlaubt die Bank Ihnen, Ihr Konto bis zu einem vereinbarten Betrag zu überziehen. Das Geld bleibt ein Kredit und verursacht bei Nutzung Zinsen.

Auch eine Überziehung über das Limit hinaus ist keine verlässliche zusätzliche Kreditreserve. Die Bank muss solche Zahlungen nicht dauerhaft zulassen, und die geduldete Überziehung kann teurer sein. Prüfen Sie daher Ihren vereinbarten Rahmen und Zinssatz direkt im Onlinebanking, im Vertrag oder im Preis- und Leistungsverzeichnis.

Wenn die Bank keinen oder nur einen kleinen Dispo anbietet

Fragen Sie bei Ihrer Bank nach, warum der beantragte Rahmen nicht eingerichtet oder niedriger angesetzt wurde. Wenn Ihr Einkommen erst seit kurzer Zeit auf das Konto eingeht, kann es helfen, die Bank nach einigen regelmäßigen Gehaltseingängen erneut um eine Prüfung zu bitten. Eine Erhöhung sollte zu Ihrem tatsächlichen Bedarf passen.

Prüfen Sie außerdem Ihre Einnahmen und Ausgaben. Wenn der Dispo jeden Monat genutzt wird und nicht zurückgeht, löst ein höherer Rahmen das Problem nicht, sondern ermöglicht eine größere Verschuldung. Für eine längerfristige Finanzierung kann ein Ratenkredit oder ein Rahmenkredit günstiger sein. Bei einem Rahmenkredit können Sie Geld bis zu einem vereinbarten Betrag abrufen. Vergleichen Sie Zinssatz, Laufzeit und Gesamtkosten.

Ein Kreditvergleich kann helfen, Angebote für eine solche Finanzierung einzuschätzen. Bei einer schufaneutralen Konditionsanfrage prüft der Anbieter zunächst, welche Kreditkonditionen infrage kommen. Diese Anfrage fließt nicht als Kreditanfrage in die Bonitätsbewertung ein. Bei einem Vergleichsportal wie smava sollten Sie vor dem Absenden prüfen, ob die Anfrage ausdrücklich als unverbindliche Konditionsanfrage und schufaneutral gestellt wird. Eine spätere verbindliche Kreditanfrage ist davon zu unterscheiden.

Kernaussagen

  • Rechnen Sie mit einer Faustregel, nicht mit einer Zusage: Häufig dienen zwei bis drei monatliche Gehaltseingänge als Orientierung.
  • Prüfen Sie Ihren tatsächlichen Rahmen bei der Bank: Einkommen, regelmäßige Zahlungseingänge und Bonität bestimmen die individuelle Entscheidung.
  • Behandeln Sie den Dispo als kurzfristigen Kredit: Zinsen fallen für den genutzten Betrag und die Nutzungsdauer an.
  • Vermeiden Sie dauerhafte Überziehungen: Ein höherer Rahmen erweitert Ihre Kreditmöglichkeit; bei Nutzung zahlen Sie dafür Zinsen.
  • Vergleichen Sie bei längerem Finanzierungsbedarf Alternativen: Achten Sie auf eine schufaneutrale Konditionsanfrage und auf die Gesamtkosten.

FAQ

Bekomme ich automatisch einen Dispo?

Nein. Manche Banken richten bei der Kontoeröffnung einen Rahmen ein, andere erst nach regelmäßigen Zahlungseingängen oder auf Anfrage. Die Bank entscheidet individuell, ob sie einen Dispo anbietet und wie hoch er ausfällt.

Kann ich einen höheren Dispo beantragen?

Ja, Sie können Ihre Bank um eine Erhöhung bitten. Die Bank prüft dann erneut Ihre finanzielle Situation und Bonität; ein Anspruch auf einen bestimmten Betrag besteht nicht.

Wie finde ich heraus, welchen Dispozins meine Bank verlangt?

Der Zinssatz steht im Kontovertrag oder im Preis- und Leistungsverzeichnis. Er kann sich von Bank zu Bank unterscheiden und gilt für den tatsächlich genutzten Betrag.

Ist ein nicht genutzter Dispo kostenlos?

Die Bereitstellung des Rahmens ist bei manchen Banken kostenlos; Zinsen fallen dann erst an, wenn Sie den Dispo nutzen. Prüfen Sie die Bedingungen Ihres Kontos, denn maßgeblich ist der Vertrag mit Ihrer Bank.

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