Wenn Sie einen Kredit brauchen und wegen eines niedrigen SCHUFA-Scores, eines negativen Eintrags oder eines knappen Haushaltsbudgets mit einer Ablehnung rechnen, entscheidet der jeweilige Kreditgeber nach seiner Prüfung über Ihren Antrag. „Schwache Bonität“ bedeutet, dass ein Kreditgeber ein höheres Risiko sieht, dass Sie die Raten nicht vollständig oder nicht rechtzeitig zurückzahlen. Dafür zählt nicht allein ein SCHUFA-Wert: Auch Einkommen, laufende Verpflichtungen und die gewünschte Rate spielen eine Rolle.
Sie können trotz dieser Schwierigkeiten einen Kredit in der gewünschten Höhe bekommen. Eine Zusage lässt sich aber nicht sicher vorhersagen. Angebote für Menschen mit schwächerer Bonität können teurer ausfallen; feste Zinssätze oder Annahmequoten speziell für diese Gruppe lassen sich nicht pauschal angeben. Entscheidend ist deshalb, ob Sie die konkrete Rate dauerhaft tragen können und welche Gesamtkosten im persönlichen Angebot stehen.
Woran Sie ein realistisches Angebot erkennen
Der beworbene Zinssatz ist kein Versprechen für Ihren Antrag. Banken müssen die Rückzahlung prüfen und Ihre Identität feststellen. Eine schnelle Rückmeldung oder unverbindliche Vorprüfung ist deshalb noch keine verbindliche Kreditentscheidung, wie die Hinweise zu Sofortkrediten und Werbeversprechen erläutern.
Achten Sie auf den effektiven Jahreszins. Er berücksichtigt neben dem Sollzins weitere bekannte Kreditkosten und eignet sich besser zum Vergleich. Der niedrigste Werbezins gilt häufig nur für besonders kreditwürdige Personen. Ein repräsentatives Beispiel muss für einen erheblichen Teil der Kundschaft erreichbar sein, sagt aber nichts darüber aus, welchen Zinssatz Sie persönlich erhalten. Vergleichen Sie daher erst die individuellen Angebote, die nach einer Prüfung für Sie tatsächlich gelten.
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| Was Sie vergleichen | Was Sie daraus ablesen | Ihre nächste Prüfung |
|---|---|---|
| Effektiver Jahreszins | Kreditkosten im Verhältnis zum geliehenen Betrag | Vergleichen Sie die persönlichen Angebote, nicht nur den Werbezins. |
| Gesamtrückzahlung | Summe aller Raten und Kreditkosten | Prüfen Sie, wie viel Sie über den geliehenen Betrag hinaus zurückzahlen. |
| Laufzeit und Monatsrate | Wie lange Sie zahlen und welche Belastung jeden Monat entsteht | Eine kleinere Rate durch längere Laufzeit kann die Gesamtkosten erhöhen. |
| Zusatzprodukte | Ob etwa eine Restschuldversicherung angeboten wird | Lassen Sie sich erklären, ob das Produkt freiwillig ist und was es zusätzlich kostet. |
| Anbieterrolle | Ob Sie mit der Bank oder einem Vermittler sprechen | Fragen Sie, wer den Kredit vergibt und wann für eine Vermittlung Kosten entstehen. |
Ein Kreditvermittler verleiht das Geld nicht unbedingt selbst, sondern leitet Ihre Anfrage an Banken weiter. Prüfen Sie deshalb, wer im Vertrag als Kreditgeber steht und welche Vergütung der Vermittler erhält. Eine Zahlung vor Auszahlung ist ein deutliches Warnzeichen. Verbraucherinformationen raten außerdem dazu, bei Vorauszahlungen und Gebühren vor der Auszahlung besonders vorsichtig zu sein. Auch „ohne Schufa“ ist für sich genommen kein Beweis für Betrug; ein Angebot, das eine Zusage ohne jede Prüfung verspricht, verdient jedoch besondere Skepsis.
