Ich hatte vor drei Jahren einen Kredit, den ich nicht wie geplant zurückzahlen konnte und deshalb einen SCHUFA-Eintrag bekam. Die Restforderung habe ich inzwischen beglichen, aber der Eintrag ist noch gespeichert. Jetzt möchte ich mich als Friseur selbstständig machen und brauche für die Einrichtung meines Salons und erste Werbung etwa 20.000 Euro.
Kann mich das Gewerbeamt wegen des Eintrags ablehnen? Und machen Banken mir überhaupt einen Kredit, oder muss ich mit einer Ablehnung rechnen? Gilt für so einen Fall die kürzere Löschfrist von 18 Monaten?
Wenn Sie sich selbstständig machen und einen negativen SCHUFA-Eintrag haben, fragen Sie sich vielleicht, ob das Gewerbeamt Ihre Gewerbeanmeldung ablehnen darf. Ein gewöhnlicher Eintrag hindert Sie grundsätzlich nicht daran, ein Gewerbe anzumelden. Ihre Bonität, also Ihre Kreditwürdigkeit, wird vor allem wichtig, wenn Sie ein Geschäftskonto eröffnen, Geschäftsräume mieten oder einen Kredit beantragen.
Prüfen Sie getrennt, welche Anforderungen für Ihre Tätigkeit gelten und wie Sie den Start finanzieren. So sehen Sie, wo der SCHUFA-Eintrag eine Rolle spielt.
Kurze Antwort
Ja, Sie können sich trotz SCHUFA-Eintrag selbstständig machen. Für eine Gewerbeanmeldung gibt es keine allgemeine SCHUFA-Mindestpunktzahl, und das Gewerbeamt prüft die Bonität normalerweise nicht. Banken und Vermieter können den Eintrag später berücksichtigen, etwa bei einem Kredit oder Mietvertrag. Für bestimmte erlaubnispflichtige Tätigkeiten gelten eigene Zuverlässigkeitsprüfungen. Bei einem einzelnen, ausgeglichenen Zahlungsausfall kann seit 2025 unter bestimmten Voraussetzungen eine Löschung nach 18 Monaten gelten.
Klären Sie zuerst beim Gewerbeamt, welche Auflagen für Ihre Anmeldung gelten. Für die Finanzierung vergleichen Sie dann verschiedene Kreditangebote, etwa über smava mit einer Schufa-neutralen Anfrage.
Was bei Anmeldung und Kredit rechtlich zählt
Ein gewöhnlicher SCHUFA-Eintrag verbietet Ihnen nicht, ein Unternehmen zu gründen. Bei einer üblichen Gewerbeanmeldung prüft das Amt Ihre Bonität nicht, wie der Gewerbeanmeldungsratgeber erklärt. Für Tätigkeiten, für die Sie eine behördliche Erlaubnis brauchen, können Behörden prüfen, ob Sie die nötige persönliche Zuverlässigkeit mitbringen. Diese Prüfung betrifft besondere gewerberechtliche Anforderungen und ist keine normale SCHUFA-Abfrage.
Hier geht es zum passenden Kredit für Selbstständige
Ihre Bonität wird vor allem wichtig, wenn Sie einen Kredit beantragen. Bei Verbraucherdarlehen, also Krediten an Verbraucher, dürfen Kreditgeber neben Ihren Angaben auch Auskünfte von Auskunfteien prüfen. Bei Immobiliendarlehen müssen sie außerdem genug über Ihr Einkommen, Ihre Ausgaben und Ihre sonstige finanzielle Lage wissen. Die gesetzliche Grundlage dafür steht in § 505b BGB.
Ein negativer Eintrag kann auch beim Geschäftskonto oder beim Anmieten von Geschäftsräumen eine Rolle spielen. Ob ein Anbieter eine SCHUFA-Abfrage macht und wie er das Ergebnis bewertet, hängt vom jeweiligen Anbieter und Vertrag ab.
Worauf Banken bei Selbstständigen achten
Bei einem Kreditantrag prüfen Banken neben der SCHUFA auch, ob Ihr Unternehmen genug Geld für die Raten erwirtschaftet. Bei Selbstständigen schwanken Einnahmen häufiger als bei Angestellten. Deshalb sehen sich Banken oft die Zahlen mehrerer Jahre an und prüfen, ob regelmäßig Gewinne entstehen.
