Wenn ein Kreditantrag abgelehnt wurde, müssen Sie in Deutschland nicht automatisch eine bestimmte Zahl von Tagen oder Monaten bis zum nächsten Versuch warten. Wichtig ist, ob Sie den Grund für die Ablehnung kennen und ob sich seitdem etwas geändert hat. Ein sofortiger neuer Antrag hilft wenig, wenn Einkommen, Ausgaben, Schulden oder die eingereichten Angaben unverändert sind.
Warten Sie, wenn der finanzielle Grund noch besteht oder Sie vermuten, dass Daten zu Ihrer Kreditwürdigkeit falsch oder veraltet sind. Bei einem fehlenden Dokument oder einem korrigierten Tippfehler kann eine erneute Prüfung dagegen sinnvoll sein, sobald die Unterlagen vollständig sind. Bonität bedeutet hier, wie ein Kreditgeber Ihre Fähigkeit einschätzt, den Kredit zurückzuzahlen.
Warten Sie, wenn sich der Ablehnungsgrund nicht geändert hat
Ein Kreditgeber kann einen Antrag ablehnen, wenn Ihnen zu wenig Einkommen für die Rückzahlung bleibt. Auch hohe laufende Ausgaben, unsichere Einkünfte oder bestehende Schulden können ausschlaggebend sein. Das gilt ebenso, wenn die gewünschte Rate nicht in Ihr Haushaltsbudget passt. Auch fehlende Unterlagen oder technische Probleme kommen als Gründe infrage. Diese Beispiele nennt easyCredit zu typischen Ablehnungsgründen.
Liegt der Grund bei Ihrer finanziellen Lage, ändert bloßes Warten nichts an Ihrem Antrag. Wenn Sie zum Beispiel nach Miete, Versicherungen und laufenden Kreditraten kaum Spielraum haben, bleibt eine hohe neue Monatsrate problematisch. Eine längere Laufzeit senkt zwar die Rate, erhöht aber in der Regel die Gesamtkosten. Prüfen Sie deshalb, ob die Rate in Ihr Budget passt und nach allen Ausgaben noch genug Geld für unerwartete Kosten bleibt.
| Was Sie nach der Ablehnung feststellen | Sinnvoller nächster Schritt |
|---|---|
| Ein Nachweis fehlte oder eine Angabe war falsch | Unterlagen vervollständigen oder Angabe berichtigen und nachfragen, ob eine erneute Prüfung möglich ist |
| Die gewünschte Rate lässt nach Fixkosten kaum finanziellen Spielraum | Kreditbetrag oder Rate neu kalkulieren; erst erneut anfragen, wenn der Plan tragbar ist |
| Eine Zahlungsschwierigkeit oder ein Bonitätseintrag ist ungeklärt | Daten und Forderung prüfen lassen, bevor Sie einen weiteren Antrag stellen |
| Sie kennen den Ablehnungsgrund nicht | Beim Kreditgeber gezielt nach den ausschlaggebenden Punkten fragen |
| Sie haben bereits mehrere konkrete Kreditanträge gestellt | Weitere Anträge zunächst vermeiden und erst die bisherigen Anfragen und Bedingungen klären |
Die Tabelle ist eine Entscheidungshilfe, keine Zusage, dass ein geänderter Antrag angenommen wird. Ein Kreditgeber prüft die Kreditwürdigkeit; daraus folgt kein Anspruch auf einen Kredit. Die Pflicht zur Prüfung ist in § 505a BGB geregelt und wird in den Hinweisen zur Bonitätsprüfung erläutert.
Klären Sie den Grund, bevor Sie erneut anfragen
Bitten Sie den Kreditgeber um eine verständliche Erklärung. Fragen Sie konkret, ob Unterlagen fehlten, ob der Kreditgeber Daten von einer Auskunftei genutzt hat. Eine Auskunftei wie die SCHUFA sammelt Daten zur Kreditwürdigkeit. Fragen Sie auch, welche Ihrer Angaben oder Voraussetzungen Sie prüfen sollten. Kreditgeber müssen ihre vollständige interne Bewertungsformel nicht offenlegen. Wenn die Ablehnung auf einer Datenbankabfrage beruht, gelten jedoch Informationspflichten; die Einzelheiten hängen vom Fall ab.
Prüfen Sie außerdem Ihre Daten bei der Auskunftei. Eine kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung gibt Ihnen einen Überblick darüber, welche persönlichen Daten dort gespeichert sind. Die Informationen zur SCHUFA-Datenkopie beschreiben, wie Sie diese anfordern. Achten Sie auf unbekannte Verträge und bereits bezahlte Forderungen. Prüfen Sie außerdem, ob Adressen falsch oder Einträge nicht mehr aktuell sind. Bei einem Fehler wenden Sie sich an die Auskunftei und gegebenenfalls an das Unternehmen, das die Daten gemeldet hat.