Prüfen Sie zuerst, welche Rate Ihr Budget trägt
Rechnen Sie vor dem Antrag aus, was nach Ihren notwendigen Ausgaben tatsächlich übrig bleibt. Ziehen Sie Miete, Energie, Versicherungen, bestehende Kreditraten und sonstige feste Kosten vom Nettoeinkommen ab. Lassen Sie zusätzlich einen Puffer für unerwartete Ausgaben. Orientieren Sie sich bei der neuen Rate an diesem Betrag.
Eine lange Laufzeit senkt zwar die Monatsrate, verlängert aber die Rückzahlung und erhöht häufig die Gesamtkosten. Wählen Sie daher nicht automatisch die kleinste Rate. Prüfen Sie, ob Sie eine etwas höhere Rate sicher tragen können, ohne andere Rechnungen aufzuschieben oder den Puffer aufzubrauchen. Eine Restschuldversicherung kann den Kredit zusätzlich verteuern. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen, sie zusammen mit dem Darlehen abzuschließen.
Ein zweiter Antragsteller verbessert die Chancen nicht automatisch. Diese Person haftet für den Kredit mit und muss die Verpflichtung im Ernstfall tragen können. Beziehen Sie daher niemanden nur deshalb ein, um die Prüfung zu beeinflussen.
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So vergleichen Sie, ohne unnötige Kreditanfragen zu stellen
Holen Sie zunächst eine kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 der Datenschutz-Grundverordnung bei der SCHUFA ein und prüfen Sie, ob die gespeicherten Angaben stimmen. Wenn ein Eintrag falsch ist, wenden Sie sich an die SCHUFA und an das Unternehmen, das ihn gemeldet hat. Eine pauschale Löschung richtiger negativer Einträge gibt es nicht; die Hinweise nach einer Kreditablehnung erläutern auch, wie Sie fehlerhafte Angaben prüfen lassen.
Stellen Sie anschließend nicht wahllos mehrere konkrete Kreditanträge. Fragen Sie beim Vergleich ausdrücklich, ob zunächst eine Konditionsanfrage gestellt wird. Damit erkundigt sich der Anbieter nach möglichen Bedingungen. Eine konkrete Kreditanfrage ist davon zu unterscheiden und kann gespeichert werden. Prüfen Sie vor dem Absenden, wie der jeweilige Anbieter die Anfrage kennzeichnet und weitergibt.
Ein Vergleichsportal zeigt nur Angebote von Kreditgebern, mit denen es zusammenarbeitet. Die Trefferliste umfasst daher nicht zwingend den gesamten Markt. Nutzen Sie den Vergleich als Ausgangspunkt und lesen Sie anschließend das persönliche Angebot vollständig. Achten Sie dabei auf Zinssatz und Rate sowie auf Laufzeit und Gesamtrückzahlung. Prüfen Sie außerdem Zusatzkosten und Widerrufsinformationen. Die Hinweise zu Kreditportalen erklären, warum Werbezinsen und angezeigte Treffer keine persönliche Zusage darstellen.
Warnsignale bei Kreditangeboten
Seien Sie besonders vorsichtig, wenn ein Anbieter eine Zusage ohne Bonitätsprüfung verspricht, vor der Auszahlung Geld für Bearbeitung, Versicherung oder Freischaltung verlangt oder Sie zu einer schnellen Zahlung drängt. Bei betrügerischen Angeboten über soziale Netzwerke, Messenger oder gefälschte Webseiten wird das Geld häufig vorab verlangt, während der Kredit ausbleibt. Die Warnzeichen bei Kreditbetrug helfen, solche Forderungen einzuordnen.
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Auch eine „Soforthilfe“ oder ein besonders niedriger Zins sollte Sie nicht dazu bringen, Unterlagen ungeprüft zu übermitteln. Kontrollieren Sie, ob der Anbieter klar benennt, welche Bank den Kredit vergibt, welche Kosten anfallen und ob Zusatzprodukte freiwillig sind. Wenn Sie einen Vermittlungsvertrag schließen sollen, prüfen Sie vorab die Vergütung und den Umfang des Auftrags.