Je nach Bank und Vorhaben müssen Sie zum Beispiel Einkommensteuerbescheide, eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA), Jahresabschlüsse oder eine Einnahmenüberschussrechnung (EÜR) vorlegen. Dazu können Kontoauszüge und ein Businessplan kommen. Die Bank sagt Ihnen, welche Unterlagen sie braucht. Die Übersicht zu Kreditunterlagen für Selbstständige zeigt, welche Nachweise Kreditgeber dafür meist verlangen.
Zinsen vieler Banken vergleichen und günstigen Kredit für Selbstständige finden
Eine Ablehnung bedeutet deshalb nicht automatisch, dass allein der SCHUFA-Eintrag ausschlaggebend war. Geringe oder schwankende Gewinne können ebenfalls zur Ablehnung beitragen. Auch bestehende Raten, hohe private Ausgaben oder eine zu große beantragte Summe kommen als Gründe infrage. Fragen Sie bei der Bank nach dem wichtigsten Ablehnungsgrund und prüfen Sie, ob eine kleinere Finanzierung oder ein späterer Antrag mit mehr Geschäftszahlen besser passt.
Rechenbeispiel: Wie groß ist die Finanzierungslücke?
Addieren Sie zuerst die nötigen Anschaffungen und die Reserve für laufende Betriebskosten. Ziehen Sie davon Ihr verfügbares Eigenkapital ab. Die Differenz müssen Sie finanzieren. Berechnen Sie dann, wie viel Geld nach Betriebskosten, Rücklagen für Steuern und Versicherungen sowie privaten Ausgaben für die Kreditrate übrig bleibt. Berücksichtigen Sie dabei neben der Tilgung auch Zinsen und mögliche Gebühren. Wie hoch die Belastung genau ist, steht im Kreditangebot und im Vertrag. So können Sie vor dem Antrag prüfen, wie viel Geld Sie zum Start brauchen und ob Sie die monatliche Rate tragen können.
Typische Fehler bei einer Gründung mit SCHUFA-Eintrag
Gründung und Finanzierung gleichsetzen: Ein SCHUFA-Eintrag verhindert eine gewöhnliche Gewerbeanmeldung nicht automatisch. Er kann aber die Suche nach einem Kredit, einem Geschäftskonto oder Geschäftsräumen erschweren.
Viele verbindliche Kreditanfragen stellen: Eine Konditionsanfrage fragt nach möglichen Kreditbedingungen. Sie ist kein konkreter Kreditantrag. Wenn Sie über smava vergleichen, prüfen Sie, dass die Anfrage ausdrücklich „Konditionsanfrage“ heißt. Sie dient dem Vergleich möglicher Bedingungen und ist laut Kreditzentrale zur SCHUFA-neutralen Anfrage SCHUFA-neutral. Eine Konditionsanfrage ist keine Kreditzusage.
Den Eintrag ungeprüft hinnehmen: Fordern Sie eine kostenlose Datenkopie an und prüfen Sie, ob Forderungen, Beträge und Erledigungsstände stimmen. Eine falsche oder veraltete Angabe sollten Sie bei der SCHUFA und dem Unternehmen, das sie gemeldet hat, beanstanden. Eine Datenkopie zur Prüfung der eigenen SCHUFA-Daten hilft dabei, den konkreten Eintrag zu identifizieren.
Kredit für Selbstständige kostenlos und Schufa-neutral anfragen
Angeboten ohne Bonitätsprüfung vertrauen: Versprechen einer sicheren Kreditzusage oder Forderungen nach Vorkosten sind Warnzeichen. Prüfen Sie vor einer Unterschrift den effektiven Jahreszins, sämtliche Gebühren und die Rückzahlungsbedingungen. Kredite mit schwacher Bonitätsprüfung können teuer sein.