Eine Kreditablehnung selbst wird nach Angaben von easyCredit nicht als negativer SCHUFA-Eintrag gespeichert. Eine konkrete Kreditanfrage kann jedoch erfasst werden. Fragen Sie deshalb vor einer weiteren Anfrage ausdrücklich, ob der Anbieter eine Konditionsanfrage oder eine Kreditanfrage übermittelt. Eine Konditionsanfrage dient der Prüfung von Kreditbedingungen; eine Kreditanfrage bezieht sich auf einen konkreten Antrag. Lassen Sie sich auch bestätigen, ob die Konditionsanfrage SCHUFA-neutral ist. Die Anbieter beschreiben den Umgang mit diesen Anfragen nicht alle gleich. Mehrere gleichzeitige Anträge können die Bewertung erschweren, wie die Hinweise zu häufigen Fehlern nach einer Ablehnung erläutern.
Verbessern Sie zuerst, was Sie selbst beeinflussen können
Wenn die Rate zu hoch angesetzt war, rechnen Sie Ihr Monatsbudget neu: Ziehen Sie Miete, feste Ausgaben und bestehende Kreditraten vom Nettoeinkommen ab und lassen Sie einen Puffer für unerwartete Kosten. Ein kleinerer Kreditbetrag kann eine tragbarere Rate ermöglichen. Vergleichen Sie dabei immer auch die Gesamtkosten, denn eine längere Laufzeit verteuert den Kredit in der Regel.
Sind Daten oder Forderungen in einer Auskunft falsch, lassen Sie sie prüfen und korrigieren. Wenn Ihre finanzielle Lage angespannt ist oder Sie bereits Schwierigkeiten mit laufenden Zahlungen haben, holen Sie sich vor einem neuen Kredit Hilfe bei einer Schuldnerberatung. Ein weiterer Kredit löst Zahlungsprobleme nicht automatisch und kann die monatliche Belastung erhöhen.
Seien Sie vorsichtig bei Angeboten, die trotz Ablehnung mit besonders einfachen Lösungen werben. Zahlen Sie keine Vorabgebühr für eine angebliche Prüfung oder Bearbeitung und unterschreiben Sie keine Versicherung oder Mitgliedschaft, die Voraussetzung für den Kredit sein soll, ohne Kosten und Bedingungen zu prüfen. Auch ein Bürge oder ein zweiter Antragsteller trägt ein echtes Risiko: Die Person muss für die Rückzahlung einstehen, wenn Sie nicht zahlen können.
Kernaussagen
- Warten Sie auf eine konkrete Änderung: Eine feste gesetzliche Wartefrist gibt es nicht; ein neuer Antrag ist erst sinnvoll, wenn sich der Ablehnungsgrund geklärt oder verändert hat.
- Fragen Sie nach dem Grund: Klären Sie, ob Unterlagen fehlten, finanzielle Voraussetzungen nicht passten oder eine Auskunftei-Datenbank eine Rolle spielte.
- Prüfen Sie Ihre Daten: Fordern Sie eine Datenkopie an und lassen Sie falsche oder veraltete Angaben berichtigen, bevor Sie erneut beantragen.
- Vermeiden Sie parallele Kreditanträge: Fragen Sie vorher, ob eine Anfrage als Konditions- oder Kreditanfrage übermittelt wird und ob sie SCHUFA-neutral ist.
- Rechnen Sie die Rate mit Puffer: Eine niedrigere Monatsrate durch längere Laufzeit bedeutet in der Regel höhere Gesamtkosten.
FAQ
Wie lange muss ich nach einer Kreditablehnung warten?
Eine allgemeine vorgeschriebene Wartefrist für einen Zweitantrag gibt es nicht. Warten Sie so lange, bis Sie den Ablehnungsgrund geklärt haben und die relevante Voraussetzung verbessert oder berichtigt ist.
Schadet die Ablehnung selbst meiner SCHUFA?
Nach Angaben von easyCredit wird die Ablehnung selbst nicht als negativer SCHUFA-Eintrag gespeichert. Eine konkrete Kreditanfrage kann erfasst werden. Fragen Sie den Anbieter deshalb vor dem nächsten Antrag nach der Art der übermittelten Anfrage.
Soll ich bei fehlenden Unterlagen sofort erneut beantragen?
Wenn der Kreditgeber bestätigt, dass nur ein Dokument oder eine formale Angabe fehlte, kann eine erneute Prüfung sinnvoll sein, sobald Sie den Punkt korrigiert haben. Fragen Sie zunächst, ob dafür ein neuer Antrag nötig ist oder ob der bestehende Vorgang ergänzt werden kann.
Was mache ich, wenn ich den Ablehnungsgrund nicht erfahre?
Bitten Sie den Kreditgeber schriftlich um die ausschlaggebenden Gründe und fragen Sie, ob eine Auskunftei verwendet wurde. Lehnt der Kreditgeber Ihren Antrag aufgrund einer Datenbankabfrage ab, muss er Sie über bestimmte Punkte informieren. Das bedeutet nicht automatisch, dass er seine interne Bewertungsformel vollständig offenlegen muss.