Für Verbraucherdarlehen gilt grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht. Die Frist beginnt erst, wenn die erforderlichen Informationen und eine ordnungsgemäße Belehrung vorliegen. Verlassen Sie sich dennoch nicht darauf, einen Kredit später einfach zurückgeben zu können: Entscheiden Sie anhand der Kosten und Ihrer Rückzahlungsfähigkeit, bevor Sie unterschreiben. Mehr zu den Rechten bei einem Kreditvertrag finden Sie in den Verbraucherinformationen zum Widerruf.
Ihre nächste konkrete Aktion
Erstellen Sie zuerst eine Monatsübersicht mit Nettoeinkommen, festen Ausgaben, bestehenden Raten und einem Puffer. Fordern Sie dann Ihre SCHUFA-Datenkopie an und berichtigen Sie nachweisbare Fehler. Vergleichen Sie erst danach Angebote für dieselbe Kreditsumme und Laufzeit. Fragen Sie vor jeder Anfrage, ob der Anbieter zunächst eine Konditionsanfrage stellt, und vergleichen Sie die persönlichen effektiven Jahreszinsen sowie die Gesamtrückzahlung.
Wenn kein Angebot eine tragbare Rate bietet, nehmen Sie keinen teuren Kredit auf, nur um eine kurzfristige Lücke zu schließen. Geht es um offene Rechnungen oder bestehende Schulden, kontaktieren Sie die Gläubiger und fragen Sie nach einer Zahlungsvereinbarung. Ein neuer Kredit zur Bedienung anderer Raten kann die finanzielle Belastung verschärfen.
Kernaussagen
- Rechnen Sie Ihre tragbare Rate aus: Ziehen Sie feste Ausgaben und bestehende Raten vom Nettoeinkommen ab. Lassen Sie einen Puffer übrig.
- Vergleichen Sie persönliche Angebote: Der beworbene Bestzins sagt nicht voraus, welchen effektiven Jahreszins Sie erhalten.
- Prüfen Sie die Gesamtrückzahlung: Eine lange Laufzeit senkt die Monatsrate, erhöht aber häufig die Gesamtkosten.
- Zahlen Sie keine Gebühren vorab: Eine Vorauszahlung für Bearbeitung, Versicherung oder Freischaltung ist ein starkes Warnsignal.
- Fragen Sie nach der Art der SCHUFA-Anfrage: Klären Sie vor dem Absenden, ob es sich zunächst um eine Konditionsanfrage handelt.
FAQ
Bekomme ich mit schwacher Bonität sicher einen Kredit in der gewünschten Höhe?
Nein. Der Kreditgeber entscheidet nach der Prüfung Ihrer Rückzahlungsfähigkeit und der übrigen Angaben. Eine Vorprüfung oder eine Vermittlung an mehrere Banken ist noch keine verbindliche Zusage.
Ist ein Kredit „ohne SCHUFA“ immer Betrug?
Nein, die Formulierung allein beweist keinen Betrug. Seien Sie aber vorsichtig, wenn der Anbieter zugleich eine Zusage ohne Bonitätsprüfung, unrealistisch günstige Bedingungen oder Gebühren vor der Auszahlung verspricht.
Wie erkenne ich, ob eine Anfrage meinen SCHUFA-Eintrag betrifft?
Fragen Sie den Anbieter vor dem Absenden, ob er eine Konditionsanfrage oder eine konkrete Kreditanfrage stellt und wie diese übermittelt wird. Verlassen Sie sich nicht allein auf die Bezeichnung in einer Werbeanzeige.
Was mache ich nach einer Ablehnung?
Beantragen Sie zunächst eine Datenkopie und prüfen Sie Ihre gespeicherten Angaben. Vermeiden Sie unmittelbar danach eine Reihe weiterer konkreter Anträge; korrigieren Sie Fehler und rechnen Sie Ihre tragbare Rate neu aus, bevor Sie erneut vergleichen.
Kann ich eine zweite Person als Mitkreditnehmer eintragen?
Das ist möglich, wenn der Anbieter diese Option vorsieht. Die zweite Person haftet dann mit und sollte den Kredit nur gemeinsam mit Ihnen aufnehmen, wenn sie die Verpflichtung versteht und notfalls tragen kann.