Was Sie tun können, wenn ein Kredit nicht klappt
Prüfen Sie zuerst, ob der SCHUFA-Eintrag stimmt und noch aktuell ist. Seit 2025 gilt für einen einzelnen ausgeglichenen Zahlungsausfall unter bestimmten Voraussetzungen eine verkürzte Speicherfrist von 18 Monaten. Dafür muss die Forderung innerhalb von 100 Tagen nach der Meldung bezahlt sein. In den folgenden 18 Monaten dürfen keine weiteren Negativdaten hinzukommen. Außerdem dürfen keine Informationen aus dem Schuldnerverzeichnis oder aus Insolvenzbekanntmachungen vorliegen. Die Erläuterung zur verkürzten Speicherfrist beschreibt diese Bedingungen. Die verkürzte Frist gilt nur, wenn sie erfüllt sind, und damit nicht automatisch für jeden negativen Eintrag.
Wenn der Eintrag stimmt, passen Sie Ihre Finanzierung an. Beantragen Sie nur so viel Geld, wie Sie für den Start brauchen. Erhöhen Sie wenn möglich Ihren Eigenanteil oder verschieben Sie einzelne Anschaffungen. Ein Kreditvergleich hilft Ihnen, Angebote gegenüberzustellen. Achten Sie darauf, dass die Anfrage ausdrücklich als Konditionsanfrage gekennzeichnet ist, und prüfen Sie die Gesamtkosten im Angebot.
Bei Förderkrediten läuft der Antrag häufig über eine Hausbank. Diese prüft den Kreditnehmer und kann deshalb ebenfalls die SCHUFA berücksichtigen. Eine zweite kreditnehmende Person oder eine Bürgschaft kann die Finanzierung erleichtern, bedeutet aber eine eigene Haftung: Die andere Person muss für die Rückzahlung einstehen, wenn Sie nicht zahlen. Besprechen Sie diese Folgen vorab und holen Sie unabhängigen Rat ein, wenn unklar ist, ob die Finanzierung tragbar ist.
Kernaussagen
- Gründen Sie grundsätzlich trotz Eintrag: Ein gewöhnlicher SCHUFA-Eintrag verhindert eine normale Gewerbeanmeldung nicht.
- Trennen Sie Gründung und Kredit: Banken prüfen neben der SCHUFA auch Geschäftszahlen und Einkommen. Sie berücksichtigen außerdem Ausgaben und bestehende Verpflichtungen.
- Prüfen Sie Ihre Daten: Fordern Sie eine Datenkopie an und beanstanden Sie falsche oder veraltete Einträge.
- Vergleichen Sie ohne unnötige Kreditanträge: Achten Sie beim Vergleich, etwa über smava, auf die ausdrückliche Kennzeichnung als Konditionsanfrage.
- Rechnen Sie die Rückzahlung durch: Setzen Sie die monatlich verfügbare Summe in Beziehung zu Rate, Zinsen und Gebühren.
FAQ
Kann das Gewerbeamt meine Anmeldung wegen eines SCHUFA-Eintrags ablehnen?
Ein gewöhnlicher SCHUFA-Eintrag ist für sich genommen normalerweise kein Ablehnungsgrund bei einer Gewerbeanmeldung. Für bestimmte erlaubnispflichtige Tätigkeiten gelten gesonderte Zuverlässigkeitsanforderungen.
Bekomme ich trotz negativem SCHUFA-Eintrag einen Kredit für die Gründung?
Das hängt von der Bank, dem Eintrag und Ihrer finanziellen Lage ab. Banken prüfen auch, ob Ihr Unternehmen voraussichtlich genug Geld für die Rückzahlung erwirtschaftet. Einen allgemeinen Grenzwert für SCHUFA-Einträge gibt es nicht.
Wie finde ich heraus, ob mein SCHUFA-Eintrag stimmt?
Fordern Sie eine Datenkopie an und gleichen Sie den Eintrag mit Ihren Unterlagen ab. Ist er falsch oder veraltet, wenden Sie sich an die SCHUFA und an das Unternehmen, das die Information gemeldet hat.
Was passiert, wenn die Bank meinen Kreditantrag ablehnt?
Fragen Sie nach dem wichtigsten Ablehnungsgrund. Prüfen Sie anschließend, ob eine kleinere Kreditsumme, mehr Eigenkapital oder ein späterer Antrag mit zusätzlichen Geschäftszahlen sinnvoll ist.